Medizin Gesundheit

Depression wird zur Volkskrankheit Nr. 1

Unternehmen müssen Erfolgsfaktor Gesundheit stärker beachten

Die Depression wird zur Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Dies sagte Professor Michael Kastner heute in Berlin auf dem INQA-Personalforum. Kastner, Inhaber des Lehrstuhls für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Uni Dortmund: “Unternehmen, die im Wettbewerb bestehen wollen, müssen sich darauf einstellen, dass künftig immer mehr Mitarbeiter psychische Probleme haben werden. Gesundheit im Betrieb wird damit zunehmend zu einem Erfolgsfaktor, der als Kernprozess der Unternehmung zu betrachten und zu managen ist.”

Nach Meinung des Dortmunder Experten ist der Zuwachs psychischer Erkrankungen auf die zunehmende Dynaxität (Komplexität plus Dynamik) moderner Lebens- und Arbeitsprozesse zurückzuführen. Damit könne das Entwicklungstempo des Menschen oftmals nicht mithalten. Es komme zu wiederholten Erfahrungen persönlicher Überforderung und dem krankmachenden Schluss, den Anforderungen modernen Lebens dauerhaft nicht gewachsen zu sein.

Kastner: “Unternehmen müssen daher dem Thema Gesundheit künftig eine größere Bedeutung beimessen. Gesundheit in der Organisation – das ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern gehört zum Kern des Managementprozesses.”

Mit dem Thema “Erfolgsfaktor Gesundheit” beschäftigten sich auf der heute in Berlin stattfindenden Veranstaltung 160 Personalverantwortliche aus Unternehmen und Institutionen. Zu den Themen zählten alle Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements – von innovativen Arbeitszeitmodellen, über die Problematik von Work-Life-Balance bis hin zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Veranstaltet wurde das Forum von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), einer gemeinsamen Initiative von Sozialpartnern, Sozialversicherungsträgern, Bund, Ländern, Stiftungen und Unternehmen. Kooperationspartner des Forums waren: BKK, Management Circle, das Netzwerk Unternehmen für Gesundheit und die psychonomics AG.



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