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Initiiert wurde das Projekt vom Freiberger Institut für Metallformung zusammen mit der amerikanischen Firma Dynamic System Incorporated (DSI). Ziel ist es, die europaweit vorhandenen Forschungskapazitäten der Einrichtungen, die mit Gleeble-Anlage arbeiten, zu bündeln.
An der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft sind Fachleute aus Finnland, der Niederlande, Spanien, Italien, Österreich und Polen beteiligt, die GLEEBE-Anlagen der Firma DSI nutzen. Weitere Partner aus Frankreich, Großbritannien und Belgien haben ihre Mitarbeit zugesagt. Die Arbeitsgemeinschaft will durch Erfahrungsaustausch und Überprüfung von Ergebnissen in Ringversuchen den Einsatz der Anlagen verbessern. Zudem erhoffen sich die Teilnehmer durch engere Kooperationen Fortschritte bei der Simulationstechnik sowie bei Simulationsverfahren auf dem Gebiet der Metallformung.
GLEEBE-Anlagen kommen in ganz Europa an Forschungseinrichtungen und in der Industrie zum Einsatz. "Wir nutzen zwei Maschinen in unserem Werkstoffkompetenzzentrum, das unter anderem für die Entwicklung und Optimierung von Werkstoffen zuständig ist", erläutert Dr. Hans-Peter Schmitz von ThyssenKrupp Steel, Gründungsmitglied der "European GLEEBLE® working group". "Die beiden Anlagen ermöglichen uns dabei einen Einblick in die innere Struktur der Metalle und lassen uns Prozesse wie Ver- und Entfestigung oder Umwandlung besser verstehen. Mit dem gewonnen Wissen können Produkte mit neuen Eigenschaften entwickelt werden. Zudem lassen sich vorhandene Werkstoffe in Richtung gleichmäßigerer Eigenschaften optimieren."
Auch das Freiberger Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg setzt mit der neu entwickelten GLEEBLE HDS-V40 ein Gerät von DSI in seiner Forschung und Ausbildung ein. Damit verfügt das Institut über die weltweit modernste Anlage zur Technologiesimulation sowie zur Bestimmung von Werkstoffkennwerten für Stähle und Nichteisenmetalle. "Derzeit kommt die GLEEBLE unter anderem in zwei Forschungsprojekten zum Einsatz", erläutert Prof. Rudolf Kawalla, Direktor des Instituts für Metallformung. "Zusammen mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und europäischen Industriepartnern entwickeln wir neue energieeffiziente Umformtechnologien. Dabei nutzen wir die Erstarrungswärme. Bisher wurde der Werkstoff nach seinem Erstarren auf Raumtemperatur abgekühlt, um anschließend zur Umformung wieder erhitzt zu werden. Dadurch ging viel Energie verloren.
Mit der GLEEBLE entwickelten wir ein Verfahren, bei dem der Abkühlprozess vermieden wird und wir direkt umformen - dies reduziert die CO2-Emission erheblich." In einem weiteren Projekt erforscht das Institut an der GLEEBLE neue Werkstoffe mit Nano-Strukturen. Sie sollen später unter anderem in der Medizin für Implantate eingesetzt werden.
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Rudolf Kawalla
TU Bergakademie Freiberg
Institut für Metallformung
Bernhard von Cotta Str. 4
09596 Freiberg
Tel: 03731 / 392479
Fax: 03731 / 393656
E-Mail: Rudolf.Kawalla@imf.tu-freiberg.de
Christian Möls | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-freiberg.de/
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