Medizin Gesundheit

Österreichische Forscher revolutionieren Brustkrebstherapie

Studien bestätigen Wirksamkeit und Verträglichkeit von Anostrozol

Die Hormonbehandlung mit Anastrozol wird die bisherige Standardbehandlung bei Brustkrebs mit Tamoxifen ablösen, sind führende Onkologen überzeugt. Die gestern auf dem 27. jährlichen Brustkrebs-Kongress in San Antonio vorgestellten Ergebnisse zu verschiedenen Behandlungsmethoden des Mammakarzinoms wurden heute, Donnerstag, in Wien im Rahmen eines Pressegesprächs bei AstraZeneca von österreichischen Experten kommentiert. Dabei standen zwei Studien im Zentrum des Interesses: Einerseits die ATAC-Studie (Anastrozol, Tamoxifen alleine oder in Kombination), die die größte und längste je durchgeführte Behandlungsstudie für Brustkrebs im Frühstadium darstellt, und andererseits die Studie acht der ABCSG (Austrian Breast Cancer Study Group), die der Frage nachging, ob es sinnvoll ist, während einer adjuvanten endokrinen Therapie mit einem Antiöstrogen (Tamoxifen) auf einen Aromatasehemmer (Anastrozol) zu wechseln.

9.366 Patientinnen in 21 Ländern nahmen an der ATAC-Studie teil. Sie kommt zu dem Schluss, dass Anastrozol für die primäre adjuvante Therapie postmenopausaler Frauen mit hormonsensitivem, frühem Brustkrebs wirksamer und besser verträglich ist als Tamoxifen. Das Risiko für alle Arten von Brustkrebsrezidiven war erheblich vermindert. Ein weiterer Vorteil gegenüber Tamoxifen ist, dass weniger leichte und schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich um venöse thromboembolische Ereignisse, Schlaganfälle, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Hitzewallungen sowie Vaginalblutungen und -ausfluss. Die Mediziner mussten jedoch einräumen, dass Gelenksymptome und Knochenfrakturen unter Anastrozol häufiger auftreten als bei Tamoxifen. Dies sind jedoch Symptome, die früh genug erkennbar und auch gut behandelbar sind, betonte Ernst Kubista von der Abteilung für Spezielle Gynäkologie am Allgemeinen Krankenhaus Wien.

Bei der österreichischen ABCSG-Studie acht unter der Leitung von Raimund Jakesz und Michael F.X. Gnant wurden den Patientinnen zwei Jahre lang das Antiöstrogen Tamoxifen verabreicht, danach erhielt die Hälfte der Probanden drei Jahre lang das gleiche Medikament, während die andere Hälfte mit dem Aromatasehemmer Anastrozol weiterbehandelt wurde. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Behandlungsmethode “Tamoxifen gefolgt von Anostrozol” das Risiko für die betroffenen Frauen, neuerlich Brustkrebs zu bekommen, deutlich reduzierte. Die Häufigkeit von Lokalrezidiven und Fernmetastasen war im Vergleich mit der Standardtherapie um 40 Prozent vermindert.

Gnant hob hervor, mit der aktuellen Studie einen wichtigen Beitrag zur internationalen Brustkrebsforschung geleistet zu haben. Urban Skog und Christian Werzer von AstraZeneca Österreich betonten, dass AstraZeneca derartige Forschungsprojekte unterstütze und in der Entwicklung neuer Therapien selbst eine treibende Kraft in der globalen Krebsforschung sei.



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