Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

POWTECH 2001: Der "Katheter" im Silo beugt Verstopfungen vor

09.03.2001


... mehr zu:
»POWTECH »Pulverpartikel »Silo
Sonde misst Fließgeschwindigkeit von Partikeln auch im Inneren von Pulverschichten

Wer kennt sie nicht, die Silos auf Baustellen. In ihnen wird meist Zement, Kalk, Gips oder ein anderes pulverförmiges Material eingefüllt, gelagert und später wieder abgefüllt. Doch die Fließprozesse in Silos haben es in sich, denn Pulver ist nicht gleich Pulver. Sind die Pulverpartikel sehr klein, fließen sie plötzlich nicht mehr so gut. Im Innern eines Schüttgutsilos bewegen sie sich nur noch in einem engen Schacht über der Ausflussöffnung. Im Extremfall können die Pulverpartikel an dieser Öffnung sogar eine so genannte Brücke bilden und dann fließt kein Pulver mehr - das Silo ist verstopft.

Um solche Havarien zu vermeiden, haben Wissenschaftler der Professur Technische Thermodynamik der Technischen Universität Chemnitz ein neues Werkzeug entwickelt, mit dem das Fließverhalten, genauer gesagt die Geschwindigkeit der Pulverpartikel in Schüttungen systematisch ermittelt werden kann. Die Forscher unter Leitung von Dr. Dieter Petrak stellen ihr neues Geschwindigkeitsmesssystem zum ersten Mal vom 27. bis 29. März 2001 auf der Internationalen Pulvermesse POWTECH in Nürnberg (Halle 9, Stand 223) vor. An der Entwicklung beteiligt waren auch das Chemnitzer Unternehmen parsum, das sich aus der Uni ausgegründet hat, und die Firma Eurospace Technische Entwicklungen in Flöha.

Wie funktioniert das Prinzip des neuen Messsystems? Um die Geschwindigkeit des Pulvers messen zu können, müssen die einzelnen Partikel erst einmal ein Signal erzeugen. Dazu werden die Pulverpartikel mit Hilfe von lichtleitenden Glasfasern beleuchtet. Das von den Partikeloberflächen gestreute und reflektierte Licht trägt dann sozusagen die Geschwindigkeitsinformation in sich, die mittels Signalanalyse herausgefiltert wird. Das Messsystem besteht aus einem wie ein medizinischer Katheter aussehender stabförmiger Sensor (Außendurchmesser: zwei Millimeter), der in die Pulverschüttung eingeführt wird. An seiner Spitze endet eine Faseroptik, die gleichzeitig als Lichtsender und Lichtempfänger wirkt.

Das Chemnitzer Verfahren ist nicht das einzige zur Messung der Geschwindigkeit von Pulverpartikeln in fließenden Pulverschichten. Weitere Methoden sind die beispielsweise an der TU Braunschweig angewandten Verfahren der "Particle Image Velocimetry" und der "Particle Tracking Velocimetry", die eine so genannte CCD-Kamera benutzen. Diese Verfahren können jedoch nur an den Oberflächen der fließenden Pulver eingesetzt werden. Dem gegenüber kann das Chemnitzer Verfahren auch im Innern von Pulverschichten Geschwindigkeiten messen und das auch für sehr feine Pulverpartikel in der Größe von einem tausendstel Millimeter.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Professur Technische Thermodynamik, Telefon (03 71) 5 31 - 47 17, Fax (03 71) 5 31 - 23 49, E-Mail petrak@imech.tu-chemnitz.de , http://www.tu-chemnitz.de/mbv/TechnThDyn

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | idw

Weitere Berichte zu: POWTECH Pulverpartikel Silo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017
26.06.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie