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Hochrangige Experten aus den G8-Ländern haben sich am 6. und 7. März in Leipzig auf eine gemeinsame Strategie für einen weitgehend C02-freien Einsatz fossiler Energien im Kraftwerkssektor verständigt.
Auf Einladung des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, tauschten ca. 130 Fachleute der großen Industrieländer und der EU, aber auch Kohle produzierender Schwellenländer wie Indien und Südafrika ihre technologischen Erkenntnisse zur "Clean Coal Technology" aus und vereinbarten stärkere internationale Kooperation.
Als Ergebnis der Konferenz wurde ein Memorandum verabschiedet, das die Regierungen der G8 Staaten bittet, die Demonstration und Einführung von Technologien zur Abtrennung und Speicherung von CO2 (CCS) zu unterstützen und zu beschleunigen.
Dazu Minister Glos: "Ich begrüße das Ergebnis des Workshops sehr. Es bestätigt das hohe Engagement von Wissenschaft und Wirtschaft weltweit, ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiesicherheit zu leisten. Die Empfehlungen stehen in Übereinstimmung mit den Überlegungen der G8 und anderer internationaler Organisationen wie des IPCC. Ich werde sie als einen wichtigen Beitrag in die Beratungen für den G8-Gipfel am 06./07. Juni in Heiligendamm einbringen."
Memorandum des G8 Experten-Workshops zu Clean-Coal-Technologien 6.-7. März 2007 in Leipzig
In Kenntnis der doppelten globalen Herausforderung,
- die Risiken für einen vom Menschen verursachten Klimawandel zu reduzieren, insbes. durch die Verminderung der Treibhausgas-Emissionen durch den Verbrauch fossiler Energien sowie
- die Sicherheit der Energieversorgung zu erhalten;
in Kenntnis der Notwendigkeit, die Treibhausgase dringend zu vermindern, wie im 4. Sachstandsbericht des IPCC [1] aufgezeigt;
in Kenntnis der Tatsache, dass CCS [2] - wie auch die Einführung anderer, kohlenstoffarmer Technologien - eine bedeutende Rolle spielen kann für die Minderung der Treibhausgas-Emissionen auf dem Kraftwerks-Sektor, wie in dem G8-Aktionsplan von Gleneagles niedergelegt;
hat der Workshop gezeigt, dass
- F&E-Fahrpläne zur Entwicklung von Nahezu-Nullemissions-Technologien für fossil befeuerte Kraftwerke in mehreren Industrieländern eingeführt worden sind mit dem Ziel, diese Technologien um 2020 marktreif zu haben. Es besteht Zuversicht, dass die Technologien rechtzeitig entwickelt werden können, falls Forschung, Entwicklung und Demonstration intensiviert und beschleunigt werden und falls F&E [3] die erwarteten Ergebnisse bringt;
- die Kraftwerks-Industrie bereit ist, die Technologien für die Abtrennung des CO2 voran zu bringen und in nahezu-CO2-freie Demonstrationsanlagen zu investieren, dazu aber finanzielle Anreize und politische Unterstützung braucht;
- die Speicherung von CO2 in geologischen Formationen machbar ist, wie bereits in vielen frühen EOR [4] - Projekten, im Sleipner-Projekt [5], im Weyburn-Ölfeld [6] und im In-Salah-Projekt [7] demonstriert wird, aber auch noch viel Forschung notwendig ist, um die Eignung potentieller Speicherorte nachzuweisen;
- darüber hinaus die Erstellung der rechtlichen und regulatorischen Rahmen für die CO2-Speicherung entscheidend sein könnte für die frühzeitige Genehmigung von Demonstrationsprojekten und für die industrielle Anwendung von CCS;
- höchst energieeffiziente Technologien für Kraftwerke nicht nur die wirtschaftlichen und energetischen Nachteile mindern können, sondern auch helfen, den Brennstoffverbrauch sowie die Treibhausgas-Emissionen bereits kurzfristig zu vermindern, indem bestehende Kraftwerke ertüchtigt oder ältere, weniger effiziente Anlagen durch neue ersetzt werden.
Daher bitten wir die Entscheidungsträger der G8-Länder, die Demonstration und Einführung von CCS für fossil basierte Stromerzeugung zu stärken und zu beschleunigen.
Dieses kann erreicht werden durch
- verstärkte Unterstützung der nationalen und internationalen Forschungsprogramme einschl. IEA, CSLF, EU und dem Gleneagles-Aktionsplan;
- weitere Zusammenarbeit zwischen entwickelten und in der Entwicklung befindlichen Ländern, um die Ausbildung wie auch die Demonstration zu beschleunigen;
- dringende Verwirklichung einer steigenden Anzahl von großtechnischen Demonstrationsanlagen von Nahezu-Nullemissions-Kraftwerken;
- Ermutigung der Industrie, bei der Entwicklung neuer fossil befeuerter Kraftwerke Möglichkeiten für die spätere Abtrennung von CO2 zu berücksichtigen;
- beschleunigte Entwicklung der notwendigen rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Rahmen für die Entwicklung von CCS, begleitet von intensiveren Informationskampagnen durch die Protagonisten und politische Entscheidungsträger, um die öffentliche Akzeptanz sicher zu stellen.
[1] IPCC: International Panel on Climate Change
[2] CCS: Carbon Capture and Storage, CO2-Abtrennung und -Speicherung
[3] F&E: Forschung und Entwicklung
[4] EOR: Enhanced Oil Recovery, Stimulierung der Erdölforderung durch CO2-Injektion
[5] Sleipner: Erdgas-Förderung mit CO2-Abtrennung und CO2-Speicherung im salinen Aquifer (Statoil)
[6] Weyburn: Erdöl-Förderung mit EOR (Kanada)
[7] In Salah: Erdgas-Förderung in Algerien mit CO2-Speicherung (BP)
Quelle: BMWi-Tagesnachrichten
Weitere Informationen: www.bmwi.de
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