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Kieler Uni mit Entwicklungsprojekt auf der Messe IFAT

14.05.2002


Der Verminderung von Bodenerosion und der großflächigen Hangrutschungen widmet sich ein Projekt, das die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf der IFAT 2002 vorstellt. Die IFAT findet noch bis zum 17. Mai in München statt und ist eine der umfassendsten Leistungsschauen der Welt für Umwelttechnik und Abfallentsorgung. Eine Arbeitsgruppe des Kieler Lehrstuhls für Bodenkunde hat unter der Leitung von Prof. Rainer Horn eine von der Firma Schmidt Hallenbau/Stahlbau/ Maschinenbau entwickelte Spezial-Fräse mit elliptisch rotierenden Scheibenelementen weiterentwickelt und die bodenphysikalischen Effekte in Freilanduntersuchungen analysiert. Entsprechende Modifikationen wurden abgeleitet, die in dem endgültigen Produkt nunmehr umzusetzen sind.

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Die Fräse modelliert an erosions- bzw. rutschungsempfindlichen Flächen (z.B. steile Hänge, rekultivierte Landschaften bzw. Abdeckungen vor allem aus Lehm- oder Löss) die Bodenoberfläche derart, dass zum einen nicht unmittelbar versickerndes überschüssiges Niederschlagswasser in seitlich versetzten Mulden gesammelt werden kann, um dort über einen längeren Zeitraum in den Unterboden zu versickern. Darüber hinaus können durch die Arbeitsweise der Fräse auch einzelne neu aufgetragene Bodenschichten sehr effektiv verzahnt und damit das Ab- (Hang-)rutschen verhindert werden. Die Entwicklung ist auf dem Gemeinschaftsstand "Umwelttechnik aus Norddeutschland" in Halle A3, Stand A3.323 zu sehen.

Das Problem der Bodenerosion durch Wasser ist besonders in den noch landwirtschaftlich genutzten steileren Hanglagen z.B. im südlichen Europa aber z.B. auch in den ausgedehnten Lößflächen (z.B. China) bei gleichzeitig häufig auftretenden Niederschlägen mit hoher Intensität ein dominierendes Problem, das vor dem Hintergrund der mit dem Abtransport von Bodenmaterial einhergehenden irreversiblen Bodendegradation auch weltweit vorrangig zu bekämpfen ist. Hier kann der Einsatz der Fräse durch den Wassersammeleffekt ( Schaffung der Mulden) in zweifacher Weise helfen. Zum einen verhindern die Mulden das ungehinderte Abfließen an der Bodenoberfläche und damit die Bodenerosion an der Oberfläche und zum anderen wird dabei gleichzeitig zusätzliches Wasser für die Pflanzenproduktion im Boden gespeichert.


Neu aufgeschüttete Böschungen neigen vor allem zu Beginn zu verstärkten großflächigen Hangrutschungen wie sie z.B. an Autobahnböschungen, neu angelegten steilen Geländeoberflächen (z.B. Kaiserstuhl o.ä.) zu sehen sind. Durch ein schichtweises Aufbringen der Abdeckschichten lassen sich diese über die aufgefüllten Mulden gut miteinander verzahnen und somit vor dem Abrutschen schützen. Ökonomisch lassen sich damit teure Nachbesserungsmaßnahmen vermeiden und außerdem daraus resultierende Umweltbelastungen reduzieren.

Susanne Schuck | idw

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