Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freiberg Metallformer bündeln europäische Kompetenzen

27.04.2007
Internationale Spezialisten der Werkstoff- und Umformsimulation gründeten Ende März an der TU Bergakademie Freiberg die europäische Arbeitsgemeinschaft "European GLEEBLE® working group".

Initiiert wurde das Projekt vom Freiberger Institut für Metallformung zusammen mit der amerikanischen Firma Dynamic System Incorporated (DSI). Ziel ist es, die europaweit vorhandenen Forschungskapazitäten der Einrichtungen, die mit Gleeble-Anlage arbeiten, zu bündeln.

An der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft sind Fachleute aus Finnland, der Niederlande, Spanien, Italien, Österreich und Polen beteiligt, die GLEEBE-Anlagen der Firma DSI nutzen. Weitere Partner aus Frankreich, Großbritannien und Belgien haben ihre Mitarbeit zugesagt. Die Arbeitsgemeinschaft will durch Erfahrungsaustausch und Überprüfung von Ergebnissen in Ringversuchen den Einsatz der Anlagen verbessern. Zudem erhoffen sich die Teilnehmer durch engere Kooperationen Fortschritte bei der Simulationstechnik sowie bei Simulationsverfahren auf dem Gebiet der Metallformung.

GLEEBE-Anlagen kommen in ganz Europa an Forschungseinrichtungen und in der Industrie zum Einsatz. "Wir nutzen zwei Maschinen in unserem Werkstoffkompetenzzentrum, das unter anderem für die Entwicklung und Optimierung von Werkstoffen zuständig ist", erläutert Dr. Hans-Peter Schmitz von ThyssenKrupp Steel, Gründungsmitglied der "European GLEEBLE® working group". "Die beiden Anlagen ermöglichen uns dabei einen Einblick in die innere Struktur der Metalle und lassen uns Prozesse wie Ver- und Entfestigung oder Umwandlung besser verstehen. Mit dem gewonnen Wissen können Produkte mit neuen Eigenschaften entwickelt werden. Zudem lassen sich vorhandene Werkstoffe in Richtung gleichmäßigerer Eigenschaften optimieren."

... mehr zu:
»DSI »GLEEBLE »Metallformer »Metallformung

Auch das Freiberger Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg setzt mit der neu entwickelten GLEEBLE HDS-V40 ein Gerät von DSI in seiner Forschung und Ausbildung ein. Damit verfügt das Institut über die weltweit modernste Anlage zur Technologiesimulation sowie zur Bestimmung von Werkstoffkennwerten für Stähle und Nichteisenmetalle. "Derzeit kommt die GLEEBLE unter anderem in zwei Forschungsprojekten zum Einsatz", erläutert Prof. Rudolf Kawalla, Direktor des Instituts für Metallformung. "Zusammen mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und europäischen Industriepartnern entwickeln wir neue energieeffiziente Umformtechnologien. Dabei nutzen wir die Erstarrungswärme. Bisher wurde der Werkstoff nach seinem Erstarren auf Raumtemperatur abgekühlt, um anschließend zur Umformung wieder erhitzt zu werden. Dadurch ging viel Energie verloren.

Mit der GLEEBLE entwickelten wir ein Verfahren, bei dem der Abkühlprozess vermieden wird und wir direkt umformen - dies reduziert die CO2-Emission erheblich." In einem weiteren Projekt erforscht das Institut an der GLEEBLE neue Werkstoffe mit Nano-Strukturen. Sie sollen später unter anderem in der Medizin für Implantate eingesetzt werden.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Rudolf Kawalla
TU Bergakademie Freiberg
Institut für Metallformung
Bernhard von Cotta Str. 4
09596 Freiberg
Tel: 03731 / 392479
Fax: 03731 / 393656
E-Mail: Rudolf.Kawalla@imf.tu-freiberg.de

Christian Möls | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-freiberg.de/

Weitere Berichte zu: DSI GLEEBLE Metallformer Metallformung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops