Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keramik auf dem Kolben und Porzellan von der Rolle

08.08.2000


Hochleistungskeramik findet sich in vielen Gegenständen wieder, die mittlerweile zum Alltag gehören: in der Elektronik, der Medizintechnik, im Maschinen- und Fahrzeugbau oder in der Chemischen
Industrie. Auf der MATERIALICA 2000 zeigen eine Reihe von Herstellern innovative Produkte, die weit über klassische Anwendungen der Keramik hinaus gehen. Dazu zählen keramische Folien, die sich wie Kunststoff aufrollen lassen oder Keramik-Metall-Verbunde, welche die Lebensdauer von Bauteilen erheblich verlängern.

Im Motorblock des Porsche Boxster sorgen Aluminium und Keramik nebeneinander für geringen Verschleiß, geringe Toleranzen und geringen Ölverbrauch: Die Laufflächen der Zylinder sind mit hochporösen, abriebfesten Keramikhülsen verstärkt. Keramik kann Leichtbau-Metalle wie Aluminium oder Magnesium dort verstärken, wo die Metalle an ihre Grenzen stoßen: bei hohen mechanischen Belastungen oder extremen Temperaturen. Metall-Matrix-Verbunde, auch als MMC (Metal Matrix Composites) bezeichnet, vereinigen die Vorteile beider Komponenten - das geringe Gewicht des Metalls und die Beständigkeit der Keramik. CeramTech zeigt auf der MATERIALICA 2000 ein neues pulvertechnologisches Verfahren zur Herstellung von vorgeformten Keramikteilen (Preforms), die sich beim Gießen nahtlos mit dem Aluminium des Motorblocks verbinden. Die Ideen für zukünftige Anwendungen der MMC-Technik reichen von der Computerindustrie bis zur Luft- und Raumfahrt.
Keramische Folien: Porzellan von der Rolle
Porzellan begegnet uns schon beim Frühstück - als Tasse, in Form von Gebrauchs-gegenständen unseres Lebens, die nicht mehr wegzudenken sind. Porzellan vereinigt darüber hinaus Eigenschaften, die auch für technische Anwendungen von Interesse sind: Es ist beständig gegen Hitze und Chemikalien, elektrisch isolierend, dicht, und leitet die Wärme nur sehr langsam. Die Bearbeitung und Anwendung von Porzellan ist durch seine ausgeprägte Sprödigkeit beschränkt. Das Oberpfälzer Unternehmen Kerafol zeigt auf der MATERIALICA erstmals flexible Porzellanfolien unterschiedlicher Dicken von circa 200 Mikrometer bis zwei Millimeter, die beispielsweise in der Mikroelektronik und Sensorik eingesetzt werden können. Die Folien sind transparent und leicht zu formen - damit bieten sie auch Künstlern und Designern interessante Möglichkeiten.

Porzellanfolien sind eine kostengünstige Variante keramischer Folien: ein Verbund aus einem Polymer mit einem hohen Keramikanteil. Zunächst wird die Folie gegossen, das Material läuft durch einen Trocknungstunnel und liegt dann als Polymermatrix mit eingebettetem Keramikpulver vor. Diese zwischen 80 Mikrometer und einigen Millimeter dicke "Grünfolie" ist flexibel - sie kann wie jede andere thermoplastische Folie weiterverarbeitet werden: Beliebige Formen können aus der Folie gestanzt werden, eine Papierschere genügt, um sie zu schneiden, die Folien lassen sich bedrucken und laminieren. Die keramischen Folien können rasch und kostengünstig in keramische Bauteile umgesetzt werden. Dabei kann die Folie ungesintert beispielsweise als Wärmeleitfolie eingesetzt oder gesintert zu Bauteilen wie keramischen Filtern oder Sensorträgern weiterverarbeitet werden.

Kerafol gießt die Folien als Dienstleistung und entwickelt und produziert keramische Grünfolien individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Anwenders abgestimmt. Nach der Sinterung entsteht eine harte und chemisch beständige Keramik.

Verschleißschutz vom Band
Wenn ein Bauteil ausfällt, ist der Stillstand einer Maschine oder die Wartung oft deutlich teurer als das Teil selbst. Jedes Bauteil soll daher möglichst lange leben - eine Anforderung, die oft aus Kostengründen nur eingeschränkt erfüllt wird. Eine verschleißfeste Beschichtung kann oft eine Alternative zu teuren Werkstoffen sein.

Eine Panzerung gegen Abrieb und Korrosion, die leicht aufzubringen ist - das will ein hochflexibles Band der Firma Euromat leisten, das auf der MATERIALICA 2000 erstmals zu sehen sein wird. Das Band besteht aus Metalllegierungen und Zusätzen wie Hartstoffen und nur ein bis vier Prozent Bindemittel. Bei der Verarbeitung entsteht kein Staub, die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: In der Glas- und Baustoffproduktion, im Turbinenbau oder für die Bodenbearbeitung. Ob große Teile wie Pflugscharen, die definiert an den stark beanspruchten Stellen beschichtet werden, oder Kleinteile wie Ventilbolzen - die Panzerungen lassen sich mit konventionellen Verfahren wie Härten, Drehen oder Schleifen nach Wunsch nachbearbeiten.

Die MATERIALICA 2000, die 3. Internationale Fachmesse für innovative Werkstoffe, Verfahren und Anwendungen, findet als europäische Zuliefermesse für Entwickler und Einkäufer mit dem Fachkongress MATERIALS WEEK (vormals WERKSTOFF-WOCHE) und erstmalig auch der MAGNESIUM CONFERENCE vom 25. bis 28. September 2000 auf der neuen Messe München statt.
Weitere Informationen zur MATERIALICA 2000 finden Sie im Internet unter der Adresse http://www.materialica.de.

Ansprechpartner
für die Presse: für Aussteller:

Ellen Richter-Maierhofer Robert Metzger
Pressereferat MATERIALICA Projektleiter MATERIALICA
Messe München GmbH Messe München GmbH
D-81823 München D-81823 München
Tel.: +49 (0) 89/949-20650 Tel.: +49 (0) 89/949-20370
Fax: + 49 (0) 89/949-20659 Fax: + 49 (0) 89/949-20379
E-mail: richter-maierhofer@messe-muenchen.de
 E-mail: info@materialica.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Thomas Karsch |

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt MATERIALICA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie