Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Stolperfallen" für heiße Gase

21.03.2001


... mehr zu:
»BAM »ExploRisk
Wie man Flammen den Weg versperrt und weitere Themen rund um den Explosionsschutz auf der ExploRisk

Gefährliche Konstellation: ein Elektromotor, der in einer Umgebung aus zündfähigen Gasen betrieben werden muss - beispielsweise Knallgas, einem Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff. In der chemischen Industrie lässt sich das nicht immer vermeiden. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig untersuchen zur Zeit, wie dicht eine so genannte "druckfeste Kapsel" konstruiert sein muss, um einen solchen Elektromotor sicher einzuhüllen. Zwei weitere Beispiele ihrer aktuellen Arbeit, die die PTB vom 27. bis 29. März auf der ExploRisk in Nürnberg vorstellt: Untersuchungen zur Druckabhängigkeit der unteren Explosionsgrenze und die Datenbank für sicherheitstechnische Kenngrößen CHEMSAFE. Ihre Partnerin bei diesem Projekt, die Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), präsentiert sich in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam mit der PTB auf der ExploRisk.

Über zwei Millionen Elektromotoren drehen sich in Deutschland im Dienste der chemischen und petrochemischen Industrie - immer häufiger auch in explosionsgefährdeter Umgebung. Lässt sich nicht ausschließen, dass der Motor Funken produziert, muss der Explosion der Weg versperrt werden: Der Motor bekommt eine dichte Hülle. Explodiert die Atmosphäre in seinem Inneren wirklich einmal, dann passiert in der Regel nichts weiter - die "druckfeste Kapsel" hält dem Druck stand. Doch es kommt vor, dass das aufgeheizte Gas durch winzige Öffnungen nach außen dringt und dort eine größere Explosion verursacht. Solche Zünddurchschläge zu vermeiden ist für die Hersteller schwierig und teuer. Deshalb untersuchen die Wissenschaftler der PTB in einem Projekt, wie Bauteile optimal konstruiert werden können oder wie man gezielt in den Strömungsweg eingreifen und dadurch das reaktive Gas "entschärfen" kann. Für ihre Untersuchungen benutzen sie ein optische Untersuchungsverfahren mit einem Excimer-Laser, das auf der Messe vorgestellt wird.

Die schwer bzw. nicht brennbaren halogenierten Kohlenwasserstoffe (CKW und FCKW) - als Ozonkiller bekannt - sind heute zum großen Teil durch andere Stoffe ersetzt worden. Dies sind in der Regel brennbare Lösemittel. Um die deutlich größeren Explosions- und Brandgefahren einschätzen zu können, untersucht die PTB die sicherheitstechnischen Kenngrößen dieser Stoffe: zum Beispiel den Flammpunkt, die unteren und oberen Explosionsgrenzen, die Zündtemperatur und viele mehr. Die Abhängigkeit der unteren Explosionsgrenze vom Druck wird mit einem Experiment demonstriert.

Die Ergebnisse solcher Untersuchungen fließen in die Datenbank CHEMSAFE ein, ein Gemeinschaftsprojekt der PTB, der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung) und der DECHEMA (Deutsche Gesellschaft für Chemisches Apparatewesen, Chemische Technik und Biotechnologie). Unter der Internet-Adresse http://www.dechema.de/deutsch/iud/pages/iudfcsi.html bietet sie gerade auch Anwendern, die nicht über ausreichende Fachkenntnisse verfügen, einen Service rund um die sicherheitstechnischen Kenngrößen. Von Fachleuten bewertet, auf Verlässlichkeit geprüft und ständig aktualisiert, enthält die Datenbank inzwischen Angaben zu rund 2800 brennbaren Flüssigkeiten, Gasen und Stäuben.

Ein Gemeinschaftsprojekt ist auch der Auftritt auf der ExploRisk: Zum ersten Mal präsentieren sich PTB und BAM mit eigenen Messeständen, aber vereint unter dem Dach ihrer gemeinsamen Oberbehörde, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Weitere Informationen:
Auf der ExploRisk (27. - 29. 3.2001):
Halle 11.0, Stand 315, Telefon auf der Messe (09 11) 81 89 445

Dr. U. Klausmeyer, Telefon (05 31) 5 92-34 10, E-Mail: Uwe.Klausmeyer@ptb.de
D. Markus, Telefon (05 31) 5 92-35 56, E-Mail: Detlef.Markus@ptb.de
Fachlaboratorium "Druckfeste Kapselung"
Dr. E. Brandes, Telefon (05 31) 5 92-33 10, E-Mail: Elisabeth.Brandes@ptb.de
Dr. W. Möller, Telefon (05 31) 5 92-34 42, E-Mail: Wolfgang.Möller@ptb.de
Fachlaboratorium "Kenngrößen des Explosionsschutzes"
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Dipl.-Journ. Erika Schow | idw

Weitere Berichte zu: BAM ExploRisk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau