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Mehr Spenderherzen durch neue OP-Technik

21.09.2006
Eine neue Technik von Siemens verbessert die Chancen von schwer kranken Herzpatienten, an ein geeignetes Spenderorgan zu kommen.

Durch die Zusammenlegung der so genannten Koronar-Angiographie und der Herzchirurgie in einem Raum ist es erstmals möglich, ein Herz mit einer Verengung am Herzkranzgefäß (Stenose) zu transplantieren und das Gefäß anschließend sofort zu weiten. Somit können Spenderherzen eingepflanzt werden, die wegen dieses Defekts bisher für eine Transplantation nicht geeignet waren. Der weltweit erste Operationssaal mit einem solchen Hybridraum steht im Herzzentrum Essen.

Bisher konnten die Arbeitsfelder von Angiographie und Herzchirurgie nicht miteinander kombiniert werden. Die Herzchirurgie benötigt zum Beispiel einen feststehenden Tisch und ein oberhalb installiertes Belüftungsfeld, das die Umgebung steril hält. In der Angiographie dagegen nimmt eine fest integrierte Röntgenröhre den Platz über dem Tisch ein, der zudem beweglich sein muss, damit der Kardiologe ihn während des Eingriffes in einem Nebenraum außerhalb des Röntgenfelds mit einem Joystick bewegen kann.

Der im Herzzentrum installierte Hybridraum erfüllt beide Kriterien. Herzstück ist ein spezieller, feststehender Tisch, der sich um 30 Grad drehen lässt. Ein so genannter Angiographie-C-Bogen, ein bewegliches, halbkreisförmiges Röntgengerät, in dessen Mitte der Patient positioniert wird, ersetzt die feste Röntgenröhre. Wegen der geringeren Strahlenbelastung können die Ärzte im Raum bleiben. Wird ein Herz mit einer Stenose transplantiert, drehen die Ärzte den Patient im 30 Grad-Winkel aus der sterilen, belüfteten Zone und durchleuchten ihn für eine Gefäßerweiterung mit dem C-Bogen.

Ein weiterer Vorteil der Lösung ist die Möglichkeit von Diagnose und Therapie am selben Tisch. Statt den Patienten nach einer Diagnose des Krankheitsbildes in einen OP-Saal zu transportieren, erfolgt der Eingriff gleich vor Ort. Dem Patienten wird schneller geholfen. Der Arbeitsablauf ist effizienter, was dem Krankenhaus letztlich Geld spart. Das diese Lösung Potenzial hat, dessen sind sich mittlerweile auch ausländische Krankenhäuser bewusst: Vor allem amerikanische Mediziner informieren sich vermehrt über den Hybridraum.

(IN 2006.09.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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