Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsergebnisse aus dem IPF verhelfen umweltfreundlichen Pulverlacken zum weiteren Durchbruch

20.09.2000


... mehr zu:
»Härtungstemperatur »IPF
Einen entscheidenden Fortschritt beim industriellen Einsatz von umweltfreundlichen Pulverlacken versprechen Forschungsergebnisse, die Wissenschaftler aus dem Institut für Polymerforschung Dresden e. V. auf
der vom 25. bis 28. September 2000 in München stattfindenden Messe MATERIALICA präsentieren werden.

Auf der Grundlage innovativer Reaktionsmechanismen unter gezieltem Einsatz von Katalysatoren ist es gelungen, neue Härtungsverfahren zu entwickeln, mit denen Probleme der Pulverlacktechnologie gelöst werden, die bisher einer Ausweitung der Einsatzgebiete von thermisch härtenden Pulverlacken im Wege standen.

Durch Kombination an sich bekannter Vernetzungsreaktionen zu einem Zweistufenhärtungsmechanismus unter Einsatz spezieller Metallorganokatalysatoren konnten sowohl die Härtungstemperaturen (<150°C) als auch die Härtungszeiten für thermisch härtende Pulverlacke in Bereiche gesenkt werden, die aus technologischer und ökonomischer Sicht attraktiv sind und die Anwendung solcher Pulverlacke künftig auch für thermisch instabile Substrate wie Holzwerkstoffe oder Kunststoff realisierbar machen. Außerdem erlaubt die Kombination von Reaktionen unterschiedlicher Reaktionsgeschwindigkeit auch bei niedrigen Härtungstemperaturen eine technologische Trennung der Prozesse Filmbildung und Vernetzung, was eine Hauptvoraussetzung für eine hohe Qualität der Lackfilme ist.

Zum Einsatz kommen z. B. Uretdionhärtersysteme, die bislang erst bei Temperaturen von mindestens 180°C aushärtbar waren. Für diese Pulverlacke wurde über den gezielten Einsatz von Katalysatoren ein völlig neuer Reaktionsweg realisiert, der künftig Härtungstemperaturen zwischen 110 °C und 150°C erlaubt. Der spezielle Katalysator liegt während der Herstellung und Applikation des Pulverlackes blockiert vor, was Grundlage für eine ausreichende Lagerstabilität der Pulverlacke ist.

Für die Pulverlackbranche bieten die Neuentwicklungen vielfältige Ansatzpunkte für chemisch-technologische Anwendungen. So sind gegenwärtig Projekte zur umformstabilen Beschichtung von Aluminiumfeinblechen und zur chemischen Fixierung von Selbstreinigungseigenschaften von Pulverlackoberflächen in Vorbereitung.
Einsatzmöglichkeiten für die Zweistufenreaktionsmechanismen werden für auch bei der Verbesserung der Lackhaftung durch chemische Kopplung in der Grenzschicht bei Mehrschichtaufbau und bei der chemischen Anbindung von Oberflächenmodifikatoren (z. B. zur Realisierung leitfähiger Oberflächen) gesehen.

Die Forschungsarbeiten wurden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts innerhalb eines Verbundforschungsvorhabens der Deutschen Forschungsgesellschaft für Oberflächen durchgeführt. Die Projektleiterin Dr. Michaela Gedan-Smolka konnte dabei auf die Kompetenzen des IPF Dresden auf den Gebieten der Polymersynthese und Polymeranalytik zurückgreifen. Die Ergebnisse des Projekts demonstrieren auch den Erfolg der in der Philosophie des Instituts angestrebten Verbindung von Grundlagenforschung mit anwendungsorientierten Fragestellungen und ingenieurtechnologischer Umsetzung.
Ihr Interesse an der Übernahme der Ergebnisse haben bereits zahlreiche Firmen angemeldet. Über Lizenzvergabe wird derzeit verhandelt.


Fachliche Rückfragen:
Dr. Michaela Gedan-Smolka
Tel.: 0351 4658-448
e-mail: mgedan@ipfdd.de

Kerstin Wustrack |

Weitere Berichte zu: Härtungstemperatur IPF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Designvielfalt für OLED-Beleuchtung leicht gemacht
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geheimtinte: Von antiken Rezepturen bis zu High-Tech-Varianten

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Neues Prinzip der Proteinbindung entdeckt

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics