Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Koronare Herzkrankheit: Weniger Gefäßverengungen mit beschichteten Stents

16.12.2005


Zur Erweiterung verengter Gefäße bei koronarer Herzkrankheit (KHK) setzen Ärzte heute Stents ("Gefäßkatheter") ein. Stents können innen mit unterschiedlichsten Materialien beschichtet sein. Dabei beeinflussen spezielle Beschichtungsmaterialien eine mögliche erneute Verengung durch Ablagerungen im Bereich der Stents. Das ist das Ergebnis des neu vorliegenden HTA-Berichts, der im Auftrag der Deutschen Agentur für Health Technology Assessement des DIMDI (DAHTA@DIMDI) erstellt wurde. Der vollständige Bericht erscheint erstmals auch im neuen HTA-eJournal bei German Medical Science (gms).

Bisher galt eine erneute Verengung im Bereich des Stents, die so genannte In-Stent-Restenose (ISR), als wesentlich limitierender Faktor für den Einsatz von Stents. Heute geben spezielle Beschichtungen Hoffnung auf geringere Restenoseraten und weniger Komplikationen, wie z.B. Herzinfarkt.

Um dies zu untersuchen, werteten die Autoren des Berichts 26 randomisiert kontrollierte Studien mit zehn verschiedener Beschichtungstypen aus. Sie stellen fest, dass mit Heparin, Silicon-Carbid, Carbon oder PTFE beschichtete Stents sich in ihrer medizinischen Wirksamkeit nicht signifikant von unbeschichteten Stents unterscheiden. Dagegen fällt bei Stents, die Sirolimus, Paclitaxel, Everolimus oder 7-Hexanoyltaxol freisetzen eine Restenosierung nach sechs bis neun Monaten signifikant geringer aus als mit unbeschichteten Stents des gleichen Typus.

Allerdings nahmen im Fall einer 7-Hexanoyltaxol Beschichtung Stentthrombosen und Herzinfarkte, zu. Unter goldbeschichteten und Actinomycin-D freisetzenden Stents entwickelten sich sogar signifikant größere Restenosierungen als mit unbeschichteten Stents.

Neues eJournal

Das DIMDI ist Herausgeber von HTA-Berichten, die über die Internetseiten kostenfrei abrufbar sind. Jetzt erscheinen diese auch in einer voll zitierfähigen Zeitschrift: dem neuen eJournal "GMS Health Technology Assessment" bei German Medical Science (gms). Unter www.egms.de können Kurzfassungen in Deutsch und Englisch sowie kostenfreie Volltexte eingesehen und heruntergeladen werden.

Das HTA-Journal reiht sich dabei in die wachsende Zahl elektronischer Zeitschriften bei gms ein. Das interdisziplinäre Medizinjournal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht ausschließlich online.

Senkung der Restenoserate durch Einsatz beschichteter Stents bei koronarer Herzkrankheit
Gorenoi V, Dintsios CM, Hagen A
GMS Health Technol Assess 2005; 1:Doc06 (20051102)

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln stellt ein hochwertiges Informationsangebot für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Die rund 70 Datenbanken mit rund 110 Millionen Dokumenten repräsentieren eines der wichtigsten medizinischen Informationsangebote in Deutschland.

Zu den Aufgaben des DIMDI gehören u.a. die Herausgabe deutscher Versionen von medizinischen Klassifikationen wie ICD-10, ICF, Operationenschlüssel (OPS), ATC, MeSH und UMDNS sowie der Aufbau von Informationssystemen für Arzneimittel, Medizinprodukte und Health Technology Assessment (HTA).

Susanne Breuer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dimdi.de
http://www.dimdi.de/static/de/hta/db/index.htm
http://www.egms.de/de/journals/hta/index.shtml

Weitere Berichte zu: Herzkrankheit Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise