Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Manufacturing Execution Systems (MES) machen Fertigungsabläufe transparent

19.01.2005


Die Digital Factory wird im Rahmen der kommenden HANNOVER MESSE vom 11. bis 15. April 2005 in der Halle 16 das ganze Spektrum digitaler Lösungen präsentieren. Viele Aussteller werden Lösungen des Product Lifecycle Managements (PLM) und im Bereich der Manufacturing Execution Systems (MES) anbieten. Während PLM die Phase der Produktentwicklung effizienter gestaltet, optimieren MES die anschließende Fertigung. PLM und MES kommt in der Digitalen Fabrik eine hohe Bedeutung zu: Mit PLM kann der Anwender schneller in die Produktion seiner innovativen Produkte einsteigen und sie schnel­ler auf den Markt bringen. Gefertigt wird dann zuverlässig und effizient mit MES-Unterstützung.

... mehr zu:
»Fertigung »MES »Manufacturing »PLM

An MES wird die Verknüpfung der Digital Factory und der Factory Automation innerhalb der HANNOVER MESSE deutlich sicht­bar. Da neben der Fertigung auch die Prozesstechnik von die­sem Bindeglied profitiert, spielt das Thema ebenfalls auf der parallel lau­fenden INTERKAMA+ eine Rolle.

MES-Lösungen bilden das Bindeglied zwischen Planungs- und Ferti­gungsebene. Das Kürzel beschreibt eine Gruppe von Softwarelösungen, die den Kontakt zwischen ERP-Anwendungen einerseits und BDE/MDE-Systemen andererseits herstellt. Denn das Enterprise Resource Planning (ERP) ist primär geeignet, Produktionsaufträge zu verwalten und die erforderlichen Material- und Fertigungskapazitäten bereitzustellen. Die detaillierte Sicht auf die einzelnen Fertigungsmaschinen können viele ERP-Programme aber nicht bieten, denn dazu muss eine Vielzahl der Daten aus der Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE) ver­arbeitet werden. Dies genau lässt sich aber mit den MES erreichen, die auch Engpässe oder dazwischengeschobene Aufträge schnell bewälti­gen.


"Nach dem Fertigungsplan kann ich nicht mehr arbeiten, der ist doch schon längst überholt!" "Wo sind die fehlenden Teile für den Eilauftrag?" Diese Klagen gehören mit MES-Lösungen der Vergangenheit an. Da alle Daten zu Fertigungsaufträgen und Maschinenauslastung aktuell erfasst und zusammengeführt werden, können die Werker auf der Grundlage einer verlässlichen Datenbasis ihre Entscheidungen treffen. So lässt sich sicherstellen, dass die passende Fertigungsreihenfolge gewählt wird oder Maschinen dann zur Wartung freigegeben werden, wenn dies die abzuarbeitenden Aufträge nicht beeinflusst. Für den Anwender wird damit die Fertigung transparent, denn mittels MES erhält er nun die Chance, in Echtzeit die Ist-Situation der Produktion zu erfassen und einen stimmigen Fertigungsplan aufzustellen. MES-Programme sind damit die legitimen Nachfolger des Leitstandes früherer Zeiten.

Eine wichtige Rolle spielen MES auch bei der Qualitätssicherung, indem sie die Rückverfolgbarkeit (Traceability) ermöglichen. Denn nun kann ein Unternehmen vom Wareneingang bis zum fertigen Produkt detailliert nachvollziehen, welche Werker und welche Maschinen an einem bestimmten Produkt gearbeitet haben oder eingesetzt wurden. So deckt die interne Qualitätskontrolle Fehlerquellen einfacher und schneller auf. Die genauen Einzeldaten geben Aufschluss darüber, an welcher Stelle der Fertigungskette ein Problem vorliegt. Kann dies schnell behoben werden, lassen sich imageschädigende Rückrufaktionen von vornherein vermei­den. Besondere Bedeutung kommt dem Thema Rückverfolgbarkeit bei der Prozessfertigung zu. Mittels der MES-Daten lässt sich genau nach­vollziehen, welche Komponenten unter welchen Bedingungen verarbei­tet wurden.

Gleichzeitig lassen sich die Daten einer MES-Lösung proaktiv nutzen. Denn MES sind deutlich mehr als nur eine Kommunikationsschnittstelle zwischen der Automatisierungs- und der Planungsebene. Sie bieten auch die Möglichkeiten, die Fertigung über alle Produktionsphasen hinweg zu optimieren. Hier wird die Digitale Fabrik Realität, denn mit dem Hilfsmit­tel der Simulation lassen sich gerade auf Basis der vorliegenden Daten verschiedene Szenarien fast ohne Kosten vorab analysieren, noch bevor ein Werker Hand angelegt hat und Ressourcen verbraucht werden. Nicht nur die laufende Fertigung lässt sich so optimieren, die Verantwortlichen können auch den Aufbau neuer Produktionslinien genauer planen und effizienter umsetzen.

Um all diese Möglichkeiten schnell zu nutzen, setzen die Anbieter von MES, wie viele IT-Hersteller, auf Internet-Technologien. Einerseits lässt sich damit die inzwischen weit verbreitete Infrastruktur nutzen, anderer­seits hat fast jeder heute bereits einmal mit einem Webbrowser gearbei­tet. Das senkt die Schulungszeiten deutlich. Auch ERP-Lösungen nutzen diese Technologien zunehmend. Der Nutzer hat so zusätzlich den Vorteil, dass sich diese Anwendungen schneller einrichten lassen. Denn die Internet-Technik ermöglicht einen fast reibungslosen Datenaustausch über verschiedene Plattformen hinweg. Dies sorgt neben der angestreb­ten vertikalen Integration - vom ERP bis hinein in die Fertigung - auch für den leichteren Kontakt etwa zu Lösungen für das Supply Chain Management (SCM), also die horizontale Integration.

Unter dem Namen "Shop Floor to Top Floor" hat kürzlich die SAP AG als einer der wichtigsten ERP-Anbieter Aktivitäten angekündigt, mit denen insbesondere die vertikale Integration verbessert werden soll. Zu diesem Zweck wollen die Walldorfer intensiver mit allen wichtigen MES-Anbie­tern zusammenarbeiten. Einen idealen Treffpunkt dafür gibt es bereits: die Digital Factory 2005.

Tanja Meyer | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

Weitere Berichte zu: Fertigung MES Manufacturing PLM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie