Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobiellen Eindringlingen auf der Spur

14.04.2004


Bei der Produktion medizintechnischer Artikel und Pharmaka ist Sterilität höchstes Gebot. Die Anzahl von Bakterien und Pilzen auf Oberflächen misst ein bewusst einfach gebautes und mobiles Gerät. Vom 11. bis 14. Mai wird es auf der Analytica in München vorgestellt.


Dank seiner leichten und kompakten Bauweise kann das optische Messgerät direkt am Ort der Untersuchungen aufgestellt werden. © Fraunhofer IPA



Seit Urzeiten ist die ganze Erde (und Gallien) von Mikroorganismen besetzt. Die ganze Erde? Nein! Seit Erfindung der Sterilisation durch Louis Pasteur leisten Lebensmittelkonserven tapferen Widerstand. Hinzu gesellten sich viele abiotische "Dörfer", vor deren Toren jedoch stets Bakterien, Pilzsporen und Viren lauern. Auch bei der Produktion medizintechnischer Artikel, Pharmaka und Lebensmittel sowie in vielen Laboren und Krankenhäusern wird steril gearbeitet und überwacht, ob und wieviele Mikroben durch die Raumluft wirbeln oder sich auf Oberflächen aller Art niedergelassen haben.



Bei einem häufig angewandten Verfahren wird der Gegenstand selbst oder ein Abstrich zum Fluoreszenzmikroskop getragen. Bei ultravioletter Bestrahlung verraten sich die Eindringlinge als leuchtende Pünktchen. "Dazu muss dieses teure Gerät jedoch angeschafft werden", weiß Andreas Schüle vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. "Ein weiterer Nachteil geht auf das Herumtragen der Proben zurück. In der Analytik ist es immer vorteilhaft, direkt am Ort des Geschehens zu messen, denn Verfälschungen des Messwerts durch Kontaminationen oder Alterung lassen sich dadurch minimieren." Schüle und seine Mitarbeiter arbeiten daher an einem tragbaren und vergleichsweise kostengünstigen Gerät, bei dem sie auf die noble Ausstattung eines Fluoreszenzmikroskops verzichten. Das Prinzip ist jedoch ähnlich: Im Prüfkopf befindet sich eine starke UV-Lampe, die auf die Oberfläche strahlt. Befinden sich lebende Mikroorganismen darauf, so müssen sie von harmlosen Partikeln unterschieden werden. Dazu nutzen die Forscher die charakteristische Fluoreszenz zweier Substanzen, die in allen Organismen vorkommen: Die Enzymfamilie NAD leuchtet blau und Riboflavin (Vitamin B2) grün. Optische Filter blenden das UV und andere Spektralanteile aus. Ein Objektiv bildet die leuchtenden Pünktchen auf einen CCD-Chip ab, und so erscheinen sie schließlich am Monitor. Alle Bakterien und Pilzsporen können verlässlich dedektiert werden, denn sie sind deutlich größer als die optische Auflösung von etwa einem Mikrometer.

"Das Verfahren soll automatisiert ablaufen - so wie es in unserem Institutsnamen steht", nennt Schüle als kommendes Ziel. "Das Auszählen der Mikroorganismen ist für kommerzielle Bildauswertungssoftware kein Problem. Auf der Analytica in München sprechen wir mit potenziellen Kunden vielmehr darüber, wie die Qualität ihrer laufend produzierten Waren überwacht werden kann." Auf der internationalen Fachmesse finden Sie die Forscher in Halle A4 am Stand 291.

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: Bakterium Mikroorganismus Pharmazie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie