Anzeige
Göttinger Institut für Holzbiologie und Holztechnologie entwickelt Veredelungstechniken
Holz muss regelmäßig gepflegt werden: Die UV-Strahlung des Sonnenlichts zerstört die Oberfläche, Feuchtigkeit dringt ein und ermöglicht Pilzbefall, Lacke platzen ab, weil sich das Holz je nach Witterung ausdehnt oder zusammenzieht. Wissenschaftler am Institut für Holzbiologie und Holztechnologie der Universität Göttingen arbeiten daran, den schnell nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz durch gezielte Eingriffe in seine zellulären Struktur grundsätzlich so zu verändern, dass er witterungsbeständig und haltbar wird. "Wir schaffen einen ganz neuen Werkstoff, der aber den typischen Charakter und die Anmutung der Hölzer bewahrt", so Institutsleiter und Holztechnologe Prof. Dr. Holger Militz, der zur Zeit zehn, teilweise international vernetzte Forschungsprojekte mit einem Forschungsbudget von mehreren Millionen Euro zur Holzmodifizierung leitet. Das Ziel, das seine Mitarbeiter und er im Auge haben: Das veredelte Holz ist Wasser abweisend, wird weder schrumpfen noch quellen, hält Lichteinflüssen ohne Verfärbungen stand und bietet zerstörerischen Pilzen keine Basis mehr.
"In etwa der Hälfte der Projekte leisten wir Grundlagenforschung, bei den anderen arbeiten wir eng mit der chemischen und der Holz verarbeitenden Industrie zusammen, die ein wichtiger Geldgeber für uns ist." Dabei werden verschiedene Verfahren zur Holzmodifizierung und Imprägnierung im Labor erprobt und in Versuchsanlagen auf ihre verfahrenstechnische Tauglichkeit geprüft: eine Hitzebehandlung bei 200 Grad Celsius, das Einbringen von Essigsäure (Acetylierung), die Behandlung mit Harzen, Ölen und Wachsen und mit siliziumhaltigen Verbindungen. Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie die chemische Struktur der Holzzellen grundsätzlich verändern, aber, so der Holztechnologe, absolut ungiftig sind. Die Forschung konzentriert sich dabei auf die Veredelung relativ günstiger und schnell nachwachsender Weichhölzer, beispielsweise der europäischen Pappel und Kiefer. Prof. Militz, weist dabei auf den Klimaschutzaspekt intakter Waldgebiete hin und betont, dass so die Abholzung von witterungsbeständigen Harthölzern aus den Tropen künftig drastisch eingedämmt werden könnte.
Einige der Verfahren stehen kurz vor der Marktreife; hitzebehandeltes Holz wird bereits im Fassaden- und Fensterbau verwendet, so beispielsweise für den Bau des finnischen Pavillions auf dem Expo-Gelände in Hannover. Die Veredelung des Holzes wird den Werkstoff nicht extrem verteuern, so Prof. Militz. Da kostenintensive Pflege- und Nachbehandlungen weitgehend wegfallen, lägen die Kosten gerechnet auf die Lebenddauer der Produkte unter Umständen sogar niedriger. Noch hat der Endverbraucher von den modifizierten Hölzern wenig mitbekommen: "Wir befinden uns in einer Umbruchphase, aber innerhalb der nächsten Jahre werden die neuen Holzwerkstoffe auf dem Markt sein. Diese Revolution spielt sich allerdings eher auf großindustriellem Niveau ab. Die Produkte werden zunächst vor allem der Holzindustrie zur Verfügung stehen und nicht direkt im Baumarkt zu finden sein", so Prof. Militz.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Holger Militz, Andreas Krause
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Institut für Holzbiologie und Holztechnologie
Büsgenweg 4,
37077 Göttingen
Tel. (0551) 39-2051,
Fax (0551) 39-3737
E-Mail: akrause2@gwdg.de
Marietta Fuhrmann-Koch | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-forst.gwdg.de/forst/uffn/homepage.htm
Weitere Berichte zu: Holzbiologie > Holzmodifizierung > Holztechnologie > Zellstruktur
Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber
08.02.2012 | Karlsruher Institut für Technologie
All Foamed Up
07.02.2012 | Angewandte Chemie International Edition
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.
Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.
In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...
Anzeige
Anzeige

Zwerggalaxie hat großen Hunger
08.02.2012 | Physik Astronomie
Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert
08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms
08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Bauwerke gebrauchstauglich halten
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten