Anzeige
Herzzentrum der Universität Bonn und GMD intensivieren ihre
Zusammenarbeit
Im Juni diesen Jahres zählte das Herzzentrum Bonn den dreihundertsten
Patienten, der seit Neubesetzung des Lehrstuhls für Herzchirurgie mit
Prof. Dr. med. Armin Welz eine koronare Bypassversorgung am schlagenden
Herzen ohne Einsatz der Herz-Lungenmaschine erhielt. Der Anteil solcher
minimal-invasiver Operationsverfahren an den auf dem Venusberg
durchgeführten Bypassoperationen ist inzwischen auf annähernd 15 Prozent
gestiegen.
Diese neuen Operationstechniken reduzieren die Belastung des
Patienten auf zweierlei Art und Weise: Erstens durch den Verzicht auf die
Herz-Lungenmaschine und zweitens durch die Verkleinerung des Zugangswegs.
Dadurch erreicht man in der Regel eine raschere postoperative Erholung,
und ermöglicht die Versorgung bei schweren Begleitleiden, die einen
Einsatz der Herz-Lungenmaschine sehr risikoreich erscheinen lassen oder
gar ganz verbieten.
Ein Eingriff am schlagenden Herzen wird gemäß der
Nomenklatur der International Society for Minimal Invasive Cardiac Surgery
(ISMICS) als OPCAB (Off Pump Coronary Artery Bypass) bezeichnet. Verläßt
man zusätzlich den großen Brustkorbschnitt und eröffnet den Brustkorb über
einen linksseitigen Minizugang, begrenzt sich die Bypassmöglichkeit zwar
auf die durch diesen schmalen Weg erreichbaren Kranz-gefäße, aber diese
sind häufig befallen und die Belastung des Patienten ist sehr gering.
Diese Operation wird als MIDCAB-Verfahren (Minimal Invasive Direct
Coronary Artery Bypass) bezeichnet.
Seit Gründung des Herzzentrums der
Universität Bonn wird diese Operation bei geeigneter Indikation auch in
Kombination mit einer vor- oder nachgeschalteten Ballondilatation
minimal-invasiv nicht erreichbarer Herzkranzarterien angeboten. Das
Herzzentrum bemüht sich derzeit um die Einrichtung eines sogenannten
Hybrid-Op, der in nur einer Narkose die kombinierte
herzchirurgisch-kardiologische Behandlung mehrerer Herzkranzarterien
erlaubt.
Um die Zugangswege weiter zu verkleinern und die Anwendung
sicher auf möglichst viele Patienten ausdehnen zu können, haben das
Herzzentrum Bonn und das Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT)
der GMD in Sankt Augustin eine Intensivierung der bisherigen
Zusammenarbeit vereinbart. Die GMD als Forschungspartner auf dem Gebiet
der Informations- und Kommunikationstechnik hat mit der Universität
bereits in der Vergangenheit Systeme zur Unterstützung von Kardiologen und
Chirurgen in der Ultraschalldiagnostik entwickelt. Zudem wurde ein
Navigationssystem für die minimal-invasive Neurochirurgie entwickelt und
über die GMD-Firmenausgründung LOCALITE als zertifiziertes Medizinprodukt
in mehreren Kliniken installiert. Diese Vorarbeiten sollen auf den
technisch anspruchsvolleren Bereich der Herzchirurgie übertragen
werden.
Geplant ist ein computergestütztes System für die präoperative
Planung und intraoperative Navigation. Unter dreidimensionaler Auswertung
präoperativ erhobener computertomographischer Daten werden die Präparation
der linken inneren Brustkorbarterie und deren Transplantation auf das
Herzkranzgefäß simuliert, um die auf den einzelnen Patienten
zugeschnittene exakte Positionierung und Ausdehnung der Brustkorberöffnung
zu ermitteln. Damit werden Risiken verringert und weitere Chirurgen an die
Methode herangeführt. Neben der mentalen Vorbereitung des Chirurgen dient
die Simulation auch dem gefahrlosen Training des chirurgischen
Nachwuchses.
Dazu Prof. Welz: "Die Zukunft der Herzchirurgie gehört den
roboterunterstützten
minimal-invasiven Eingriffen. Aber je kleiner der
Zugang, desto sorgfältiger muss der Chirurg vorbereitet sein. Dafür sind
spezifische computergraphische Simulationen bald unverzichtbar.
Technologie und chirurgische Techniken müssen in enger Verzahnung
weiterentwickelt werden."
Chirurgische Planungs- und Navigationssysteme
sind bisher vorwiegend in der Neurochirurgie im Einsatz und dort, wo es um
die Modellierung von Knochen geht. Bereichen also, in denen räumliche
Verschiebung während der Operation vernachlässigt oder kompensiert werden
kann. Die Herausforderung bei der Herzchirurgie liegt in der räumlichen
Verlagerung während der Operation, zum Beispiel durch Variationen im
Lungenvolumen. "Glücklicherweise haben wir aus unseren bisherigen Arbeiten
ein strukturiertes Modell des Herzens zur Verfügung, aus dem eine Reihe
von Vorhersagen abgeleitet werden können", sagt Dr. Thomas Berlage,
verantwortlich für den Bereich Biomedizin im Institut FIT. "Dieses Modell
spielt eine entscheidende Rolle als Mittler zwischen patientenspezifischen
Bilddaten und allgemeinem medizinischen Wissen. Auf diese Weise hoffen
wir, bereits im nächsten Jahr vermarktbare Ergebnisse vorweisen zu
können."
Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Armin Welz, Klinik für
Herzchirurgie,
Sigmund-Freud-Str. 35, 53105 Bonn, E-Mail: Armin.Welz@meb.uni-bonn.de
Dr. Thomas
Berlage, Institut für Angewandte
Informationstechnik (FIT),
Schloss Birlinghoven, 53754 Sankt Augustin,
Tel.: 02241-14-2141, Fax: -2146
E-Mail: berlage@gmd.de, http://fit.gmd.de
Das GMD-Institut für Angewandte Informationstechnik
(FIT) forscht in interdisziplinärer Kooperation mit Anwendern und
Industrie. Die Resultate führten in den letzten Jahren zur Gründung vier
neuer Spin-off-Unternehmen.
Ute Schuetz
Weitere Berichte zu: Bypass > FIT > Herzchirurgie > Informations- und Kommunikationstechnik
Study to determine whether fish oil can help prevent psychiatric disorders
09.02.2012 | North Shore-Long Island Jewish (LIJ) Health System
NFC aid for the visually and hearing impaired
09.02.2012 | VTT Technical Research Centre of Finland
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten