Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Navigationstechnologie für minimal-invasive Interventionen

22.12.2005


Siemens und CAS innovations beschließen Zusammenarbeit

Siemens Medical Solutions und die CAS innovations AG haben einen Kooperationsvertrag im Bereich der elektromagnetisch gesteuerten Navigation unterzeichnet. Durch die Kombination des Angiographiesystems Axiom Artis dBA von Siemens und der CAPPA-Navigation von CAS innovations wird ein neues medizintechnisches Verfahren geschaffen, das die Navigation bei minimalinvasiven Eingriffen, wie zum Beispiel bei Leberbiopsien, mit viel geringeren Strahlendosen und weniger Kontrastmittel ermöglichen wird. Die Methode verwendet das elektromagnetische Tracking und erleichtert Eingriffe bei Operationen mit Katheter und Nadelplatzierungen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen wird die medizinische Anwendung dieser Technologie entscheidend vorantreiben.

Bisher setzt man elektromagnetisches Tracking hauptsächlich in nicht-medizinischen Bereichen ein, beispielsweise bei der Lagebestimmung von Kopf oder Händen einer Person in Virtual-Reality-Anwendungen oder für biomechanische Analysen. Derzeit werden erste Versuche zur Anwendung im chirurgischen Bereich durchgeführt, etwa zur Positionsverfolgung von biegsamen Endoskopen im Körper.

Künftig kann die Navigationslösung auch unterstützend bei allen Katheteranwendungen und Nadelplatzierungen eingesetzt werden. Ein Sensor an der Katheterspitze misst das elektromagnetische Feld eines Senders, das zur Berechnung der jeweiligen Position und Ausrichtung der Katheterspitze verwendet wird. Diese Daten werden in Echtzeit an einen Rechner übertragen, der die Lage des Katheters auf einem Monitor anzeigt und mit einer zuvor aufgenommenen dreidimensionalen Röntgendarstellung des Interventionsgebiets vergleicht. Besonders vorteilhaft ist dieses Verfahren für langwierige Interventionen oder Untersuchungen, da es für eine bessere räumliche Orientierung und somit für eine schnellere und sicherere Navigation zum Zielort sorgt. Außerdem werden sowohl die erforderliche Strahlendosis als auch die benötigte Kontrastmittelmenge erheblich verringert.

Das Gemeinschaftsprojekt von Siemens und CAS innovations wird in zwei Phasen durchgeführt: Zuerst wird die elektromagnetische Navigationslösung CAPPA mit dem Angiographiesystem Axiom Artis dBA verbunden und die Arbeitsgenauigkeit des Gesamtsystems an Phantomen demonstriert. In der zweiten Phase werden an verschiedenen Standorten umfassende klinische Studien durchgeführt. Beide Unternehmen streben eine langfristige Zusammenarbeit an, damit diese innovative Technologie Ärzten und Patienten zugänglich gemacht werden kann.

„Das elektromagnetische Tracking wird bildgeführte Interventionen unter dreidimensionaler Bildgebung erheblich verbessern. Diese Technologie wird das medizinische Äquivalent des GPS werden und so Patienten und klinischem Personal nutzen“, so Dr. Norbert Gaus, Leiter des Geschäftsgebiets Angiographie, Durchleuchtung und Radiographie bei Siemens Medical Solutions. „Siemens wird bei der Implementierung dieser Methode die führende Rolle übernehmen.“

„Wir sind überzeugt, dass diese strategische Allianz beiden Partnern bei der schnellen Marktdurchdringung der Technologie der elektromagnetisch navigierten Platzierung von Kathetern und Nadeln in der interventionellen Radiologie helfen wird“, sagte Dr. Ralf Petzold, Vorstand der CAS innovations AG. „Die Erweiterung der Produktfamilie CAPPA mit elektromagnetischem Tracking und die Integration in die Siemens- Bildgebung passt zu unserer Strategie – wir wollen verstärkt Gesamtlösungen für Anwendungen im Bereich der computergestützten Planung und Positionierung anbieten.“

Die CAS innovations AG ist in Erlangen angesiedelt, beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter und bietet Lösungen für die Navigation in der Chirurgie an. Mit Hilfe optischer und elektromagnetischer Tracking- Technologien ermöglicht CAS innovations die Navigation starrer und biegsamer Instrumente mit großer Genauigkeit. Die Produktfamilie CAPPA (Computer Assisted Planning and Positioning Applications) wird in den Bereichen CAOS (Computer Assisted Orthopaedic Surgery) und HNO-Chirurgie eingesetzt. Zu CAPPA gehören auch die präoperative 3D-Planung und die navigierte Therapie.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 33 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2005 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,6 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,6 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1 Mrd. €.

Bianca Braun | Pressereferat Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.cas-innovations.de/
http://www.siemens.com/medical

Weitere Berichte zu: CAPPA CAS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops