Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

intec 2015: Der perfekte Überblick in der Logistik muss nicht teuer sein

18.02.2015

Professur Schaltkreis- und Systementwurf stellt kostengünstige Ortungslösungen für logistiknahe Anwendungen vom 24. bis 27. Februar 2015 auf der INTEC in Leipzig vor

Wo genau befindet sich jetzt das Bauteil? Diese Frage wird weltweit jeden Tag in Produktion und Logistik unzählige Male gestellt. Eine reine Identifikation von Teilprodukten während des Warenflusses galt bisher meist als ausreichend. Doch die Anforderungen moderner Logistikprozesse sind auch in punkto Produkt- bzw. Bauteilortung gestiegen.


Um Bauteile zu identifizieren, setzen die Forscher zehn Zentimeter kleine "Tags" ein, deren Identifikationsnummern per Funk durch RFID-Reader ausgelesen werden können.

Foto: TU Chemnitz/Steve Conrad

„Aktuelle Prozesse sehen eine Verfolgung und Kontrolle des Warenflusses in feineren Schritten vor, die damit auch eine genauere Positionierung der Waren – etwa auf Transportsystemen - voraussetzen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Heinkel, Inhaber der Professur Schaltkreis und Systementwurf der Technische Universität Chemnitz.

Als ein Beispiel nennt er die Automobilindustrie, in der durch die umfangreichen Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration der Fahrzeuge ein hochdynamischer Logistikprozess mit genauer Ortskenntnis aller Bauteile bzw. Komponenten notwendig ist. „Diese Anforderungen hinsichtlich einer genauen Ortsinformation sind derzeit jedoch nur unter immensen Kosten- und Infrastrukturaufwänden realisierbar“, schätzt Heinkel ein.

RFID – die kostengünstige Alternative

Vor diesem Hintergrund suchten die Mitarbeiter der Professur Schaltkreis- und Systementwurf nach einer kostengünstigeren Lösung. Die Chemnitzer Wissenschaftler bedienen sich der bereits weit verbreiteten RFID-Technik und -Infrastruktur. Radio Frequency Identification - kurz RFID - bezeichnet eine Technologie, bei der mit Hilfe elektromagnetischer Felder beispielsweise Bauteile identifiziert werden. Diese sind mit zehn Zentimeter kleinen so genannten Tags ausgestattet, deren Identifikationsnummern per Funk durch RFID-Reader ausgelesen werden können.

„Wir untersuchten in den vergangenen zwölf Monaten, wie neben der reinen Identifikation von Tags auf deren genaue Position geschlossen werden kann“, berichtet Marten Wegener vom Projektteam. Dazu wurden Algorithmen und Verfahren entwickelt, in deren Ergebnis nun eine Ortungsgenauigkeit in der Größenordnung eines Tags ermittelt wurde. Erstmals öffentlich vorgestellt wird die Lösung vom 24. bis 27. Februar 2015 auf der INTEC in Leipzig. Auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 3 (Stand B58) lädt ein Demonstrator zum Selbstversuch ein. „In einem Demoszenario, das einem Fließband nachempfunden ist, können Funktionsweise und Grenzen der Ortungstechnologie getestet werden“, sagt Wegener.

Indoor-Navi im Messegepäck

Zusätzlich werden die Chemnitzer Forscher auf der INTEC auch aktuelle Lösungen im Bereich „Indoormapping & -navigation“, die im Projekt GINKO –Generische Infrastruktur zur Nahtlosen Kopplung von Elektrofahrzeugen entstanden sind, vorstellen. Diese Bereiche besitzen im Gegensatz zur Outdoornavigation zusätzliche Herausforderungen.

„Zum einen können Ortsinformationen nicht durch GPS ermittelt werden und zum anderen ist die Fülle von Navigationssystemen nicht für eine Höhenortung beziehungsweise Navigation durch Etagen ausgelegt“, erläutert Heinkel. Anwendungsgebiete seien zum Beispiel Parkhäuser und öffentliche Gebäude. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind in ein Android-Projekt geflossen, in dem die Verschmelzung von Outdoor- und Indoornavigation gepaart mit der Etageninformation demonstriert wird.

Informationen zu Projekten der Professur Schaltkreis- und Systementwurf:

https://www.tu-chemnitz.de/etit/sse/Forschung/Projekte/

Weitere Informationen erteilen Marten Wegener, Telefon 0371 531-33475, E-Mail marten.wegener@etit.tu-chemnitz.de, und Thomas Graichen, Telefon 0371 531-33437, E-Mail thomas.graichen@etit.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten