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Künstliche Gebärmutter entwickelt

12.02.2002


Embryonen können außerhalb des weiblichen Körpers wachsen

Ärzte haben ein künstliche Gebärmutter entwickelt, in der Embryonen außerhalb des Körpers der Mutter wachsen. Die Forscher sehen das als einen Durchbruch für die Behandlung von kinderlosen Frauen. Dies berichtet Robin McKie von der britischen Zeitung "The Observer".

Der Prototyp für die künstliche Gebärmutter wurde aus Zellen hergestellt, die Frauen aus dem Endometrium (Zellschicht, welche die Gebärmutter auskleidet) entnommen worden waren. Die Zellen wuchsen im Labor unter der Zugabe von Hormonen und Wachstumsfaktoren auf einem Gerüst aus biologisch abbaubaren Material, das die Form einer Gebärmutter hatte. So bildete sich ein Gewebe, dem Östrogen und Nährstoffe zugesetzt wurden. Es gelang Hung-Ching Liu vom Cornell University´s Centre for Reproductive Medicine and Infertility Embryonen sechs Tage lang darin wachsen zu lassen. Der Embryo nistete sich in der Gebärmutter ein und wurde größer. Nach sechs Tagen musste das Experiment auf Grund der Bestimmungen für in-vitro Fertilisation (IVF) abgebrochen werden. Nun plant Liu, den maximal zulässigen Zeitraum für IVF von 14 Tagen auszuschöpfen. So soll überprüft werden, ob die Zellen weiter differenzieren, der Embryo Anlagen für Blutgefäße und Organe entwickelt und sich ein Mutterkuchen bildet.

Ziel dieser Arbeit ist es, Frauen mit geschädigter Gebärmutter zu ermöglichen, Kinder zu bekommen. Eine Abstoßungsreaktion soll es nicht geben, da die Zellen der Mutter entnommen werden. Als nächsten Schritt sind Experimente mit Mäusen und Hunden geplant. Sind diese erfolgreich, wird das Forschungsteam versuchen, das Limit der 14 Tage zu überschreiten. Eine andere Methode hat der Wissenschaftler Yoshinori Kuwabara von der Juntendo Universität in Tokyo entwickelt: Sein Team hat Ziegen Föten entnommen, in ein mit Fruchtwasser gefülltes Plastikbecken gegeben und auf Körpertemperatur stabilisiert. Eine Maschine pumpt Nährstoffe in das Becken hinein und beseitigt Abfallstoffe. Der Fötus blieb zehn Tage am Leben. Diese Methode soll bei schwierigen Schwangerschaften oder extremen Frühgeburten dem Fötus einen alternativen Lebensraum geben.

Beide Forschungsgruppen glauben, dass in ein paar Jahren künstliche Gebärmuttern fähig sind, Embryonen für neun Monate zu versorgen. Als Vorteil wird angeführt, dass eine künstliche Gebärmutter ein sichereres Umfeld für ein heranwachsendes Lebewesen darstellt, als die natürliche, da dort Schadstoffe von der Mutter wie Alkohol und Medikamente Auswirkungen haben. Der ethische Aspekt wird bei der großen internationalen Konferenz "The End of Natural Motherhood?" in Oklahoma nächste Woche diskutiert werden.

Robin McKie | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.observer.co.uk
http://www.med.juntendo.ac.jp/student/student42.html
http://www.apa.udel.edu/apa/opportunities/conferences/2002/feb/endofmotherh.html

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