Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trennen oder Zusammenhalten: Neue Verfahren zur Steuerung der Stabilität von Stoffgemischen

20.09.2000


... mehr zu:
»IPF »Polyelektrolyten
Das Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) präsentiert auf der Messe MATERIALICA vom 25. bis 28. September in München neue Verfahren zur Regulierung der Stabilität von feinverteilten Festkörpern (Partikeln)
in Flüssigkeiten. Da solche Dispersionen in unzähligen Varianten in der Natur vorkommen sowie in zahlreichen technischen Prozessen entstehen, sind effektive Verfahren zu ihrer Trennung oder aber zum Erhalt der Feinverteilung von großer wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung.

Die Forscher aus dem IPF setzten bei bereits etablierten, aber oft empirisch betriebenen technologischen Verfahren unter Einsatz von Polyelektrolyten, d. h. wasserlöslichen geladenen Polymeren oder Polymersystemen aus einem Makro-Ion und niedermolekularen Gegen-Ionen, an, die zur Flockung fein verteilter Festkörperpartikel aus Flüssigkeiten eingesetzt werden. Durch Grundlagenuntersuchungen zum Mechanismus und zu Einflussgrößen bei der Adsorption von Polyelektrolyten gelang es ihnen, Zusammenhänge aufzudecken, die eine gezielte Auswahl und das Maßschneidern von geeigneten Polyelektrolyten bzw. Polyelektrolytkombinationen für jeweils spezifische Einsatzgebiete und somit die Optimierung herkömmlicher Verfahren ermöglichen.

Als Ergebnis dieser Arbeiten sind beispielsweise die deutliche Verbesserung der Flockungswirkung (höhere Sedimentationsgeschwindigkeit, geringere Resttrübung) bei der Reinigung mikropartikelhaltiger Stoffsysteme durch Kombination eines Polykations mit einem hochmolekularen Polyanion zu nennen.
Wichtige Anwendungsgebiete solcher "Dualsysteme" sind beispielsweise die Aufbereitung verschiedener Abwässer (z. B. Kieswerke, Papierfabriken) sowie die Aufbereitung von Schlämmen aus Produktionsrückständen der Pharmazie.
Durch Einsatz kolloidaler Dispersionen von Polyelektrolyt-Komplexen als neuartige partikelförmige Flockungsmittel können auch gelöste organische Moleküle vollständig oder teilweise aus einer Lösung entfernt werden.

In anderen Anwendungen ist die Beibehaltung (Stabilisierung) der Teilchenfeinverteilung von Interesse, wie zum Beispiel bei der Stabilisierung von Farbstoffpigmenten in der Textil- oder Lackindustrie.
Moderne industrielle Einsatzgebiete von Dispersionen wie Mikroverkapselung und langsame Freigabe von Wirkstoffen (Medizin, Kosmetik, Landwirtschaft) stellen ganz besondere Anforderungen an die gezielte Steuerung von Dispersionsstabilität.

Die Ergebnisse der Dresdner Forscher können als wissenschaftlich gesicherte Basis in allen diesen Bereichen zur Verbesserung von Stofftrennungs- oder Stabilisierungsprozessen genutzt werden.
Durchgeführt wurden die Studien im Rahmen von Projekten, die durch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen gefördert wurden. Die Diplomchemikerinnen Dr. Simona Schwarz, Gudrun Petzold und Dr. Heide-Marie Buchhammer vom IPF kooperierten dabei auch mit Partnern am Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung in Golm, an der Technischen Universität Hamburg sowie bei der Firma L.U.M. in Berlin.

Direktkontakt für fachliche Rückfragen:
Dr. Simona Schwarz
Tel.: 0351 4658-333
e-mail: simsch@ipfdd.de

Kerstin Wustrack |

Weitere Berichte zu: IPF Polyelektrolyten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Marktneuheit zur Glasstec 2016: VGA-Infrarotkamera für die Glasindustrie
28.09.2016 | Optris GmbH

nachricht Diodenlaser & UV-LEDs – von der Technologie bis zum industrietauglichen Gerät
27.09.2016 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Wie Blockchain die Finanzwelt verändert

28.09.2016 | Wirtschaft Finanzen

Neue Plasmaanlage - Präzise und hoch entwickelte Chips

28.09.2016 | Physik Astronomie