Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cleanrooms Europe und SMT/ES&S/Hybrid: Partikel von rauhen Oberflächen differenzieren

30.05.2000


Der portable »Surface Contamination Counter (SCC)« erkennt Partikel selbst auf rauhen Oberflächen ohne Probenahmeverluste. Weitere Themen auf der Cleanrooms Europe und der SMT/ES&S/Hybrid
sind lokale Reinigungsverfahren und IT-Lösungen für COB-Technologien.

Auf rauhen Oberflächen sind Partikel nur schwer zu erkennen, weil sie sich optisch kaum vom Untergrund abheben. Besonders bei automatischen Messungen ist das ein Problem. »Ohne ausreichenden Kontrast kann ein optisches Messsystem nicht unterscheiden, ob eine bestimmte Struktur eine Verunreinigung ist oder noch zum Substrat gehört«, erklärt Ralf Grimme, Spezialist für Reinigungsverfahren in hochreinen Produktionen am Fraunhofer IPA. Auf dem Markt ist darum derzeit auch kein Gerät erhältlich, das auf einer beliebigen technischen Oberfläche in einem direkten Verfahren Partikel automatisiert, zuverlässig und schnell detektiert. Das soll sich jedoch bald ändern.

Die bislang eingesetzten Alternativen sind entweder nicht sehr genau oder sehr zeitaufwendig. So werden bei indirekten Verfahren zunächst die Verunreinigungen von der Oberfläche abgelöst und erst anschließend erfasst - allerdings mit einer Fehlerquote von bis zu 80 Prozent. Eine verlässliche Aussage über die Partikelbelegung einer Oberfläche ermöglichte bisher nur das zeitintensive Auszählen unter einem Mikroskop - vorausgesetzt, dass die Proben nicht zu groß waren. Grimme und seine Kollegen haben ein automatisiertes Messverfahren entwickelt, das hier eine Lösung bietet. Dafür machten sie sich die Streiflichtechnik zunutze. Sie erzeugt bei den unterschiedlichsten Materialien und Oberflächen den für eine messtechnische Erfassung nötigen Kontrast.

Um dieses Detektionsverfahren einem möglichst breiten Kreis von Anwendern zugänglich zu machen und damit es nicht nur auf das Labor beschränkt bleibt, haben sie außerdem ein portables Messgerät entwickelt. Der »Surface Contamination Counter (SCC)« ermöglicht direkte Partikelmessungen ohne Probenahmeverluste. Je nach Oberfläche weist er Partikel ab einem Mikrometer nach, auch auf Objekten wie Prozessgeräten, Gehäusen oder Reinraummobiliar, die sich wegen ihrer Größe bisher nur schwer vermessen ließen. Anwendungsmöglichkeiten für den SCC sieht Grimme überall, wo es um Fertigungsprozesse geht, bei denen die Reinheit der Teile eine besonders wichtige Rolle spielt, »beispielsweise zum Optimieren von Reinigungsverfahren in der Optik, Feinwerk- oder Mikrotechnik oder auch in der Lackiertechnik bei der Suche nach Lackeinschlüssen«.

Der »Surface Contamination Counter« besteht aus zwei Teilen. Einer Bedienkonsole mit einem leistungsstarken Akku für den netzunabhängigen Betrieb, die die Steuerungs- und Auswerteaufgaben übernimmt, und einem handlichen Messkopf, den der Bediener in jeder beliebigen Lage und Orientierung auf die zu untersuchende Oberfläche aufsetzen kann. Reicht der Standardmesskopf nicht aus, entwickeln die Stuttgarter Wissenschaftler im Auftrag auch einen anderen, der speziell auf die besondere Messaufgabe zugeschnitten ist. Großen Wert haben sie auf eine möglichst einfache Bedienbarkeit des Messgeräts gelegt. Eine spezielle Ausbildung ist nicht nötig. Alle erfassten Messdaten und Oberflächenbilder sind direkt am Messgerät abrufbar, lassen sich aber auch einfach auf einen PC übertragen und dort archivieren und weiterverarbeiten.

Neben weiteren Exponaten zum Thema Oberflächen-Messtechnik wird der »SCC« vom 28. bis 30. Juni 2000 auf der Cleanrooms Europe in Frankfurt vorgestellt: Halle 6, Stand B 31

Er ist ebenfalls auf dem VDI/VDE-Gemeinschaftsstand »Elektronik und Mikrosystemtechnik - von der Idee zum Produkt«, vom 27. bis 29. Juni 2000 auf der SMT in Nürnberg zu sehen. Ein weiteres Highlight dort ist die lokale Reinigung mikroelektronischer und mikrotechnischer Bauteile. Die Laser- und die CO2-Reinigung bieten dem Anwender neue Möglichkeiten zur schonenden Reinigung von Bauelementen. Sie sind auf die kontaminierte Fläche begrenzt und beeinträchtigen keine benachbarten Strukturen oder Bauelemente. Darüber hinaus zeigt das Fraunhofer IPA neueste Entwicklungen zur Magazinierung mikrotechnischer Bauteile, Lösungen für den Material- und Informationsfluss beim Einsatz der COB-Technologie in mittelständischen Unternehmen sowie Werkzeuge zur Fertigungsplanung und Steuerungsstrategien, die Rüstzeiten optimieren, Durchlaufzeiten reduzieren und die Produktivität in der Multiprodukt-Elektronikfertigung steigern.

Nürnberg: SMT/ES&S/Hybrid, VDI/VDE-IT-Stand, Halle 3

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Cleanrooms Europe: Dipl.-Ing. Ralf Grimme
Telefon: 0711/970-1180, Telefax: 0711/970-1007, E-Mail: rlg@ipa.fhg.de

SMT/ES&S/Hybrid: Dipl.-Ing. Gerd Bauer
Arbeitsgemeinschaft »Industrieplattform Modulare Mikrosysteme«
Telefon: 0711/970-1105, Telefax: 0711/970-1007, E-Mail: gdb@ipa.fhg.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner |

Weitere Berichte zu: Contamination Reinigungsverfahren SCC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen