Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optische Rheumadiagnostik durch Forschungsförderung aus den USA unterstützt

02.09.2005


Rheumatische Gelenkentzündungen (Arthritis) zerstören auf schmerzhafte Weise Knorpel und Knochen der Gelenke. Um Patienten effizient behandeln zu können, ist es wichtig, die Erkrankung zeitig zu erkennen und eine sichere Therapiekontrolle zu haben.

Eine gemeinsame internationale Forschergruppe hat einen Geldgeber und eine Technologie gefunden, um die Geräte zur optischen Rheumadiagnostik als Prototypen klinisch zu testen. Die Arbeiten an der 2. Hochtechnologiegeneration werden etwa bis 2008 andauern.

Das Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin an der Charité- Universitätsmedizin Berlin hat davon profitieren können, dass es Mitglied im Regionalen Kompetenznetz Optec-Berlin-Brandenburg (OpTecBB) ist. Der dort agierende Schwerpunkt befasst sich auch mit bildgebenden Verfahren und brachte geeigente Kooperationspartner für durch den Senat geförderte Projekte zusammen.

Forschung aus New York-Berlin-Göttingen für lasergestützte Tomographie

Rheumatische Gelenkentzündungen (rheumatische Arthritis) zerstören auf schmerzhafte Weise Knorpel und Knochen der Gelenke. Sowohl eine frühzeitige Erkennung dieser Erkrankung als auch eine sichere Therapiekontrolle hilft dem Arzt bei einer effizienten Behandlung der Patienten. Seit 1993 wurden erste Erkenntnisse zur optischen Diagnostik der rheumatischen Erkrankungen an kleinen Gelenken durch eine Gruppe um Jürgen Beuthan, Prof. am Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin (Direktor: Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. G. Müller) an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, gewonnen. Arbeiten internationaler Forscher bestätigten diese Ergebnisse.

Besonders eng entwickelten sich neben der Zusammenarbeit in der Charité selbst die Forschungskooperationen zwischen der Columbia University in New York (Prof. Dr. A. Hielscher) und einer Gruppe um Dr. A. Scheel in der Abteilung Nephrologie und Rheumatologie an der Universität Göttingen. Durch die Universitätspartner in New York konnte dem National Institutes of Health (NIH, USA) als fördernder Einrichtung der synergetische Effekt zwischen den exzellent entwickelten Möglichkeiten zur mathematischen Bildrekonstruktion an der Columbia University und den klinisch relevanten Grundideen in Deutschland mit Erfolg dargestellt werden. Für dieses Arbeitsgebiet und in diesem Förderumfang wurde einmalig für Berlin damit bereits eine zweite Förderphase bewilligt. Auf Berlin entfielen umgerechnet jeweils ca. 350 Tausend EUR für die Jahre 2000-2003 und 2005-2008.

Das Berliner Institut hat darüber hinaus davon profitieren können, dass es Mitglied im regionalen Kompetenznetz Optec-Berlin-Brandenburg (OpTecBB) ist. Der dort agierende Schwerpunkt Biomedizinische Optik befasst sich auch mit bildgebenden Verfahren und brachte geeigneten Kooperationspartner für durch den Senat geförderte Projekte zusammen.

Zunächst wurde entdeckt, dass bei Einstrahlung von Laserlicht geringer Intensität eines speziellen Spektralbereiches in das zu untersuchende Fingergelenk eine rheumaabhängige Streustrahlung entsteht. Der Status der Erkrankung hat Auswirkung auf eine veränderte Gewebeoptik. Durch Streulichtdetektion und Signalauswertung kann bereits dadurch ein Beitrag zur Diagnostik bei der Früherkennung und Therapieverlaufskontrolle rheumatisch erkrankter kleiner Gelenke geleistet werden. Weiterführend wurde dann eine Idee zur sagittalen laser-optischen Tomographie (SLOT) entwickelt und umgesetzt. Ein neuer mathematischer Ansatz zur tomographischen Bildrekonstruktion von infraroten Streulichtaufnahmen durch die Gruppe Hielscher schuf dazu beste Voraussetzungen. Ziel ist es jetzt, bei einer zeitvariablen aber extrem kurzen "elektronischen Laser-Filmsequenz", das bei der Laserdurchleuchtung des erkrankten Gelenkes "modulierte" Licht zu detektieren und tomographisch zu diagnostischen Schnittbildern zusammen zu setzen.

Die Prototypen zur optischen Rheumadiagnostik bewähren sich an der Universi-tätsklinik in Göttingen in der klinischen Forschung. Weiterführende Arbeiten an der 2. Hochtechnologiegeneration werden etwa 2008 zu endgültigen Ergebnissen führen.

"Optical Molecular Imaging" als bildgebende Grundlage für zukünftige genthera-peutische Verfahren wird nach Ansicht von Prof. Beuthan noch besser möglich, wenn ein entsprechendes Zentrum an der Charité infolge Zusammenführens mehre-rer mit diagnostischer Bildgebung befasster Berliner Institute wie vorgesehen installiert ist.

Renate Pinzke | idw
Weitere Informationen:
http://www.optecbb.de

Weitere Berichte zu: Rheumadiagnostik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht UKR setzt auf roboterassistierte Wirbelsäulenchirurgie
02.12.2016 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neu entwickeltes Plasmaskalpell ermöglicht schonende Operationen
22.11.2016 | FH Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie