Wie lange ein Mann noch zu leben hat, das lässt sich am besten anhand seiner körperlichen Fitness voraussagen.
Zu diesem Ergebnis kommen jetzt US-Forscher um Dr. Jonathan Myers von der Stanford University in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“. Bekannt war bereits, dass die Belastungskapazität bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen einen wichtiger Faktor für die Prognose der Lebenserwartung darstellt. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, ob das auch auf herzgesunde Männer zutrifft und in welchem Verhältnis die Belastungskapazität zu anderen Risikofaktoren steht.
Das verblüffende Ergebnis lässt sich mit Darwins „survival of the fittest“ umreißen: Die Fitness erwies sich als ganz entscheidender Faktor, wichtiger als etwa die bekannten Risikofaktoren Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, hohe Cholesterinwerte und Übergewicht. Ausschlaggebend war die Spitzenbelastungskapazität, nicht die Ausdauer.
Die Mediziner untersuchten 6213 Männer, die von ihrem Arzt zu einem Laufbandtest geschickt worden waren. Bei 3679 Männern war das Ergebnis des Belastungstests nicht normal oder sie hatten eine Vorgeschichte mit Herz-Kreislauferkrankungen oder auch beides. Bei 2534 Studienteilnehmern waren die Testergebnisse im normalen Bereich, und sie hatten noch nie unter Herz-Kreislauferkrankungen gelitten. Im Beobachtungszeitraum von rund zehn Jahren verstarben 1256 Männer. Nachdem das Alter der Verstorbenen berücksichtigt worden war, stellte sich die körperliche Fitness als wichtigster Faktor für die Prognose der Lebenserwartung heraus.
N Engl J Med (2002) Vol. 346, No. 11, pp. 793 – 801



