Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Lehrstühle präsentieren auf der Hannover-Messe Industrie

19.04.2002


Mit einem neuartigen Verfahren zur Herstellung, Verarbeitung und Veredelung nicht-metallischer Werkstoffe und innovativen Lösungen für den Leichtbau ist die Universität Bayreuth auf der größten Industriemesse der Welt, der Hannover Messe, vertreten, die noch bis zum kommenden Sonntag in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfindet. Beide Messebeiträge sind von Wissenschaftlern der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN) beigesteuert worden.
Der Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung (Professor Dr. Monika Willert-Porada) präsentiert in Hannover LAMP (Laser Assisted Microwave Processing), ein neuartiges Verfahren zur Herstellung, Verarbeitung und Veredelung nicht-metallischer Werkstoffe, insbesondere keramischer Hochteperatur-Werkstoffe und anorganischer Gläser, das auf einer kombinierten Anwendung von Laser- und Mikrowelleneinstrahlung beruht. Hierbei wird die hohe lokale Energiedichte eines Lasers zur Zündung einer oberflächengebundenen Mirkrowellen-Plasmaentladung genutzt, wobei die Positionierungsgenauigkeit und die Verfahrbarkeit dieser Plasmaentladung auf der Werkstückoberfläche durch eine Präzisionssteuerung des Laserstrahls gewährleistet wird.
Die Energieeintragung ins Plasma erfolgt durch die Mikrowellen. Damit wird das Werkstück wesentlich schonender mit Wärme behandelt, als bei einer direkten Lasererwärmung. Tiefe und Breite der Wärmeeinflusszone im keramischen Material können gegenüber einer Laserbehandlung stark vergrößert werden ohne das Werkstück zu schädigen. Die lasertypische Schneidwirkung tritt beim LAMP nicht auf.
Auf der Hannover Messe werden ein im Labor eingesetzter Prototyp der LAMP-Anlage und Prozessbeispiele vorgestellt. Ziel der aktuellen apparativen Entwicklung ist eine vielfältig anwendbare LAMP-Anlage, die mit hoher Ortsauflösung keramische Schmelzen auf keramischen oder metallischen Substraten und auf Gläsern erzeugt.
Der Lehrstuhl Metallische Werkstoffe ist mit Dr.-Ing. Jean Pierre Bergmann und innovativen Lösungen für den Leichtbau auf der Industriemesse vertreten. Gerade der Automobilbereich hat im letzten Jahrzehnt dafür gesorgt, dass aus Gewichts- und Kostengründen vermehrt Leichtwerkstoffe eingesetzt werden. Die Lasertechnologie hat sich dabei als geeignetes Schweißverfahren etabliert. Das steigende Interesse an Leichtbau führt derzeit zu weiteren Anwendungen von anderen Leichtwerkstoffen, die bisher vor allem in der Luft- und Raumfahrttechnik verwendet wurden. Daher wird nun vor allem die Laserschweißeignung von hochfesten Aluminiumlegierungen, Titan- und Magnesiumwerkstoffen untersucht, da es nicht ausreichend ist, einen Werkstoff durch einen anderen "blind zu ersetzten".
Vor diesem Hintergrund wird von den Bayreuther Wissenschaftlern das gezielte Zusammenfügen von Werkstoffkombinationen gezeigt. So konnte am Lehrstuhl Metallische Werkstoffe mit einem Nd: YAG-Laser verzinkter Stahl mit Aluminium erfolgreich verfügt werden. Da Werkstoffe wie Magnesium und Titan schlicht verformbar sind, wurden Lösungen gefunden, Profile als Schweißkonstruktionen auszuführen. Dabei kann die Form frei ausgewählt werden. Schließlich können die lokalen Eigenschaften von Leichtwerkstoffen, wie z.B. die Verschleißbeständigkeit, ebenfalls mit Lasertechnologie wirtschaftlich gelöst werden. So führten die am Lehrstuhl vorgenommen Untersuchungen an Aluminiumzylinderlaufflächen zu einer Verbesserung der Gesamteigenschaften.

Jürgen Abel M. A. | idw

Weitere Berichte zu: LAMP Leichtbau Luft- und Raumfahrt Werkstück

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Eigenschaften von Magnetmaterialien gezielt ändern
16.11.2016 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie