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Langfristig veränderter Kohlenhydratverzehr ohne Einfluss
auf
den Süßgeschmack
Zuckerreiche Ernährung beeinflusst die Sensibilität und die Vorliebe
für Süßes nur unwesentlich. So das Ergebnis einer 6-monatigen Studie, bei
der freiwillige Testpersonen eine fettreduzierte Kost mit
unterschiedlichem Zucker- bzw. Stärkegehalt verzehrten. Geprüft wurde, ob
sich ein veränderter Zuckerkonsum auf das Süßempfinden und auf die
Akzeptanz der Geschmacksrichtung "süß" auswirkt. Zwar sind die Bevorzugung
von "süß" genau wie die Aversion gegen "bitter" angeboren; dennoch
unterliegen Geschmackspräferenzen einer Vielzahl genetischer,
physiologischer sowie umweltabhängiger Einflüsse.
Deshalb interessierte
in der vorgelegten Studie besonders, inwieweit die unterschiedlichen
Kostformen die Präferenz zum Süßgeschmack abschwächen bzw. verstärken. Zu
mehreren Zeitpunkten wurden die Probanden in das Sensoriklabor des
Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
eingeladen, wo sie Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Zuckerkonzentration
verkosten, diese hinsichtlich ihrer Süße beurteilen und eine
Beliebtheitsskala aufstellen sollten.
Die Süßerkennungsschwelle sank
während der Studie geringfügig, am deutlichsten in der Probandengruppe
unter zuckerarmer Kost. Diese leichten Veränderungen wirkten sich aber
nicht auf die Süßpräferenz aus.
Im Durchschnitt aller Probanden erhöhte
sich im Verlauf der Studie die Akzeptanz von geringen bis mäßigen
Zuckerkonzentrationen. Stärkere als 10-prozentige Zuckerlösungen erfreuten
sich nur geringer Beliebtheit. Dies fand sich in allen Personengruppen,
unabhängig von der verabreichten Kostform, obwohl die individuelle
Vorliebe zur Süße innerhalb der Gruppen erheblich differierte.
Die
Studienergebnisse zeigen, dass eine zuckerreiche Ernährung die
Süß-empfindlichkeit nicht vermindert. Daraus und auch aus den beobachteten
Präferenzverschiebungen ist zu schließen, dass erhöhter Zuckerverzehr
nicht unbedingt eine weitere Steigerung des Konsums von süßen
Lebensmitteln provoziert.
Dies veröffentlichten Brigitte Seppelt und
Hans-Joachim F. Zunft, Wissenschaftler des Deutschen Instituts für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, kürzlich in der Zeitschrift
Ernährungs-Umschau* als ein Ergebnis der CARMEN-Studie (Carbohydrate Ratio
Management in European National diets), einer Europäischen
Multicenter-Studie, an der sich fünf europäische Forschungseinrichtungen
(Cambridge, Kopenhagen, Maastricht, Barcelona und Potsdam) beteiligt
haben.
Weitere Informationen:
Brigitte Seppelt 0331/8889725
Prof.
Hans-Joachim F. Zunft 0331/8889713
Abdruck gestattet / Beleg erbeten!
Brigitte SEPPELT, Hans-Joachim F. ZUNFT: Sensitivität und Präferenz zum Süßgeschmack unter langfristig verändertem Kohlenhydratverzehr. Ernährungs-Umschau 47 (2000), 4-9
Eine Kopie der Publikation senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu!
Weitere Informationen finden Sie im WWW:
Dr. Andrea Dittrich
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