Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Methoden der In-Vitro Vermehrung von Rohstoffpflanzen auf der NAROSSA 2002

06.06.2002


Für die Hochschule Wismar präsentiert Prof. Dr. rer. nat. Manfred Sellner vom Fachbereich Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik eine neuartige Methoden zur In-Vitro Vermehrung von Rohstoffpflanzen auf der NAROSSA 2002 vom 9.06. bis 11.06. in Magdeburg. Die internationale Messe NAROSSA ist auf dem besten Weg, sich als Leitmesse auf den beiden Themenfeldern nachwachsende Rohstoffe und Pflanzenbiotechnologie zu etablieren. Sie ist eine hervorragende Kontaktbörse, die Forscher, Hersteller und Handel zusammenführt und den Technologietransfer ermöglicht. Dort sollen die Resultate und der Versuchsaufbau ausgestellt werden, die in Zusammenarbeit mit Frau WissOR Dr. Karin Sonntag von der Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Groß Lüsewitz erarbeitet wurden.

Hinter der o.g. Thematik verbirgt sich folgendes: Bekanntermaßen kann eine Pflanze mit besonders wünschenswerten Eigenschaften über Stecklinge oder Ableger vermehrt werden. Alle Tochterpflanzen haben dann die gleiche Erbinformation wie die Mutterpflanze, sie sind genetisch identisch und bilden einen sogenannten Klon. Die Biotechnologie bietet die Möglichkeit, die Stecklinge immer kleiner zu machen bis hin zur Ebene einzelner Zellen, die weniger als ein zehntel Millimeter groß sind. In einer geeigneten Nährlösung kann man unter keimfreien Bedingungen im Glaskolben, d.h. In-Vitro, diese Zellkulturen zunächst nahezu beliebig vermehren. Ein Glasgefäß in der Größe eines Trinkglases kann dabei leicht mehrere Hunderttausend oder Millionen Pflanzenzellen enthalten. Diese Zellen können wieder zu kompletten Pflanzen regenerieren werden. Dazu muss die Nährlösung mit Argar zu einer Gallerte verfestigt werden, auf die die Zellen aufgebracht und mehrfach umgesetzt werden. Die Resultate, nahezu gleichartig gewachsene gesunde Pflanzen, kann man heute fast in jeder Gärtnerei sehen (mit Gentechnik hat dies im übrigen nichts zu tun).

Ein Nachteil dieser Technik, die schon zur Vermehrung viele Pflanzenarten von der Erdbeere zur Gerbera angewandt wird, liegt auf der Hand: Das "Vereinzeln" und mehrfache Umsetzen der winzigen Zellen ist sehr arbeitsintensiv und damit teuer. Zudem können die kleinen Pflanzen dabei durch Mikroorganismen geschädigt werden. Deshalb wurde eine Methode entwickelt, bei der die pflanzlichen Explantate in bestimmten Zeitintervallen wenige Minuten von einem Flüssigmedium überspült werden, eine sogenannte temporäre Immersiontechnik. Je nach Entwicklungsstand der Pflanzen werden bestimmte Nährstoffe und Hormone in die Flüssigkeit hinzu dosiert. Die gesamte Regeneration erfolgt automatisch ohne Umsetzen auf ein festes Medium.

Erste Resultate mit dem temporären Immersionssystem RITA (= Recipient a Immersion Temporaire Automatise) für nachwachsende Rohstoffpflanzen sind sehr vielversprechend. Sprossabschnitte vom Raps regenerierten problemlos zu ganzen Pflanzen. Die Pflanzen waren von sehr guter Qualität und wiesen keine Vitrifikation auf, d.h. eine "Verglasung", die bei konventionellen In-Vitro Verfahren vorkommen kann. Weiterhin konnte die Biomassen von Kulturen des Wiesenlabkrautes um den Faktor 50 in 42 Tagen im Rita-System vervielfältigt werden. Versuche mit Krambe waren allerdings bei den bisherigen Bedingungen erfolglos, für Hanf werden die Möglichkeiten derzeit geprüft

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. M. Sellner, Tel.: (03841) 753 627 bzw. E-Mail: m.sellner@mb.hs-wismar.de.

Dipl.-Ing. Kerstin Baldauf | idw

Weitere Berichte zu: In-Vitro NAROSSA Rohstoffpflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit