Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Forschungskooperation an der Martin-Luther-Universität

17.04.2002


Transferinitiative zur verbesserten Nutzung von
Grundlagenkenntnissen für Innovationen in der Wirtschaft

Das neue Programm "Transferinitiative" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) startet als Pilotprojekt deutschlandweit erstmals an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Hauptausschuss der DFG stimmte im März 2002 der Transferinitiative zum Thema "Optimierung von Steifigkeit, Festigkeit, Zähigkeit von Polymerwerkstoffen" zu.
Grundidee ist sowohl eine verbesserte interdisziplinäre Forschung zwischen Arbeitsgruppen der Universität und der Industrie als auch die gemeinsame Suche danach, wie Kenntnisse der Grundlagenforschung für eine Umsetzung in der Industrie genutzt werden können.
Das Vorhaben wird für drei Jahre mit 1,8 Mio. Euro gefördert: Die DFG und die Industrie steuern jeweils die Hälfte bei.

Ziel der Transferinitiative "Optimierung von Steifigkeit, Festigkeit, Zähigkeit von Polymerwerkstoffen" ist die Herstellung von Polymerwerkstoffen (Kunststoffen) mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, die sich herkömmlicherweise nicht gleichzeitig verbessern lassen. Zu diesem Zweck werden neue Linien der Polymersynthese genauso genutzt wie neuartige mikromechanische Effekte. So kann z. B. statt des bekannten Massenplastes Polystyrol, dessen Einsatzgebiete durch seine große Sprödigkeit und Bruchdehnung von nur einigen Prozent begrenzt sind, durch spezielle mikromechanische Fließmechanismen ein steifer, hochzäher Werkstoff mit Bruchdehnungen von einigen 100 Prozent erzielt werden. Oder es sollen - bei gleichbleibendem mechanischem Eigenschaftsniveau - die Gebrauchstemperaturen durch eine modifizierte Synthese auf deutlich über 100° C erhöht werden.
In Projekten von Chemikern, Ingenieuren und Werkstoffwissenschaftlern aus den Fachbereichen Chemie und Ingenieurwissenschaften der Universität werden anwendungsrelevante Themen mit den Industriepartnern BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Röhm GmbH Darmstadt und Borealis Linz bearbeitet. In einer zweiten Projektetappe nach 2004 sollen verstärkt auch Industriepartner aus der Region einbezogen werden.
Voraussetzungen für die Vergabe dieses Pilotprojektes an eine Forschungsgruppe der Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Prof. Dr. Goerg H. Michler (Institut für Werkstoffwissenschaften und Institut für Polymerwerkstoffe) liegen einerseits in dem hervorragendem gerätetechnischem Potenzial und in der zielgerichteten Nutzung dieses Potenzials für innovative Forschungsschwerpunkte. Außerdem konnte die Forschergruppe durch Mitarbeit in einem vorangegangenem Innovationskolleg, das die DFG über 5 Jahre an der halleschen Universität förderte, Erfahrungen mit anwendungsrelevanten Forschungen sammeln. Besonders innovative Grundlagenprojekte werden jetzt in der Transferinitiative in direkter Kooperation mit Industriepartnern weitergeführt. Schließlich trug auch die konstruktive Unterstützung durch das Rektorat und das Kultusministerium zur Bewilligung dieser Transferinitiative bei.

Nähere Informationen:
Telefon: 03461 462745/463745
E-Mail: michler@iw.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw

Weitere Berichte zu: DFG Polymerwerkstoff Potenzial Steifigkeit Transferinitiative

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wie wirksam sind Haftvermittler? Fraunhofer nutzt Flüssigkeitschromatographie zur Charakterisierung
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Dem Lichtstrahl auf die Sprünge geholfen
21.07.2016 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz