Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökobetriebe schaffen mehr als eine gesunde Umwelt

17.01.2005


Forschungsprojekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" der TU Berlin und des DIW Berlin stellt sich während der Grünen Woche vor / 22. Januar 2005, 10.00 bis 16.00 Uhr im ICC, Foyer 83, Stand 18

... mehr zu:
»Ernährung »ICC »Ökobetriebe

Anlässlich der Grünen Woche steht in diesen Tagen vermehrt die Frage im Raum: welche gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft heute und in Zukunft zukommt. Handelt es sich um einen marginalen Wirtschaftszweig, dessen hohe Subventionierung nicht mehr gerechtfertigt ist oder gilt es, die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft - Nahrungsmittelerzeugung, Pflege einer vielfältigen Kulturlandschaft und Erhalt von Perspektiven im ländlichen Raum - möglichst ausgewogen in Einklang zu bringen? Das Forschungsprojekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" der TU Berlin und des DIW Berlin beschäftigt sich genau mit solchen Fragen und untersucht, welche positiven Effekte das Wirken der Biobranche in der Region Berlin-Brandenburg hat.

Erste Ergebnisse aus der Befragung von landwirtschaftlichen, verarbeitenden und vermarktenden Betrieben zeigen, dass neben der Erzeugung und dem Verkauf von schmackhafter Wurst, knusprigen Brötchen und knackigem Salat häufig noch in anderen Bereichen Aktivitäten entfaltet werden. "Eine Aufgabe, die viele Betriebe wahrnehmen, ist die Vermittlung von Wissen und Erfahrung über gesunde Ernährung und umweltfreundliche Landwirtschaft. Dies geschieht über sehr lebendige Formen wie Hoffeste, Aktionstage, Verkostungen, Kochkurse oder Seminare", so die Projektleiterin Prof. Martina Schäfer. Gezielte Aktionen gibt es häufig gerade für die Zielgruppen - Schulen und Kindergärten -, die auch Ministerin Künast vorrangig im Visier hat. Mit diesen Aktivitäten und Angeboten der Naherholung leisten vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Stadt-Land-Brücken und regionaler Identität.


Besonders im ländlichen Raum erfüllen die Betriebe außerdem häufig soziale Funktionen. Dabei ist als allererstes zu nennen, dass sie Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen - ein sehr wesentlicher Punkt in Gebieten, die von Abwanderung bedroht sind. In Brandenburg kann von über 3.400 Arbeitsplätzen im Ökolandbau ausgegangen werden. Darüber hinaus werden Dorffeste und kulturelle Veranstaltungen organisiert, die örtlichen Vereine unterstützt, Räume für Treffen zur Verfügung gestellt - Aktivitäten, die dafür sorgen, dass das Leben auf dem Land lebenswert bleibt. Solche Betriebe können außerdem Kristallisationspunkt für weitere wirtschaftliche Aktivitäten sein.

Nicht zuletzt sind Biobetriebe natürlich auch sehr aktiv, was ökologische Belange angeht. Über die Richtlinien hinaus ist betrieblicher Umweltschutz für die meisten selbstverständlich; die landwirtschaftlichen Betriebe erbringen außerdem vielfältige Beiträge zur Erhaltung von Artenvielfalt und einer ästhetischen Landschaft.

Vorläufiges Fazit der Untersuchung, die im sozial-ökologischen Programm des BMBF gefördert wird, ist, dass von einer derartigen Branche umfangreicherer gesellschaftlicher Nutzen ausgeht, als es auf den ersten Blick erscheint. Hier genauer hinzugucken und entsprechende Leistungen zu unterstützen könnte Aufgabe einer Politik sein, die sich für nachhaltige Regionalentwicklung und multifunktionale Landwirtschaft einsetzen möchte.

Das Projekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" präsentiert sich im Rahmen des Kompetenznetzwerks zur sozial-ökologischen Agrar- und Ernährungsforschung auf der Grünen Woche mit einem Stand auf der Kooperationsbörse des Ost-West-Agrarforums

Zeit: am Sonnabend, dem 22. Januar 2005, von 10.00 bis 16.00 Uhr
Ort: Internationales Congress Centrum (ICC), Neue Kantstrasse/Ecke Messedamm, 14055 Berlin, Foyer 83, Stand 18 (GSF)

Ausführlichere Informationen zum Projekt "Regionaler Wohlstand neu betrachtet" erhalten Sie bei Prof. Dr. Martina Schäfer, Juniorprofessorin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin, Tel. 030/314- 26854, E-Mail: schaefer@ztg.tu-berlin.de, >http://regionalerwohlstand.de>;

Einen Einblick in dieses und andere Projekte der sozial-ökologischen Forschung im Bereich Ernährung und Landwirtschaft gibt die neu erschienene Broschüre "So schmeckt die Zu-kunft" des BMBF >http://www.bmbf.de/pub/so_schmeckt_die_zukunft.pdf>;

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de
http://www.bmbf.de/pub/so_schmeckt_die_zukunft.pdf
http://regionalerwohlstand.de

Weitere Berichte zu: Ernährung ICC Ökobetriebe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften