Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vakuumtechnik: Die Kraft aus dem Nichts

20.01.2005


Bei der Produktion von Mikrochips, CD’s und DVDs sowie Zementsäcken, Autowindschutzscheiben und Kleiderschränken spielt die Vakuumtechnik eine ent­scheidende Rolle. Die Aussteller der ComVac inner­halb der HANNOVER MESSE 2005 (11. bis 15. April) zeigen anhand von Praxisbeispielen in verschiedenen Anwendungsfeldern, wie man sich das Vakuum zunutze macht. Das "Anwendungszentrum ComVac Application Center" in Halle 27, organisiert von der Deutschen Messe AG, Hannover, und dem Fachverband Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik im VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer e. V., Frankfurt am Main), zeigt interessante Lösungen. Jürgen Eisenreich, beim VDMA Projektleiter für das Anwendungszentrum: "Die Mitgliedsfirmen des Fachverbandes zeigen hier interssante Applikationen aus verschiedenen Branchen, und an einem Info-Stand werden die Besucher individuell beraten. Das Spektrum der Applikationen, die wir praxisnah demonstrieren, ist sehr breit, sodass der Besucher ’seine’ Anwendung finden und Kontakte zu Experten der Vakuumtechnik knüpfen kann."

... mehr zu:
»Roboter »VDMA »Vakuum »Vakuumtechnik

Dass sowohl Mikrochip-Wafer als auch in Säcken abgepackte Schüttgüter mit Hilfe des Vakuums hergestellt oder bewegt werden, hat ganz unter­schiedliche Gründe. In der Mikroelektronik-Fertigung ist es die Sauber­keit: Die Fertigung findet unter Vakuum-Bedingungen statt. Sie stellt sicher, dass keine Verschmutzungen in den Prozess eingetragen werden. In der Handhabungstechnik ist es die "Kraft des Vakuums": Zumeist mit Unterdruck arbeitende, mehr oder weniger große Saugnäpfe, die die Güter festhalten.

Gründe für den Einsatz der Vakuum-Handhabungstechnik sind deren enorme Flexibilität - und die einfache Konstruktion. So wären beispiels­weise für das Abstapeln von Spanplatten in der Möbelproduktion oder das Depalettieren von Futtermittelsäcken enorme konstruktive Auf­wände notwendig, um elektromechanische Lösungen zu realisieren. Vakuum-Handhabungseinheiten hingegen sind einfach und effi­zient: Man benötigt nur eine Vakuumpumpe und einen oder mehrere Sauggreifer. Bei ganz einfachen Lösungen lässt sich die Handhabungs­einheit manuell bewegen und bewahrt den Bediener damit vor Rücken­schmerzen. Selbst zwei Tonnen schwere Komponenten können so mü­helos und sicher positioniert werden.


Alternativ dazu lassen sich vor allem lineare Bewegungen mit eher geringem Aufwand automatisieren: Komponenten der Vakuumtechnik sind aufgrund ihrer Kompaktheit auch hervorragend in komplexe Automatisierungssysteme integrierbar. Und: Man benötigt nicht für jede Packstück-Größe einen speziellen Greifer. Damit ist die Vakuumtechnik auch aus Kostengründen eine interessante Technologie für die flexible Automatisierung. Das hat die kostenbewusste Automobilindustrie erkannt, die in ihren Produktions- und Montageanlagen zunehmend Vakuum-Komponenten einsetzt. Die Handhabung von Front- und Heck­scheiben ist nur ein Beispiel von vielen: Während ein Roboter mit Vakuum-Greifer die Scheibe aus einem Magazin entnimmt und in Posi­tion hält, bringt ein zweiter Roboter die Kleberaupe auf.

Dass die Vakuumtechnik mehr und mehr in die Domänen der elektrome­chanischen Handhabungstechnik vordringt, hat auch mit der Innovati­onsgeschwindigkeit der Hersteller zu tun. So gibt es inzwischen Flächen­greifer, deren Ventile erkennen, ob sich Handling-Gut im Ansaugbereich befindet. Damit kann der Greifer Teile ansaugen, die deutlich kleiner sind als er selbst. Das macht die Vakuumtechnik nochmals flexibler.

Solche Greifer kommen zum Beispiel in den Distributionszentren großer Einzelhandelsketten zum Einsatz: Hier erlauben sie erstmals die Automa­tisierung der Handhabung von Packstücken ganz unterschiedlicher Größe an einem Arbeitsplatz - eine mühevolle Arbeit, die bisher manuell ausgeführt werden musste.

Tanja Meyer | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

Weitere Berichte zu: Roboter VDMA Vakuum Vakuumtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten