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Kürzere Telomere bedeuten kürzeres Leben

31.01.2003

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Vorteil für Frauen: Chromosomen-Enden um 3,5 Prozent länger

Seit langer Zeit vermuten Forscher, dass die Telomerlänge in direktem Zusammenhang mit dem Alterungsprozess von Zellen steht. Eine direkte Verbindung zwischen den kleinen DNA-Teilchen, die Chromosomen-Enden (Telomere) schützen, und der Lebensdauer des Menschen konnte bislang aber nicht eindeutig hergestellt werden. Jetzt haben Wissenschaftler der University of Utah bei der Untersuchung von 20 Jahre alten Blutproben festgestellt, dass Menschen über 60 Jahre mit kürzeren Telomeren doppelt so häufig in den nächsten 15 Jahren sterben, vor allem an einer Herzerkrankung oder einer Lungenentzündung. Bei Frauen, die tendenziell länger als Männer leben, waren die Telomere um 3,5 Prozent länger als bei Männern des selben Alters. Catherine Blackburn von der University of California/San Francisco relativiert aber die Ergebnisse: Sie implizierten nicht unbedingt, dass kürzere Telomere einen frühen Tod bedingen.

Die US-Forscher unter der Leitung des Genetikers Richard Cawthon maßen die Telomere bei einer zufällig ausgewählten Gruppe von 150 Patienten mit einem Alter über 60 Jahren. Jene mit kürzeren Telomeren starben acht Mal häufiger an einer Infektionskrankheit und erlitten drei Mal häufiger einen Schlaganfall. Eine Erklärung, eher an einer Infektionskrankheit zu sterben, könnte laut Cawthon folgende sein: Telomere, repetitive Sequenzen an den Enden der Chromosomen, sichern deren Stabilität bei der DNA-Replikation. Bei jeder Zell-Replikation besitzen Tochterzellen aber geringfügig kürzere Telomere. Bei gesunden Personen schrumpfen Telomere bis ins höhere Alter nicht signifikant, da das Enzym Telomerase eine Regeneration garantiert. Dennoch können Telomere so kurz werden, dass sich die DNA-Stränge nicht mehr replizieren oder sogar zusammenkleben. Besonders weiße Blutzellen sind auf die schnelle Replikation angewiesen, um Infektionen abzuwehren. Eine verzögerte Replikation durch verkürzte Telomere könnte folglich die Erklärung für die höhere Infektionsanfälligkeit sein.

Noch ist allerdings nicht gesichert, ob die Länge der Telomere tatsächlich glaubwürdig die Lebensdauer vorhersagen kann. Dies würde nämlich heißen, dass ein einfacher Bluttest in weniger als sechs Stunden das Lebensalter bestimmen könnte, berichtet der britische Independent. Eine futuristisch klingende Option wäre es auch, durch die Verlängerung der Telomere, mitunter durch Telomerase-Injektionen, die Lebenserwartung anzuheben.

Sandra Standhartinger | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.utah.edu
www.independent.co.uk

Weitere Berichte zu: Infektionskrankheit Replikation Telomer

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