Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IAA 2007: Neue Wege in der Elektronik-Architektur: Modulkonzept ermöglicht neue Funktionen

11.09.2007
In heutigen Fahrzeugen sorgen bis zu 70 Steuergeräte für mehr Sicherheit, Komfort und Umweltverträglichkeit. Und ihre Zahl könnte künftig weiter steigen, weil neue Fahrzeugsysteme noch mehr elektronische Steuerungen erfordern.

Der Automobilzulieferer Siemens VDO setzt daher auf eine neue Elektronik-Architektur im Auto, die die Komplexität der Systeme auch künftig beherrschbar macht. Wenige Module – oder Domänen – fassen dabei große Funktionsbereiche zusammen. Dadurch wird die Integration neuer Funktionen einfacher, kostengünstiger und erfolgt deutlich schneller.

Erst Elektronik macht das Autofahren so sicher, komfortabel, wirtschaftlich und umweltverträglich wie nie zuvor. Autos sind heute rollende Elektroniknetzwerke, doch wenn sich die Zahl der Steuergeräte (Electronic Control Units, ECUs) weiter erhöht, ist die Elektronikkomplexität in Zukunft kaum noch beherrschbar. Siemens VDO arbeitet daher an einer Alternative zu der Vielzahl von überall im Auto verteilten ECUs. Der Lösungsansatz: eine "aufgeräumte" Elektronikstruktur mit wenigen zentralen Steuergeräten.

Fasst man viele der heutigen Einzelfunktionen in solchen Modulen zusammen, dann lassen sich neue Sicherheits- oder Komfortsysteme im Wesentlichen auf der Basis von zusätzlicher Software realisieren - das bringt Wettbewerbsvorteile. Neue ECUs und der damit verbundene Vernetzungsaufwand sind dann gegebenenfalls gar nicht mehr erforderlich, verringern sich in ihrer Anzahl aber zumindest erheblilch. „Die Domänen-Architektur schafft gute Voraussetzungen für neue und immer leistungsfähigere Funktionen im Auto“, so Professor Dr. Gernot Spiegelberg, Executive Vice President Strategie und Technologie bei Siemens VDO. Da das System als offene Architektur ausgelegt ist, können die Automobilhersteller eigene Komponenten und Funktionalitäten in das System integrieren.

... mehr zu:
»ECU »Elektronik

Die Hardware einer solchen Elektronikstruktur besteht aus wenigen, standardisierten Zentralrechnern mit vereinfachter, aber leistungsstarker Vernetzung. Die einzelnen Funktionen sind als Software-Module in der ECU gespeichert. „Dieser Ansatz mit wenigen Domänen erlaubt es, neue Funktionen zu realisieren und dennoch die Komplexität im Auto zu verringern. Die Kommunikation der BUS-Systeme wird minimiert, da diese weitestgehend innerhalb der Elektronik abläuft“, so Spiegelberg.

Eine wichtige Grundlage dafür ist der Autosar-Standard: Er definiert einheitliche Schnittstellen für Software-Module und macht diese weitgehend unabhängig von der Hardware (ECU). Als Gründungsmitglied des Autosar-Konsortiums treibt Siemens VDO seit Jahren die Entwicklung modularer Architekturen voran. Spiegelberg: "Autosar ist aber nur die notwendige Festlegung des Standards. Eine entsprechende Systemarchitektur zur Integration der Funktionen ist eine weitere Voraussetzung, um zusätzliche Funktionen einfach ins Auto zu bringen."

Die neue Elektronikarchitektur ist modular aufgebaut und daher sehr flexibel. Die Zahl der Domänen hängt allein davon ab, wie man Funktionen ordnet und zusammenfasst. Der von Siemens VDO vorgestellte Ansatz basiert auf fünf Modulen: Das Modul Driver Interface nimmt die Steuerbefehle des Fahrers auf und leitet daraus die Wunsch-Fahrzeugbewegung ab. Das Modul Driver Assistance erfasst die Fahrzeugumgebung mit Hilfe von Sensoren und passt die Wunsch-Bewegung der aktuellen Verkehrs- und Straßensituation an. Das Modul Powertrain & Chassis setzt dann den Fahrbefehl in Bewegung um. Zusatzmodule sind Comfort Systems und das zentrale Modul E/E Infrastructure, zuständig für das Management des Energie- und Datenflusses im Fahrzeug. Mit dieser Struktur lassen sich unterschiedliche Fahrzeugausstattungen – von low-end bis high-end ¬– realisieren. Die Anzahl und die Kombination der Software-Module entscheiden über den Ausstattungsgrad des Fahrzeugs. Da der Ansatz von Siemens VDO auf einer offenen Architektur basiert, können die Automobilhersteller auch nur einzelne Bausteine davon nutzen, um ihre Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern zu definieren.

Weitere Informationen für Leser und Endkunden unter:
http://www.siemensvdo.de/contactus
Die Siemens VDO Automotive AG (Regensburg) ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik und erwirtschaftet rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes in diesem Segment. Als Entwicklungspartner der Automobilindustrie bietet das Unternehmen Produkte und Lösungen, die Sicherheit, Fahrkomfort und Wirtschaftlichkeit erhöhen, die Leistung steigern und dabei Emissionen reduzieren sowie eine bessere Information des Fahrers im Auto und die Vernetzung mit der Außenwelt ermöglichen. Siemens VDO erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2006 (30.9.2006) einen Umsatz von über 10 Milliarden Euro und ein Ergebnis von EUR 669 Mio. (nach US-GAAP), was einer EBIT-Marge von 6,7 Prozent entspricht.

Dr. Maria Lahaye-Geusen | Siemens VDO Automotive AG
Weitere Informationen:
http://www.siemensvdo.com
http://www.siemensvdo.de/presse
http://www.siemensvdo.de/contactus

Weitere Berichte zu: ECU Elektronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Solarkollektoren aus Ultrahochleistungsbeton verbinden Energieeffizienz und Ästhetik
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz