Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel und Wasserschutz: DBU auf der IFAT 2008

29.04.2008
Weltgrößte Umweltmesse mit Thema "Küsten- und Hochwasserschutz"
- 850 Projekte mit 150 Millionen Euro gefördert

Herausforderung "Zukünftige Wasserversorgung": Nach dem neuesten Bericht des Welt-Klimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) dürfte vor allem die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser zu einem der wichtigsten Probleme in einer wärmeren Welt werden.

Die Wasserwirtschaft müsse sich entsprechend anpassen. Was darunter zu verstehen ist, zeigt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Förder-Beispielen vom 5. bis 9. Mai auf der 15. Internationalen Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, der IFAT, in München. Am DBU-Gemeinschaftsstand in Halle A 4 (Stand Nr. 203/ 302) präsentieren die Projektpartner technische Neuheiten vom Hochwasserschutz bis zur innovativen Abwasserreinigung und Wasserkreislaufführung. "Seit ihrer Gründung 1991 hat die DBU auf dem Wassersektor über 850 Projekte mit mehr als 150 Millionen Euro gefördert", unterstreicht DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde dieses Engagement.

In einigen Regionen der Erde, so die Experten des 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten IPCC, würde Wasser zukünftig knapper werden, in anderen nähmen Niederschläge stark zu. Dem trägt die IFAT, die als weltweit größte Messe für Umwelt und Entsorgung gilt, mit dem neuen Messethema Rechnung: dem Küsten- und Hochwasserschutz. Für Innovationen auf diesem Gebiet mache sich die DBU seit langem stark, so Brickwedde: "Die Belange einer nachhaltigen Wasserwirtschaft entsprechen dem Leitbild unserer Stiftung". Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels sei eine ökologisch ausgerichtete Anpassung - etwa im vorsorgenden Gewässerschutz - wichtig.

Beispiel "vorbeugender Hochwasser- und Naturschutz": Der Boden gilt als ein natürlicher Wasserspeicher. Nach lang andauerndem Niederschlag ist die oberste Bodenschicht jedoch schnell wassergesättigt. Die Folge: Das Wasser kann nicht weiter versickern, fließt ab in das bestehende Kanalsystem und führt dort nicht selten zu dessen Überlastung. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen befördert es die Erosion und beeinträchtigt die Bodenfruchtbarkeit.

Die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker aus Hoppegarten hat mit Hilfe der DBU ein Verfahren entwickelt, das das Wasserfassungsvermögen des Bodens ermittelt. Die Firma erstellt entsprechende Bodenkarten und gibt Empfehlungen für eine Bodenbewirtschaftung ab, die das Wasser besser versickern lässt.

Außerdem schlägt sie Maßnahmen vor, wie der Wasserabfluss verzögert und Oberflächenwasser vermieden wird. Neben der ökologischen Abfederung von Hochwasserfolgen dient dieses Projekt dem Naturschutz sowie dem verbesserten Boden- und Grundwasserhaushalt.

Hochwasser-Rückhaltebecken erfüllen wichtige Aufgaben für den Hochwasserschutz, beeinträchtigen aber die Ökologie von Fließgewässern nachteilig: Naturnahe Uferflächen verschwinden; der Stau im Becken mindert die Fließgeschwindigkeit und die Durchgängigkeit für Fische, problematisches Treibgut lagert sich ab.

Eine naturschutzgerechte ökologische Umgestaltung von Rückhaltebecken ist jedoch möglich, wie das modellhafte Beispiel des Hochwasser-Rückhaltebeckens Grimmelshausen an der Werra zeigt: In dem gemeinsam vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Thüringen mit dem Hydrolabor Schleusingen durchgeführten DBU-Projekt wird das Wasser durch technische Maßnahmen für Flusslebewesen wieder passierbar gemacht, Treibgut ferngehalten. Hochwasser- und Naturschutz werden in Einklang gebracht.

Angesichts zunehmender Starkregenereignisse verschmutzen überlastete Kanalisationssysteme die Gewässer mittlerweile stärker als biologische Kläranlagen. Die Firma tandler.com aus Buch am Erlbach hat mit DBU-Unterstützung eine Software entwickelt, mit deren Hilfe bestehende Kanalnetze digital erfasst und Kanalabflüsse - inklusive Schmutzfracht - zuverlässig berechnet werden können.

Gleichzeitig ist es möglich, das gesamte Fassungsvermögen eines Kanalsystems - und damit potenziellen Raum zum Speichern des Wassers

- zu bestimmen. Durch systematischen Einsatz von Klappen oder Abflussbremsen kann der unterirdische Wasserabfluss verzögert und dadurch das Speichervermögen des Kanalsystems bestmöglich ausgenutzt werden. Der Effekt: Wasser kann bei Regen zurückgehalten werden.

Zugleich wird der Kanal gereinigt, seine Funktionsfähigkeit wird dauerhaft erhalten und Kosten werden gesenkt.

Neben diesen und weiteren Projekten zeigt die DBU in direkter Nachbarschaft zum Messestand zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) in Halle A 4 erstmalig die gemeinsame interaktive Ausstellung "WasserWissen".

Besucher erhalten dort spannende Einblicke in die Welt des Wassers.
Pünktlich zur IFAT präsentieren DBU und DWA auch die Neuauflage ihrer gemeinsamen kostenlosen Broschüre "Wasser. Intelligent nutzen - nachhaltig schützen". Die in der 64-seitigen Publikation vorgestellten 23 DBU-Projekte stammen aus den Bereichen Grund- und Trinkwasser, Gewässerschutz, Wassernutzung und Kreislaufführung, Abwasserreinigung und Kommunikation. Sie ist erhältlich als Download unter www.dbu.de/publikationen oder per E-Mail: info@dbu.de.

Franz-Georg Elpers | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.sieker.de
http://www.vorort.bund.net/thueringen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften