Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aluminium bildet Legierungen für chirurgische Implantate

16.01.2007
Im Rahmen des ALUSI-Projekts untersuchte man die Möglichkeiten von Aluminiumlegierungen mit ausgezeichneter Verschleißbeständigkeit, um für chirurgische Hüft- oder Knieimplantate als Biomaterialien eingesetzt zu werden.

Durch einen thermischen Oxidationsprozess besitzt eine mit Aluminiumoxid beschichtete, hoch spezialisierte Legierung, Fe-20Cr-5Al (PM 2000), das Potenzial, um als Biomaterial verwendet zu werden. Anders als bislang verwendete Biomaterialien besteht diese Neuheit weder aus Nickel, der als potenziell allergenes und krebsauslösendes Element gilt, noch aus dem geostrategischen Element Kobalt.

Das entstandene Produkt ist durch hervorragende mechanische Eigenschaften gekennzeichnet, die gleich- oder sogar höherwertig als bei den meisten allgemein verwendeten Biomaterialien sind. Es wurde nachgewiesen, dass besonders die Legierung in ihrem Zustand vor der Oxidierung hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit sehr leistungsfähig ist und auch bei Reibung nur eine sehr geringe Ionenfreisetzung aufweist. Vor allem ist das Bioverträglichkeitsverhalten des neuen Materials sehr gut und ähnelt dem von bekannten Stoffen wie Aluminiumoxid. Im Vergleich zu anderen Materialien mit bioinerten Beschichtungen besitzt PM2000 eine äußerst hohe Ermüdungsgrenze und es kommt auch bei der Verformung der Beschichtung nur sehr schwer zu Rissen.

Das fortgeschrittene thermische Oxidationsverfahren verstärkt die Möglichkeiten zur Entwicklung einer sehr dünnen, etwa 5 Mikrometer starken äußeren Aluminiumoxidschicht. Durch das Verfahren kann auch die Dichte im Vergleich mit Kobalt-Chrom-Legierungen deutlich reduziert werden. Durch diese Methode zur Oberflächenveränderung entsteht ein einfaches, verschmutzungsfreies und kosteneffektives Verfahren. Trotz der Form des Bauteils ist bei der Beschichtungsdicke die Homogenität gegeben, ohne dass die Abmessungstoleranz des Bauteils verändert wird.

... mehr zu:
»Biomaterial »Implantat

Aufgrund seines weichen ferromagnetischen Verhaltens kann PM2000 nicht in starken Magnetfeldern wie in der nuklearmagnetischen Resonanz (NMR) verwendet werden. Deshalb eignet es sich nicht zur Benutzung in bestimmten medizinischen Geräten. Doch zu diesem Zweck strebt man nach alternativen Steuerungsverfahren. Es wird nach einer Zusammenarbeit mit Herstellern von chirurgischen Implantaten für die Anwendung von spezialisierten Komponenten gesucht.

Dr. Jose Luis Gonzalez | ctm
Weitere Informationen:
http://www.cenim.csic.es

Weitere Berichte zu: Biomaterial Implantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften