Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Neues Kontrastmittel für MRT-Untersuchungen von Blutgefäßen

03.08.2000

Anzeige


Auch für Herzkranzgefäß-Diagnostik geeignet

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 31 - 2000

Ein neuartiges Kontrastmittel zur Untersuchung von Blutgefäßen mit der sogenannten Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ist am "Institut für Radiologie" der Charité in Kooperation mit der Firma Ferropharm entwickelt worden.
Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ist ein Untersuchungsverfahren zur Darstellung von Geweben, das ohne ionisierende Strahlen auskommt. Die Bildgebung beruht auf kurzfristiger Zustandsänderung von Atomkernen unter dem Einfluss eines Magnetfeldes. Diese nicht-strahlende Untersuchungstechnik hat sich insbesondere in der Diagnostik von Weichteilstrukturen sehr bewährt und entsprechend verbreitet. Dagegen ist die Darstellung krankhafter Veränderungen an Blut- und Lymphgefäßen - auch unter Einsatz von MRT-geeigneten Kontrastmitteln der konventionellen Darstellung mit Röntgenstrahlen unterlegen geblieben. Deshalb wird schon seit Jahren an der Entwicklung von Kontrastmitteln gearbeitet, die speziell geeignet sind, Gefäße mit der MRT-Technologie abzubilden.

Die wenigen bisher in der Entwicklung befindlichen Mittel arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: ein physikalisch wirksames, super-paramagnetisches Eisenoxydteilchen wird mit einer Membran ummantelt, die die biologischen Eigenschaften des Kontrastmittels bestimmt. Dieser Mantel besteht bei den bisher verfügbaren Kontrastmitteln aus Polymeren, insbesondere aus Dextran und dessen Derivaten. Dem Chemiker Dr. Herbert Pilgrimm ist jetzt die komplizierte Beschichtung von Eisenoxydteilchen mit Monomeren gelungen, eine Innovation, die er sich inzwischen auch hat patentieren lassen.
Als Monomer wurde Zitrat (Salz der Zitronensäure) benutzt. Die Vorteile der monomeren Umhüllung sind nach Darstellung von Obererarzt und Physiker Dr. Matthias Taupitz, der die entsprechende Arbeitsgruppe leitet, beachtlich:
· Da Zitrat eine körpereigene Substanz ist, sind Sensibilisierungen (Allergien) nicht zu erwarten.
· Die Beschichtung mit Monomeren ergibt volumenmäßig weitaus kleinere Partikel als die Umhüllung mit Polymeren. Monomer beschichtete Teilchen haben einen Durchmesser zwischen 2 und 10 Nanometern und sind deshalb auch für die Durchflutung kleinster Gefäße geeignet.
· Im Tierversuch sind Nebenwirkungen oder Beeinträchtigungen des Wohlbefindens der Tiere nicht beobachtet worden.
· Das neue Kontrastmittel hat sich bei Untersuchungen am Schwein, am Kaninchen und an der Ratte als hervorragend signalverstärkend erwiesen. Sogar von so kleinen Strukturen wie den Herzkranzgefäßen eines Kaninchens ergeben sich aussagefähige Bilder.
Dies lässt erwarten, dass sich das neue Kontrastmittel auch für die Darstellung krankhaft verengter Herzkranzgefäße des Menschen eignet. Entsprechende Tests (Phase I) sollen Anfang kommenden Jahres beginnen.

(Die bisher erzielten Ergebnisse der Untersuchungen werden in Kürze in der internationalen Zeitschrift "Journal of Magnetic Resonance Imaging" veröffentlicht. Teile davon (insbesondere von Tests am Schwein) sind am 16./17. Juni 2000 auf dem "3.Mainzer Kardio-MN-Symposium" vorgestellt worden.)

Silvia Schattenfroh

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940

e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh

Weitere Berichte zu: Monomer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bitterrezeptoren für Stevia-Süßstoffe entdeckt
24.05.2012 | Technische Universität München

nachricht Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?
23.05.2012 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp