Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit optischem Gedächtnis

30.05.2007
Alexander von Humboldt-Stipendiat Saleh Ahmed entwickelt neue Materialien mit Hilfe der Photochromatie

Wenn sich eine Sonnenbrille unter Lichteinstrahlung verdunkelt, dann hat man es mit einem photochromen Prozess zu tun. Dieser Vorgang läuft natürlich nicht im Glas, sondern in dessen hauchdünner Beschichtung ab. Das Material, das sich unter Lichteinfluss verändert, gewinnt bei Wegfall der Lichteinstrahlung seine ursprünglichen Eigenschaften wieder, zum Beispiel die Farbe. Angewendet wird dieses Phänomen bereits in der Brillenherstellung. Der ägyptische Forscher Saleh Ahmed hält sich derzeit als Alexander von Humboldt-Stipendiat im Institut für Chemie an der TU Berlin auf und sucht nach neuen Materialien, für die diese Eigenschaften von Vorteil sein könnten.

"In den vergangenen Jahren ist das Design und die Synthese von organischen photochromen Verbindungen wegen ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zu einem intensiv beforschten und sehr erfolgreichen Gebiet geworden", erzählt Dr. Saleh Ahmed. "In dem bemerkenswerten ,optischen Gedächtnis' und den vielseitigen photooptischen Veränderungsmöglichkeiten liegt ein besonders hohes Anwendungspotenzial, neben der Brillen-herstellung zum Beispiel auch in der Pharmazie oder in der Computerherstellung. Die neuen photochromen Materialien könnten zum Beispiel wertvoll sein für Kosmetik und Zahnfüllungsmaterial, Geldkomponenten, Sicherheitstinte und insbesondere für die optische Speicherung von Daten verschiedener Art."

Während seiner Promotion an der Universität Saarbrücken kümmerte sich Saleh Achmed um Dihydroindolizin-Derivate, die von seinem deutschen Doktorvater Professor Heinz Dürr in Saarbrücken entdeckt und entwickelt wurden. Sie seien besonders viel versprechend, weil sie sehr ermüdungsresistent sind, die Komponenten daher eine lange Lebensdauer haben.

Saleh Ahmed kommt von der ägyptischen Assiut University und forscht derzeit als Alexander von Humboldt-Stipendiat an der TU Berlin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Karola Rück-Braun im Institut für Chemie. An der TU Berlin will er neue photochrome Materialien synthetisieren und weiterentwickeln, indem er die chemische Struktur verändert und damit die photochromen Eigenschaften der Materialien. Der ägyptische Forscher hat viel internationale Erfahrung. Insbesondere hat er bereits mehrere Forschungsaufenthalte in Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Saudi-Arabien absolviert.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr. Ahmed Saleh, Technische Universität Berlin, Institut für Chemie, Tel.: 030 / 314 - 2 93 51, E-Mail: ahmed@chem.tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2007/pi124.htm

Weitere Berichte zu: Gedächtnis Lichteinstrahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wie wirksam sind Haftvermittler? Fraunhofer nutzt Flüssigkeitschromatographie zur Charakterisierung
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Dem Lichtstrahl auf die Sprünge geholfen
21.07.2016 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz