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Drehgestell-Diagnose per Telematik und Fahrplanauskunft in Echtzeit

14.08.2002


Forscher präsentieren Ergebnisse auf der InnoTrans 2002


InnoTrans 2002 - Internationale Fachmesse für Verkehrstechnik Innovative Komponenten, Fahrzeuge, Systeme (24. - 27. September 2002)

Die InnoTrans 2002 ist nicht nur die internationale Leitmesse der Schienenverkehrstechnik, sondern zugleich auch eine bedeutende Plattform zur Präsentation neuester Forschungsergebnisse für die Branche. Videobasierte Gefahrraumüberwachung, Online-Auskunftssysteme für den Straßen- und Schienenverkehr, Onboard-Diagnose von Drehgestellen, Messsysteme für Rollgeräusche - das sind einige der Themen, mit denen die Forscher auf der InnoTrans 2002 aufwarten. Namhafte Einrichtungen wie die TU Berlin und die Fraunhofer-Gesellschaft nutzen die Internationale Fachmesse für Verkehrstechnik zur Vorstellung ihrer Projekte und Ergebnisse.


So können sich die Fachbesucher am Messestand des Forschungsmarktes Berlin über die Aktionsfelder des Interdisziplinären Forschungsverbundes (IFV) Bahntechnik, über ein Diagnosesystem für Güterwagendrehgestelle und über ein Programm zur Vorhersage des Schalls rollender Eisenbahnräder informieren. Das System zur Messung von Rollgeräuschen wurde komplett am Fachgebiet Schienenfahrzeuge der Technischen Universität Berlin entwickelt, berichtet Professor Markus Hecht. Es ist in der Lage, im Fahrversuch die gemessenen Schwingungssignale von vier Körperschallaufnehmern zu übertragen. Ziel ist es, die Schallemissionen zu minimieren.

Das Fachgebiet arbeitet im IFV Bahntechnik gemeinsam mit anderen Fachgebieten der TU Berlin, weiteren wissenschaftlichen Institutionen und Firmen wie Deutsche Bahn AG und Bombardier Transportation an verschiedenen Themen zum Schienenverkehr, sagt IFV-Geschäftsführer Rainer Miller. Das Leistungsspektrum des IFV Bahntechnik reicht von der Akquisition von Projekten und Fördermitteln über das Management bei F+E-Projekten und die Organisation internationaler Fachtagungen bis zur Weiterbildung für Ingenieure.

Life Cycle Unit für Güterwagendrehgestell

Das neuartige Diagnosesystem für Güterwagendrehgestelle dient der zustands-abhängigen Instandhaltung und wird im Rahmen des Forschungsverbund-Projektes "LEIchtes und LärmArmes GüterwagenDreh-Gestell LEILA-DG" am Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin entwickelt. LEILA-DG wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und gemeinsam vom Fachgebiet Schienenfahrzeuge der TU Berlin und dem IFV Bahntechnik geleitet. Partner aus der Wirtschaft sind das DB AG Bahn-Umwelt-Zentrum, der Bochumer Verein Verkehrstechnik sowie die Unternehmen Freudenberg Schwingungstechnik Industrie, Josef Meyer Waggon, SAB Wabco und SFE.

TU-Professor Günther Seliger erläutert, dass dabei eine telematikbasierte Life Cycle Unit als Diagnosesystem zum Einsatz kommt. Mit ihrer Hilfe sollen die Betriebskosten verringert, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erhöht werden. "Der Zustand sämtlicher Komponenten wird über Prozessdaten des gesamten Lebenszyklus’ erfasst und analysiert", betont der Professor. "Wir sind jetzt erstmals in der Lage, ein wirtschaftliches Onboard-Diagnosesystem in einem neu konzipierten Drehgestell für alle Güterwagentypen zu integrieren."

Online-Auskunftssystem mit SMS-Dienst

Am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft präsentieren die Institute für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) und Informations- und Datenverarbeitung (IITB) sowie die Technologie-Entwicklungsgruppe (TEG) ihre Forschungsergebnisse. Die Besucher der InnoTrans können sich nicht nur über die Exponate und Projekte informieren, sondern diese auch selbst erleben und ausprobieren. Das Verkehrsinformationsterminal des Fraunhofer IVI beispielsweise versorgt Interessierte unter anderem mit videobasierten Echtzeitinformationen zur Straßenverkehrslage in Dresden sowie mit Daten zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und öffentlichen Fernverkehr (ÖV). "Das derzeitige Online-Auskunftssystem", so Projektleiter Ulf Jung, "stellt die aktuelle Ausbaustufe des zu entwickelnden intermodalen Mobilitätsregelungs- und -informationssystems dar."

In diesem System ist bereits eine SMS-Echtzeit-Fahrplanauskunft für den ÖPNV im Raum Dresden sowie die automatisierte, natürlichsprachliche Telefonauskunft "DORIS" implementiert und für den Kunden nutzbar. Die Anwendung ist Teil des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Leitprojektes "intermobil Region Dresden". Zum interdisziplinären Forschungskonsortium gehören neben dem Fraunhofer IVI zwölf weitere Partner, wie die Träger der Nahverkehrssysteme (VVO, DVB AG, DB Regio AG), die Landeshauptstadt Dresden und die TU Dresden sowie Industriepartner (Alcatel, Siemens, CSC Ploenzke) und Consulting-Unternehmen.

Videobasierte Gefahrraumüberwachung

Außerdem präsentiert das IVI ein Exponat zur videobasierten Gefahrraum-überwachung im Schienenverkehr. Hierbei handelt es sich um die Hinderniserkennung - zum Beispiel von Personen, Straßenfahrzeugen oder Gegenständen - im Lichtraumprofil mobiler Schienenfahrzeuge sowie die stationäre Bahnsteigüberwachung. Am Bildschirm werden den Messestandbesuchern einschlägige Sequenzen aus der Praxis vorgeführt. Ein weiteres Produkt hat den europäischen Schienenverkehr zum Inhalt. ProMain ist ein thematisches Netzwerk der Europäischen Union. Es zielt darauf, Maßnahmen vorzuschlagen und einzuleiten, mit denen die Leistungsfähigkeit der Eisenbahninfrastruktur verbessert wird. Die Experten des Fraunhofer IITB werden die bisherigen Aktivitäten aus dem Bereich kostengünstiger Alternativen für Fahrwege und neuer Instandhaltungsstrategien vorstellen und erläutern.

Wolfgang Wagner | ots
Weitere Informationen:
http://www.innotrans.de

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