Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chat beim Online-Lernen

01.12.2003


Erfolg im E-Learning durch Interaktion, Kooperation und Betreuung



Chat-Werkzeuge für E-Learning-Anwendungen



Fraunhofer IPSI auf der Learntec-Messe in Karlsruhe
10.-13.2.2004, Gartenhalle, Stand 354


Was Internet-Nutzer aller Altersgruppen fasziniert, soll jetzt auch das E-Learning erfolgreicher machen: der Chat. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) stellt auf der Learntec-Messe vom 10. bis 13. Februar in Karlsruhe erstmals spezielle Chat-Werkzeuge für E-Learning-Anwendungen vor. (Gartenhalle, Stand 354). "Die Innovation besteht darin, dass diese Kommunikationswerkzeuge die Lernprozesse von Kleingruppen unterstützen und koordinieren können", erläutert Dr. Stefan Münzer vom IPSI in Darmstadt. E-Learning sei nach empirischen Forschungsergebnissen erst dann wirklich erfolgreich, wenn die Lernenden interaktiv betreut werden und eine Kooperation zwischen allen Teilnehmenden möglich werde. Die Chat-Software könne zu beidem dienen, sei viel preiswerter zu realisieren und weniger störanfällig als Audio-Video-Konferenzsysteme. Chat-Dialoge ließen sich auch recht einfach abspeichern und später auswerten - für ein Feedback oder durch einen Tutor.

Die dazu notwendigen Instrumente - zum Beispiel der Roleplay-Chat für Rollenspiele - werden vom Fraunhofer IPSI in Darmstadt im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) geförderten "ALBA"-Projekts entwickelt. Rollenspiele gewährleisten ein lebendiges und intensives Lernen mit hohem Übungsanteil und sind für Sprach- oder Kommunikationstrainings geeignet. Die Software leitet die Gruppe Schritt für Schritt durch den Lernprozess, von der Erarbeitung des Lernmaterials über das eigentliche Rollenspiel bis hin zum anschließenden Feedback. Dabei weist die Software den Lernern Rollen zu, stellt Instruktionen und Lernmaterialien punktgenau bereit und koordiniert die Phasenübergänge. Die Software übt damit Funktionen aus, die sonst - etwa im "virtuellen Klassenzimmer" - ein Tutor oder Moderator übernehmen müsste.

Ansprechpartner beim Fraunhofer IPSI: Dr. Stefan Münzer, Dolivostrasse 15, 64293 Darmstadt, Tel. 06151/869 944, Fax. 06151/869 963, Email: muenzer@ipsi.fraunhofer.de.

Kooperation verbessert Lernerfolg

In aufwändigen empirischen Untersuchungen wird beim Fraunhofer IPSI zur Zeit in realen Kontexten in der beruflichen Weiterbildung geprüft, ob diese Werkzeuge tatsächlich bessere Lernprozesse von Kleingruppen anregen. Die Studien sind vergleichend angelegt - dieselben Lerninhalte und Instruktionsdesigns werden einmal mit und einmal ohne Prozesssteuerung durch Software realisiert. Zwischenergebnisse zeigen, dass Lernprozesse mit der unterstützenden Software wesentlich sachorientierter sind. Der Koordinationsaufwand nimmt zum Teil drastisch ab, die Lernprozesse der Gruppen werden vorhersehbarer, und die Gruppen erbringen eine wesentlich höhere Mindestleistung. Trainer und Tutoren können dabei helfend im Hintergrund bleiben und sich auf ihre fachlichen Aufgaben konzentrieren. Die Studien sollen im Laufe des Jahres 2004 publiziert werden.

Weiterbildunganbieter setzen auf Betreuung

Dass eine gute Betreuung und Kooperation der Teilnehmer mehr und mehr zu Erfolgsfaktoren der Online-Weiterbildung werden, hat auch eine Umfrage des Fraunhofer IPSI im Spätsommer 2003 unter Weiterbildungsanbietern bestätigt. Im Zentrum des Interesses stand, inwieweit Teilnehmer heute gemeinsam online lernen, welche Technologien dabei zum Einsatz kommen und welche zukünftigen Pläne die Weiterbildungsanbieter haben (Details unter www.ipsi.fraunhofer.de/concert).
Weiterbildungsanbieter haben laut der Umfrage erkannt, dass ihre Teilnehmer auf persönliche Betreuung und Kontakt zu anderen Teilnehmern den größten Wert legen. So sind 93 Prozent der Umfrageteilnehmer der Auffassung, dass eine effektive Betreuung den Lernerfolg verbessert. Zwei Drittel (67%) stimmen uneingeschränkt der Aussage zu, dass die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern zu höherem Lernerfolg führt.

Das gemeinsame und zeitgleiche, aber räumlich getrennte Lernen in einem "virtuellen Klassenzimmer" ist nach Meinung von 70 Prozent der befragten Weiterbildungsanbieter besonders geeignet für die Online-Lehre. Doch nur ein Drittel nutzt das "virtuelle Klassenzimmer" regelmäßig. Diese Zurückhaltung ist auf den damit verbundenen technologischen, organisatorischen, finanziellen und personellen Aufwand zurückzuführen.

Die Lösungen des Fraunhofer IPSI sollen hier neue Impulse geben - im Hinblick auf neue Technologien, aber auch hinsichtlich neuer Lernszenarien. Denn, so läßt sich als Fazit der Marktumfrage formulieren: Eine synchrone Online-Zusammenarbeit ist zwar hocherwünscht, es ist aber gegenwärtig nicht einfach, sie mit einem vertretbaren Aufwand erfolgreich zu realisieren. Die vom Fraunhofer IPSI entwickelten Chat-Kommunikationswerkzeuge seien, davon ist das Fraunhofer-Team überzeugt, technologisch ausgereift, koordinieren und unterstützen einen lebendigen und intensiven Lernprozess und entlasten gleichzeitig Tutoren und Trainer.


Michael Kip | Fraunhofer IPSI
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-884.html
http://www.ipsi.fraunhofer.de/i

Weitere Berichte zu: IPSI Lernprozess Weiterbildungsanbieter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Infrarotkamera für die Metallindustrie bis 2000 °C
28.04.2017 | Optris GmbH

nachricht ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler
27.04.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie