Erstmals Nachweis gelungen
Wissenschaftler von Cancer Research UK haben nachgewiesen, dass eine verbreitete Infektion bei Kindern die Ursache für Krebserkrankungen des Gehirns und des lymphatischen Systems sein kann. Dabei handle es sich um die wahrscheinlichste Ursache für die beobachteten Erkrankungshäufungen. Untersucht wurde das Auftreten von Krebserkrankungen bei Kindern im Nordwesten Englands während der vergangenen 50 Jahre. Das vorgefundene Muster sei durch einen Zufall nicht zu erklären, betonte das Team um Richard McNally auf der noch bis 25. September in Kopenhagen stattfindenden European Cancer Conference.
Analysiert wurden die Daten von rund 5.000 Erkrankungen, die zwischen 1954 und 2001 aufgetreten waren. Das Hodgkin-Lymphom und Astrozytome traten gleichzeitig in den gleichen Gegenden viel häufiger auf als zu erwarten war. Um Häufungen handelte es sich dann, wenn die Kinder innerhalb eines Jahres geboren waren und zum Zeitpunkt ihrer Geburt innerhalb eines Fünf-Kilometerabstandes lebten. Eine ähnliche Häufung wurde bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und Astrozytomen sowie bei ALL und beim non-Hodkin-Lymphom beobachtet.
Obwohl laut BBC die meisten der Häufungen mit drei oder vier Fällen eher klein waren, machte ihre Anzahl die Wissenschaftler stutzig. Der erstmalige Nachweis dieser Erkrankungshäufungen sei laut McNally ein großer Fortschritt, der auf eine Gemeinsamkeit bei allen diesen Krebsarten hindeute. “Wir haben daraus geschlossen, dass die Ursache etwas mit einer unregelmäßig auftretenden umweltbedingten Belastung zu tun haben muss. Am ehesten kommen dafür Infektionen in Frage, die in Wellen kommen und gehen.”



