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Neues Verfahren zur Früherkennung von Asthma bronchiale mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (MR) der Lunge

12.08.2005


Jedes zehnte Kind in Deutschland leidet an Asthma bronchiale, und sogar jeder fünfte Erwachsene sieht sich mit diesem Leiden konfrontiert – die Tendenz ist steigend. Das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten ist groß, sofern die Erkrankung so früh und so präzise wie möglich erkannt wird. Die bisher angewandten Lungenfunktionsmessungen dienen dazu, die Menge an ein- und ausgeatmeter Luft sowie die Geschwindigkeit des Atemvorgangs zu messen. Das Universitätsklinikum Erlangen hat nun in Zusammenarbeit mit Siemens Corporate Research (SCR) in Princeton/USA ein Verfahren entwickelt, mit dem die Experten auch beurteilen können, welche Teile der Lunge betroffen sind. So wird die Krankheit schon wesentlich früher diagnostizierbar.

Die Dichte des Lungengewebes spielt bei Asthmatikern eine besondere Rolle. Verkrampfungen der Muskulatur führen bei den Betroffenen dazu, dass ein Teil der zuvor eingeatmeten Luft beim Ausatmen nicht ausgetauscht wird und in der Lunge bleibt. Fachärzte sprechen davon, dass die Dichte des Lungengewebes von Asthmatikern beim Ausatmen an einigen Stellen nicht oder nur verzögert zunimmt. „Durch die funktionelle MR der Lunge kann der behandelnde Arzt nun erkennen, welche Areale der Lunge davon betroffen sind und zu welchen Zeitpunkten die schädliche Restluft in der Lunge verbleibt“, erklärt der Teamleiter des klinischen Versuchs, Prof. Dr. med. Thomas Rupprecht, leitender Arzt der Klinik für Kinder und Jugendliche in Bayreuth und zugleich außerplanmäßiger Professor an der Universität Erlangen. Das war bislang nicht möglich: Traditionelle Lungenfunktionsmessungen können nur feststellen, dass der Patient unter Asthma bronchiale leidet. Welche Teile der Lunge betroffen sind, darüber sagen diese Verfahren jedoch nichts aus.

In jungen Jahren hat die Lunge eines gesunden Menschen eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit, als er eigentlich braucht – auch ein Kind mit Asthma bronchiale kann also völlig problemlos leben und genauso leistungsfähig sein, wie seine Mitschüler. Im Lauf der Zeit nimmt jedoch seine Leistungsfähigkeit rapide ab und die Krankheit wird offenkundig. Mit den herkömmlichen Verfahren ist es besonders schwierig, die Krankheit in jungen Jahren zu diagnostizieren. Denn sie messen im Wesentlichen nur das Lungenvolumen, welches sich bei kranken und gesunden Kindern aber kaum unterscheidet. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es demnach wichtig, frühzeitig präzise Informationen über die Dichte des Lungengewebes zu erhalten. Mit dem neuen Verfahren, das die tatsächliche Belüftung der Lunge misst und die erkrankten Areale exakt lokalisiert, ist Asthma bronchiale nun frühzeitig – auch ohne, dass zuvor ein Leistungsabfall bemerkt werden musste – erkennbar und so besser zu therapieren. Grundlegend für eine Messung dieser Art ist ein Scan des Patienten mit einem Magnetresonanztomographen, der über mehrere Atemzüge Aufnahmen aus dem Lungeninneren macht. Die Bilder können in die neu entwickelte Software geladen werden, die jeden Kubikzentimeter hinsichtlich seines Dichteverlaufs analysiert. Die neue Software ist mit jedem MR-System von Siemens Medical Solutions kompatibel und eignet sich daher bestens für die klinische Routine, wie auch die Studien mit über 100 Patienten des Universitätsklinikums Erlangen-Nürnberg gezeigt haben.

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Bronchien mit wiederholten Anfällen von Atemnot, Husten und Kurzatmigkeit. Ursache ist eine krankhafte Reaktion der Atemwegsschleimhaut auf verschiedene Reize. Wenn die Krankheit bereits im Kindesalter diagnostiziert wird, besteht nach einer frühzeitigen Therapie eine gute Chance auf Heilung oder Verminderung der Symptome.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. € (vorläufige Zahlen).

Anja Suessner | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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