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Universitätsklinikum Düsseldorf testet neues Medikament bei Nierentumoren

22.07.2005


Die Urologische Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf hat als zweites deutsches Zentrum und einziges in Nordrhein-Westfalen mit einer Studie beim fortgeschrittenen, nicht medikamentös vorbehandelten Nierenzellkarzinom begonnen. Dabei wird das neue, noch nicht zugelassene Medikament "Sorafenib" mit der bisherigen Standardbehandlung bei Auftreten von Metastasen, der Immuntherapie, verglichen. Die Ergebnisse einer weltweiten Phase III Studie waren ermutigend.

Das Nierenzellkarzinom ist weitgehend resistent gegen die üblichen Krebstherapien wie Chemo- oder Strahlentherapie. Auch unter der Immuntherapie ist der Anteil der Patienten, bei denen es zu einer Rückbildung der Erkrankung kommt, gering. Die Immuntherapie führt außerdem zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen. Sorafenib gehört zu einer neuen Gruppe von Medikamenten die sich gegen spezifische Zielmoleküle des Tumors richten ("Targeted Therapy"). Es handelt sich dabei in der Regel um Proteine, die für bestimmte Funktionen wie z.B. das Wachstum der Tumorzelle entscheidend sind. Werden diese in ihrer Funktion gehemmt, können die Tumore nicht weiter wachsen bzw. es kommt zu deren Rückbildung. Sorafenib hemmt auch die Gefäßneubildung in Tumoren.

Bereits im Februar dieses Jahres wurde eine weltweite, placebokontrollierte Studie mit Sorafenib für die Aufnahme weiterer Patienten geschlossen. Über 120 Zentren in der ganzen Welt haben 905 Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom, bei denen es bereits zu einem Versagen der Immuntherapie gekommen war (Second Line Behandlung), in diese Studie eingebracht.

In der Urologie der Uniklinik Düsseldorf wurden neun Patienten behandelt. Die Ergebnisse waren deutlich positiv: Eine erste Zwischenauswertung zeigte gegenüber der Kontrollgruppe eine Verdopplung des progressionsfreien Überlebens. "Die Nebenwirkungen sind relativ gering, nicht zu vergleichen mit einer Chemo- bzw. Immuntherapie" sagt Priv. Doz. Dr. Marc Oliver Grimm, Principal Investigator für die Studie in Düsseldorf. Aufgrund der positiven Ergebnisse wurde diese Studie in Absprache mit den Arzneimittelzulassungsbehörden im Mai diesen Jahres "entblindet", so dass jetzt auch die Patienten aus der Kontrollgruppe Sorafenib erhalten können.

Die jetzt anlaufende Phase-II-Studie ist auch für Patienten offen, bei denen ein metastasiertes Nierenzellkarzinom vom klarzelligen Typ vorliegt und die bisher noch keine Vortherapie erhalten haben. Bis Mitte September sollen in 35 Zentren in Europa und den USA 160 Patienten eingeschlossen werden. Im UKD werden bereits die ersten Patienten behandelt.

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

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