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Auch für Herzkranzgefäß-Diagnostik geeignet
AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 31 - 2000
Ein neuartiges Kontrastmittel zur Untersuchung von
Blutgefäßen mit der sogenannten Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ist
am "Institut für Radiologie" der Charité in Kooperation mit
der Firma Ferropharm entwickelt worden.
Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ist ein Untersuchungsverfahren zur
Darstellung von Geweben, das ohne ionisierende Strahlen auskommt. Die
Bildgebung beruht auf kurzfristiger Zustandsänderung von Atomkernen
unter dem Einfluss eines Magnetfeldes. Diese nicht-strahlende
Untersuchungstechnik hat sich insbesondere in der Diagnostik von
Weichteilstrukturen sehr bewährt und entsprechend verbreitet. Dagegen
ist die Darstellung krankhafter Veränderungen an Blut- und Lymphgefäßen
- auch unter Einsatz von MRT-geeigneten Kontrastmitteln der
konventionellen Darstellung mit Röntgenstrahlen unterlegen geblieben.
Deshalb wird schon seit Jahren an der Entwicklung von Kontrastmitteln
gearbeitet, die speziell geeignet sind, Gefäße mit der MRT-Technologie
abzubilden.
Die wenigen bisher in der Entwicklung befindlichen
Mittel arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: ein physikalisch
wirksames, super-paramagnetisches Eisenoxydteilchen wird mit einer
Membran ummantelt, die die biologischen Eigenschaften des
Kontrastmittels bestimmt. Dieser Mantel besteht bei den bisher verfügbaren
Kontrastmitteln aus Polymeren, insbesondere aus Dextran und dessen
Derivaten. Dem Chemiker Dr. Herbert Pilgrimm ist jetzt die komplizierte
Beschichtung von Eisenoxydteilchen mit Monomeren gelungen, eine
Innovation, die er sich inzwischen auch hat patentieren lassen.
Als Monomer wurde Zitrat (Salz der Zitronensäure) benutzt. Die Vorteile
der monomeren Umhüllung sind nach Darstellung von Obererarzt und
Physiker Dr. Matthias Taupitz, der die entsprechende Arbeitsgruppe
leitet, beachtlich:
· Da Zitrat eine körpereigene Substanz ist, sind Sensibilisierungen
(Allergien) nicht zu erwarten.
· Die Beschichtung mit Monomeren ergibt volumenmäßig weitaus kleinere
Partikel als die Umhüllung mit Polymeren. Monomer beschichtete Teilchen
haben einen Durchmesser zwischen 2 und 10 Nanometern und sind deshalb
auch für die Durchflutung kleinster Gefäße geeignet.
· Im Tierversuch sind Nebenwirkungen oder Beeinträchtigungen des
Wohlbefindens der Tiere nicht beobachtet worden.
· Das neue Kontrastmittel hat sich bei Untersuchungen am Schwein, am
Kaninchen und an der Ratte als hervorragend signalverstärkend erwiesen.
Sogar von so kleinen Strukturen wie den Herzkranzgefäßen eines
Kaninchens ergeben sich aussagefähige Bilder.
Dies lässt erwarten, dass sich das neue Kontrastmittel auch für die
Darstellung krankhaft verengter Herzkranzgefäße des Menschen eignet.
Entsprechende Tests (Phase I) sollen Anfang kommenden Jahres beginnen.
(Die bisher erzielten Ergebnisse der Untersuchungen werden in Kürze in der internationalen Zeitschrift "Journal of Magnetic Resonance Imaging" veröffentlicht. Teile davon (insbesondere von Tests am Schwein) sind am 16./17. Juni 2000 auf dem "3.Mainzer Kardio-MN-Symposium" vorgestellt worden.)
Silvia Schattenfroh
Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin
Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940
e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de
Dr. med. Silvia Schattenfroh
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