Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitaler Druck auf der LIGNA+ HANNOVER 2007: Unendliche Freiheit für individuelle Möglichkeiten

21.02.2007
Nichts ist peinlicher bei einem gesellschaftlichen Empfang, als wenn die Stars in der gleichen Kleidung auftreten. Auch will jedermann seine Wohnung individuell einrichten, der Einzelhandel, die Hotels und viele andere Unternehmen wollen ihr Angebot in individuell gestalteten Räumen präsentieren.

Für Architekten, Designer und Möbelhersteller bieten Dekorpapiere, die auf Span- und MDF-Platten in Melaminharz verpresst werden, ungeahnte und kostengünstige Möglichkeiten, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen. Sie und ihre Kunden können dabei zugleich höchste Anforderungen an die Eigenschaften der Möbel- beziehungsweise Holzwerkstoffoberflächen stellen, was Schmutzabweisung, Kratzfestigkeit, Stoßfestigkeit oder aggressive Einflüsse von Reinigungsmitteln betrifft.

Um diese vielfältigen Anforderungen zu erfüllen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Niederdruckverfahren bietet Kostenvorteile, weil die direkt beschichteten Platten sofort auf Format geschnitten werden können und ein zusätzlicher Pressvorgang entfällt. Die im Hochdruckverfahren beschichteten Platten verbinden dagegen vielfältigere Gestaltungsmöglichkeiten mit höherwertigen Gebrauchseigenschaften.

Sowohl beim Hoch- als auch beim Niederdruckverfahren wird das individuell bedruckte Dekorpapier mit einem darüber liegenden Melaminharz-Overlay so verpresst, dass das Overlay transparent ist. Der Dekordruck liegt nach der Verpressung unter einer glasharten Melaminschicht und ist somit bestens gegen mechanische Einwirkungen wie Kratzen oder Stoßen geschützt. Diesen Schutz können Oberflächen, die mit Direktdrucktechniken (Sieb- oder UV-Tintenstahldruck) bedruckt werden, nicht aufweisen, da das Dekor hier direkt auf die Materialoberfläche gedruckt wird und deshalb wesentlich leichter beschädigt werden kann.

Mit dem Niederdruckverfahren lassen sich nur dünne, individuell bedruckte Overlaypapiere verpressen. Bedingt durch den geringeren Druck und die kurzen Verweilzeiten in der Presse kann das Harz nur dünne Papiere durchdringen. Abgedeckte opake (das heißt dichte und undurchsichtige) Papiere können mit dem Niederdruckverfahren nicht verpresst werden. Aber selbst bei dünnen Papieren können sich beim Pressen durch die nicht vollständig aufgelösten Papierstrukturen "Wolken" und Schleier bilden.

Beim Hochdruckverfahren erfolgt die Verpressung von individuellen Dekordrucken mit hohem Druck, aber auch bei großer Hitze und langer Verweildauer in der Presse. Das Harz durchdringt bei diesem Verfahren nicht nur das dünne Overlaypapier, sondern auch dickere abgedeckte Dekorapiere. Die Transparenz der über dem Dekor liegenden Melaminharz-Schicht ist deutlich höher als im Niederdruckverfahren. Unter dem Dekor liegt ebenfalls ein Unidekor, und direkt unter diesem befindet sich der harte Phenolharzkern, der die Stoß- und Druckfestigkeit der Oberfläche gewährleistet. Das Phenolharz wird auf die Trägerplatte verpresst. Der größere gestalterische Spielraum ergibt sich bei diesem Verfahren dadurch, dass Dekordrucke auf Overlay und opakem Papier verpresst werden können.

Diese unterschiedlichen Eigenschaften der Verfahren werden auch durch den digitalen Dekordruck nicht aufgehoben - ganz im Gegenteil: Sie müssen berücksichtigt werden, um den digitalen Druck optimal einzusetzen. Die für den digitalen Dekordruck verwendeten Druckfarben sind mit den Farbsystemen des Tiefdrucks verwandt. Beide Drucksysteme verwenden wasserbasierende, hoch lichtechte Pigmente. Allerdings garantiert auch der digitale Dekordruck nur einen hohen Lichtechtheitswert, aber keinen vollen. Es gibt keinen Farbstoff, der sich nicht durch Einwirkung von Licht und UV-Strahlung im Lauf der Zeit reduziert. Die Lichtbeständigkeit ist abhängig vom Farbauftrag und damit von der Gestaltung. Die harzdurchlässigen Overlay- und Dekorpapiere dehnen sich mit zunehmendem Farbauftrag aus. Die Spannungen im Papier können sich im Druck durch Streifen und Wolken abbilden. Bei farbigen Bilddrucken mit wechselnden Farbaufträgen und Helligkeiten fallen diese allerdings kaum auf. Im Gegensatz zu anderen Druckverfahren wird beim digitalen Dekordruck die Farbe mittels Piezotechnologie rechnergesteuert durch feinste Düsen gespritzt, wobei eine Druckauflösung von 720 dots pro inch die Untergrenze sein sollte, um hohe Qualitäten zu erreichen. Bei einer knapp vier Quadratmeter großen Fläche entspricht dies 112 Milliarden Punkten (dots), die einzeln gesteuert und gedruckt werden. Zwar lässt sich aufgrund der Technik eine Fehlerquote feststellen - beispielsweise sind bei einer Fehlerquote von 0,001 Prozent zwölf Millionen dots fehlerhaft - doch wird diese Druckqualität mit keiner anderen Drucktechnik erreicht. Farbschwankungen des Drucksystems, der Tinten, des Dekorpapiers sind Fehlerquellen, die wie bei allen anderen Druckverfahren auch beim Digitaldruck auftreten. Das heißt, "alles ist möglich" geht auch mit dem Digitaldruck nicht. Der digitale Dekordruck bietet als einziges Druckverfahren die Möglichkeit, Oberflächen individuell und kurzfristig bei hoher Qualität zu angemessenen Preisen zu produzieren. Die technischen Grenzen, die weniger im Verfahren, sondern viel mehr bei Farbe und Papier liegen, verhindern aber auch beim Digitaldruck eine hundertprozentige Farbidentität. Das heißt: Beim Einsatz von Digitaldruckverfahren bleibt das Unikat ein Unikat.

Bei der LIGNA+ HANNOVER 2007 werden im Bereich der Oberflächenbearbeitung noch höherwertige digitale Druckverfahren gezeigt werden als bisher. Der eigentliche Fortschritt für die Holz- und Möbelindustrie wird aber darin liegen, die hohe Qualität des digitalen Drucks und seine Möglichkeiten zur individuellen Dekorgestaltung mit den Eigenschaften der Harze und Papiere sowie der Pressverfahren zu verbinden.

Weitere Informationen zum gesamten Programm der LIGNA+ HANNOVER 2007 sowie zu einzelnen Angebotsschwerpunkten stehen im Internet unter www.ligna.de.

| Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.ligna.de
http://www.messe.de

Weitere Berichte zu: Druckverfahren HANNOVER LIGNA Niederdruckverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018
23.05.2018 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen
23.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics