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Privatdozentin Christine Metzner: MCT-Fette haben Vorfahrt im Organismus - MCT-Fette haben einen energiesparenden Effekt
DIET: Wir richten dauerhaft einen ernährungsmedizinischen Beratungsdienst "MCT-Fette" ein und führen weitere Forschungsprojekte durch
Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) präsentierte in der vergangenen Woche in Hamburg und München die an der Universität Prag durchgeführten MCT-Studien. Diese zeigten, dass mittelkettige Triglyzeride (MCT) über eine Erhöhung des Energiebedarfs helfen schlank zu bleiben und gleichzeitig den gefürchteten Jo-Jo-Effekt einschränken, teilt heute Institutsprecher Sven-David Müller mit. Der vom DIET neu eingerichtete ernährungsmedizinische Beratungsdienst "MCT-Fette" konnte schon 450 Anrufer über die Effekte von MCT-Fetten aufklären. Der Beratungsdienst ist werktags von 9.00 bis 12.30 Uhr unter 0241-4450230 und von 14.00 bis 17.30 Uhr unter 0241-4450600 erreichbar.
Der Einsatz von mittelkettigen Triglyzeriden (= Medium/middle chain triglycerides = MCT) in der Ernährungsmedizin und der Diätetik reicht bis in das Jahr 1964 zurück. Bisher erhielten jedoch nur die Menschen MCT-Fette, die herkömmliches LCT-Fett nicht vertragen, verdauen oder resorbieren konnten. Der Einsatz bei Menschen, die schlank bleiben möchten oder bei Übergewichtigen ist neu, so Müller. MCT-Fette sind Fette mittelkettiger Triglyzeride, die in Kokosnussöl, Palmkernöl und in kleinen Mengen auch in Milchfett vorkommen. Durch ein spezielles Verfahren werden aus Kokosnussöl reine MCT-Fette gewonnen, deren Fettsäuren eine Länge von 6 bis 12 Kohlenstoffatomen aufweisen. Normale Nahrungsfette wie Butter, Margarine und pflanzliche Öle enthalten fast ausschließlich langkettige Triglyzeride (LCT-Fette) mit 14, 16 und 18 Kohlenstoffatomen. Es kommen daher keine größeren Mengen MCT-Fette in der normalen Ernährung vor.
Eine achtwöchige, an der Karls-Universität Prag mit Unterstützung des DIET durchgeführte Studie*, an der 35 weibliche Probanden teilnahmen, ergab, dass beim Verzehr MCT-haltiger Lebensmittel im Vergleich zu LCT-haltigen mehr Kalorien zugeführt werden können, ohne dass es zur Gewichtssteigerung kommt, betonte Professor Dr. Walter Feldheim, Kurator des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik. Die von der Ethik-Kommission genehmigte Ernährungsstudie an der dritten Medizinischen Fakultät der Karls-Universität in Prag wurde unter der Leitung von Dozent Dr. med. L. Kuchela durchgeführt. Die Wissenschaftler unter der Betreuung von Walter Feldheim untersuchten, ob ein weitgehender Austausch von LCT- gegen MCT-Fette in der üblichen Kost bei normalgewichtigen Studentinnen (n = 35) einen Einfluss auf das Körpergewicht, die Energieaufnahme und einige Stoffwechsel-Parameter ausübt. Die Studie wurde für 2 mal 4 Wochen im Cross over design (blind) mit einer Pause von 2 Wochen (Wash-out-Phase) durchgeführt. Als Ergebnis zeigte sich überraschenderweise, dass beim Ersatz von LCT-Fetten durch MCT-Fette der Energiebedarf signifikant steigt. MCT-Fette sind demnach zur Vorbeugung von Übergewicht geeignet, so Feldheim. Als mögliche Erklärung für diese Ergebnisse führte Professor Feldheim folgende Besonderheiten mittelkettiger Fettsäuren an:
Privatdozentin Dr. Christine Metzner betonte, dass MCT-Fette einen energiesparenden Effekt aufweisen und dass sie im Stoffwechsel Vorfahrt haben. Die ernährungsmedizinische Leiterin des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik betonte, dass MCT-Fette keine Speicherfette sind und dass der Körper sie nicht in die Fettzellen einlagert. Im Stoffwechsel verhalten sich MCT-Fette bei Schlanken und Übergewichtigen nach Aussagen von Privatdozentin Metzner gleich. Bei adipösen Personen ist die Oxidation von LCT im Vergleich zu normalgewichtigen Kontrollpersonen herabgesetzt, während dieser Oxidationsunterschied bei MCT in diesen beiden Gruppen nicht nachweisbar ist. Der durch die Nahrungsaufnahme gesteigerte Energieumsatz (postprandiale Thermogenese) beträgt bei einer Mischkost rund 8 bis 15 Prozent, davon entsprechen 2 bis 4 Prozent der mit Fett aufgenommenen Energiemenge. Verzehrte MCT tragen hingegen bis zu 7 Prozent zur postprandialen Thermogenese bei, so Metzner. MCT-Fette verbrauchen also mehr Energie als LCT-Fette. Aus ernährungsmedizinischer Sicht ist eine MCT-Kost als Dauerkost geeignet, wenn sie ausreichend essentielle Fettsäuren und fettlösliche Vitamine enthält, so Müller. MCT-Fette liefern dem Körper 10 Prozent weniger Energie als normales Fett (MCT: 8,3 kcal/g und LCT: 9,3 kcal/g). Mit der üblichen Ernährungsweise nimmt der Mensch nur wenig MCT-Fette zu sich. Daher muss der Einstieg in eine MCT-Kost langsam erfolgen. Die MCT-Fett-Zufuhr beginnt mit 10 bis 20 Gramm und wird um 10 Gramm täglich auf bis 40 bis 60 Gramm MCT Fett am Tag gesteigert. Wird der langsame Kostaufbau nicht eingehalten, kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen kommen.
Für Übergewichtige empfiehlt das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) jetzt eine kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Reduktionskost mit 1200 bis 1800 Kilokalorien. Durch den Austausch von Butter, Margarine und Öl durch MCT-Produkte erhält der Körper 10 Prozent weniger Energie, der Energiebedarf steigt und der Jo-Jo-Effekt ist eingeschränkt. MCT-haltige diätetische Lebensmittel sind über den Versandhandel und in Reformhäusern erhältlich. Weitere Informationen erteilt das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) über seinen Beratungsdienst oder das Internet.
* Die Prager MCT-Studie konnte mit der Unterstützung der Firma Heirler Projekte, München, durchgeführt werden
Quelle: ots
Weitere Informationen: www.diet-aachen.de
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