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In Deutschland unterziehen sich jährlich rund 16 000 Patienten wegen gut-artiger Erkrankungen einer Strahlentherapie. Wirksam ist diese Behandlung etwa bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrosen. Erhalten Patienten ein künstliches Hüftgelenk, kann die Strahlentherapie Verknöcherungen vermeiden. Das berichten Experten auf der DEGRO Jahresversammlung vom 8.-11. September in Hamburg.
Die Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen erlebt derzeit eine Renaissance. Strahlen sind nicht nur im Kampf gegen bösartige Erkrankungen wirksam, sondern können auch Entzündungen eindämmen und gutartige Bindegewebswucherungen verhindern.
Strahlentherapie bei schmerzhaftem Fersensporn
Fersensporne sind kleine knöcherne Wucherungen, die wie ein "Dorn im Fleisch" heftige Beschwerden auslösen können und das Gehen nur unter stärksten Schmerzen erlauben. Hier kann eine Strahlentherapie wirksame Abhilfe leisten.
Im Universitätsklinikum Münster wurden 117 Patienten mit schmerzhaftem Fersensporn zwei mal pro Woche - insgesamt zehn Sitzungen - bestrahlt. Bereits bei Abschluss der Behandlung war ein Viertel der Patienten schmerzfrei, 34 Prozent gaben eine wesentliche Besserung und 26 Prozent immerhin eine Schmerzlinderung an.
Da der volle Erfolg einer Strahlentherapie bekanntermaßen häufig erst einige Wochen später eintritt, wurde nach 20 Monaten eine erneute Kontrolluntersuchung durchgeführt. Dabei waren 75 Prozent der Patienten schmerzfrei, zwölf Prozent gaben eine wesentliche Besserung an, bei drei weiteren Patienten bestand eine Schmerzlinderung. Nur bei zehn Patienten war die Therapie erfolglos geblieben.
Arthrose-Knie durch Strahlen wieder flott
Am häufigsten wird die Strahlentherapie bei Abnutzungserscheinungen im Kniegelenk (Gonarthrose) eingesetzt. Einer solchen Behandlung unterziehen sich in Deutschland rund 10000 Patienten jährlich. Solche Gelenkserkrankungen sind bei älteren, und vor allem auch korpulenteren Menschen sehr häufig. Sie können die Gehfähigkeit hochgradig beeinträchtigen und sind überaus schmerzhaft.
Ärzte des Klinikums Suhl behandelten 166 Patienten mit Gonarthrose. Bei 57 Prozent war die Bestrahlung wirksam: bei 27 Prozent wurde eine wesentliche Besserung erzielt, und 30 Prozent gaben eine Schmerzlinderung an.
Penisverkrümmung durch Strahlen begradigt
Meist schamhaft verschwiegen, für den Betroffenen jedoch ein gravierender Einschnitt in die Lebensqualität, ist die Penisverkrümmung (Induratio penis plastica). Dabei handelt es sich um eine einseitige Bindegewebswucherung, die zu einer Seitenverkrümmung des Gliedes führt.
Diese kann so erheblich sein, dass es dem Patienten unmöglich ist, der Partnerin seine Manneskraft in gewünschter Weise zuteilwerden zu lassen. Darüber hinaus kann die Verkrümmung mit Schmerzen bei der Erektion verbunden sein. Medikamentös ist diese Erkrankung kaum zu beeinflussen.
Strahlentherapeuten der Universitätsklinik Homburg/Saar bestrahlten 154 Patienten mit Induratio penis plastica und erreichten bei einem Drittel eine Besserung der Symptomatik, ohne dass nennenswerte Nebenwirkungen auftraten.
Am Katharinenhospital Stuttgart wurde die Therapie mittels einer speziellen um den Penis gewickelten Manschette durchgeführt, in denen Röhrchen mit einer strahlenden Quelle eingelegt waren, die ihre Energie nur über eine kurze Reichweite abgeben. 17 Patienten wurden bislang so behandelt, nach sechs Monaten gaben zwölf Patienten eine Besserung ihrer Beschwerden an.
Pressestelle:
PD Dr. Marie-Luise Sautter-Bihl, Klinik für Strahlentherapie, Städt. Klinikum Karlsruhe
Tel. (0721)974-4001, Fax: (0721)974-4009, Handy: 0172 7326404
während des Kongresses: CCH, Am Dammtor, 20355 Hamburg, Saal 16
Tel. (040)3569-3340 oder 3569-3341, Fax (040)3569-3342
Dipl. Biol. Barbara Ritzert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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