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Grüne Woche grüner denn je

11.01.2002


BUND sieht erfreuliche Tendenz zur Ökologisierung der Landwirtschaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der zunehmenden Präsentation von Bioprodukten auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin eine erfreuliche Tendenz zur Ökologisierung der Landwirtschaft. Auch bei der Tierhaltung und der Herstellung von Nahrungsmitteln seien verstärkte Bemühungen erkennbar, zu artgerechteren und umweltfreundlicheren Produktionsformen überzugehen. Belege dafür seien u.a. die neue Legehennenverordnung, die beginnende Akzeptanz des Biosiegels und ökologische Vorgaben für die Landwirtschaft im Bundesnaturschutzgesetz. Jetzt komme es vor allem darauf an, Ökoprodukte aus ihren Nischen zu holen und sie den Verbrauchern im doppelten Sinne schmackhaft zu machen.

Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Auf gar keinen Fall schadet es der Landwirtschaft, verstärkt auf Bio zu setzen. Im Gegenteil: Wer umsteuert und dem Trend der Zeit folgt, wird zu den Gewinnern in diesem Marktsegment gehören. Deutschland hat hier im europäischen Vergleich noch immense Reserven: Für Biolebensmittel geben beispielsweise unsere dänischen Nachbarn das Vierfache aus. Wenn der Ökolandbau bis 2010 auf zwanzig Prozent steigt, bekommen die Landwirte gerade hier Einkommenszuwächse und die Verbraucher bessere und preisgünstigere Angebote in den Geschäften. Die Nachfrage nach mehr Bio wird in dem Maße steigen wie das Angebot wächst und umgekehrt."

Trotz der erfreulichen Tendenzen sei man allerdings vom Ziel einer umwelt- und tiergerechten sowie verbraucherfreundlichen Lebensmittelproduktion noch weit entfernt. Eine Marktanalyse des BUND hatte das ernüchternde Ergebnis, dass der Anteil von Ökoprodukten in Supermärkten im vergangenen Jahr durchschnittlich weniger als 3 Prozent des Gesamtumsatzes betrug. Nach anderen Statistiken lag der Anteil von Ökoprodukten am gesamten Lebensmittelumsatz in Deutschland 2001 etwa bei 2,4 Prozent.

Der BUND fordert deshalb, den Absatz von verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln intensiver zu fördern. Außerdem müsse der Verbraucher in die Lage versetzt werden, ohne Umstände zwischen umweltschonend und umweltschädlich, zwischen tiergerecht und tierquälerisch hergestellten Lebensmitteln zu unterscheiden. Hierfür bedürfe es einer deutlichen und verständlichen Kennzeichnung aller Produkte nach Herkunft, Inhaltsstoffen und Produktionsverfahren. Mehr Transparenz im Handel erlaube dem Verbraucher, seine Kaufentscheidung bewusster zu treffen.

Rüdiger Rosenthal | ots
Weitere Informationen:
http://www.bund.net/archiv.

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