Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Superelastische Polymere: Kunststoffe der Zukunft

19.10.2006
Festigkeit und Elastizität versprechen hohe Flexibilität im Anwendungsbereich

Anzeige

Einem Wissenschaftsteam des Instituts für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter der Leitung von Roland Weidisch ist es gelungen, superelastische Kunststoffe mit herausragenden Eigenschaften zu entwickeln. Somit wird eine Ausdehnung bis weit über das Zehnfache ihrer ursprünglichen Größe möglich. Eine Belastung bis 1.000 Prozent soll demnach möglich sein, wobei diese innovativen Polymere ihre anfängliche Form komplett wieder annehmen.


Im Gespräch mit pressetext weist Weidisch darauf hin, dass das Geheimnis in der Molekülverknüpfung liegt und sich potenzielle Anwendungsgebiete industrieweit finden lassen. Der Experte spricht hierbei den zukunftsweisenden Einsatz superelastischer Kunststoffe vor allem in der Medizin als Silikonersatz an, wobei sich die Forschungsergebnisse in diesem Bereich noch teilweise im Grundlagenstadium befinden. Den ehest möglichen Einsatzort dieser Werkstoffe sieht der Wissenschaftler in den USA, da mit der chemischen Synthese neue Patentierungsmöglichkeiten offen stehen. In der Prognose gibt sich der Forscher dahingehend optimistisch, als erste Testverfahren im akustischen Membranenbereich Erfolg versprechend waren und sich schon im nächsten Jahr industriell etablieren werden. Hierbei hält er die Anwendung im Lautsprecher- und Kopfhörerbereich nicht nur für die USA, sondern bald auch für den gesamten europäischen Raum für durchaus realistisch.

Die Eigenschaften superelastischer Kunststoffe werden durch lange Ketten ihrer verknüpften molekularen Einzelbausteine erreicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kunststoffen, wie beispielsweise Polystyrol (PS) oder Polyvinylchlorid (PVC), sind superelastische Kunststoffe aus einer elastischen Grundkette mit zusätzlichen komplexen Verzweigungen, wie etwa PS, aufgebaut. Folglich lassen sich die an für sich gegensätzlichen Eigenschaften einer stabilen Festigkeit einerseits und hoher Elastizität andererseits erreichen. Ergebnisorientiert steht bei der wissenschaftlichen Erforschung solcher Art neuer Kunststoffe die chemische und physikalische Grundstruktur im Vordergrund. Anwendungsspezifisch werden die mechanischen Eigenschaften analysiert, um darauf aufbauend "potenzielle Einsatzgebiete solcher Materialien" weiter ausfindig machen zu können, so Weidisch. In diesem Zusammenhang könnten superelastische Kunststoffe bald auch im Bereich des Automobil-Fahrzeugbaus eingesetzt werden.

Florian Fügemann | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.matwi.uni-jena.de
www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Elastizität Kunststoff Polymer Superelastisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber
08.02.2012 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht All Foamed Up
07.02.2012 | Angewandte Chemie International Edition

Alle Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp