Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schonende OP-Technik bei künstlichem Kniegelenk

05.08.2005

Orthopäden des Mannheimer Universitätsklinikums haben eine Operationsmethode entwickelt, mit der künstliche Kniegelenke minimal-invasiv eingesetzt werden können - bei der also erheblich geringere Schnitte während des Eingriffs nötig sind als bisher üblich. Die kleinere Operationswunde soll den Patienten eine raschere Rückkehr in ihren Alltag ermöglichen.

Dass dies gelingt, haben die Ergebnisse nach Abschluss der gut einjährigen Entwicklungsphase dieser Operationstechnik im Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum des Klinikums gezeigt. Das Einsetzen einer Endoprothese, also eines künstlichen Gelenks ist immer dann nötig, wenn das körpereigene Kniegelenk durch Abnutzung so stark geschädigt ist, dass es dauerhaft Schmerzen verursacht - Mediziner sprechen von einer Gonarthrose.

... mehr zu:
»Kniegelenk

Um die künstlichen Kniegelenke schonender einsetzen zu können, war es freilich nicht damit getan, einfach weniger Haut-, Muskel- und Sehnenpartien frei zu legen. Die Operateure mussten einen anderen Zugangsweg zum Inneren des Knies wählen, außerdem bedienten sie sich eines kleinen Kniffes: "Bei der herkömmlichen OP-Methode muss die Kniescheibe weit freigelegt werden, um eine ausreichende Übersicht zu erhalten. Die neue Methode erlaubt es uns dagegen vereinfacht ausgedrückt, die Kniescheibe in geringerem Masse aus ihrem Bett zu verschieben und jeweils nur zur Seite zu rücken, um den Ober- und Unterschenkelknochen wie durch ein verschiebbares Fenster gut erreichen zu können," erklärt der Direktor des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums, Professor Dr. Hanns-Peter Scharf.

Allerdings mussten die Fachärzte noch eine andere Herausforderung meistern. Denn je weniger Einblick sie in das geöffnete Knie haben, desto eingeschränkter sind eigentlich ihre Möglichkeiten, das Implantat ganz exakt zu positionieren. Damit dies trotzdem gelingt, setzen sie auf die Unterstützung des "Kollegen Computer". Er berechnet aufgrund vorher durchgeführter Messungen den Einsatz der Instrumente. Dies ist nicht mit der umstrittenen "Roboterchirurgie" zu verwechseln, denn im Gegensatz dazu entscheidet der Operateur fortlaufend selbst, ob er die per Computernavigation vorgeschlagenen Schritte vornehmen möchte oder nicht - und bleibt damit in jeder Situation Herr des Verfahrens. Ein spezielles medizintechnisches Gerät erlaubt zudem akkurat einzustellen, wie die Bandführung des künstlichen Gelenkes sein muss. Auch dies ein wichtiger Beitrag, um Patienten mit neuem Kniegelenk eine gute Beweglichkeit und eine schnelle Rehabilitation zu ermöglichen.

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-mannheim.de

Weitere Berichte zu: Kniegelenk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung
07.12.2016 | Universität Basel

nachricht Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten
06.12.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops