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Lichtschutz für Lebensmittel maßschneidern

21.12.2001


Licht trägt dazu bei, dass sich mit der Zeit der Geschmack verändert. Dies verzögern Verpackungsfolien, die natürliche Farbstoffe wie Chlorophyll enthalten.

Copyright © 2002 Fraunhofer-Gesellschaft




Licht und Sauerstoff sind für die meisten Lebensmittel schädlich. Denn gerade diese Kombination ist verantwortlich für die Fotooxidation verschiedener Inhaltsstoffe, was dazu führt, dass fetthaltige Nahrungsmittel ranzig werden oder Milchprodukte einen »Lichtgeschmack« entwickeln. Verstärkt wird der Qualitätsverlust durch Substanzen wie dem Pflanzenfarbstoff Chlorophyll oder Riboflavin (Vitamin B2), denn sie wirken wie Katalysatoren: Sie absorbieren Licht, übertragen die Energie auf den Sauerstoff und machen ihn damit noch reaktiver.

Diesen Prozessen begegnen Hersteller von Lebensmittelverpackungen mit zwei Strategien: Entweder sperren sie den Sauerstoff aus, d. h. sie verpacken die Lebensmittel unter Stickstoff, oder sie lassen kein Licht hinein. Nachteil im ersten Fall: Der Kunststoff muss mit einer speziellen Sperrschicht gegen Sauerstoff ausgestattet werden, der sonst aus der Umgebungsluft eindringen würde. Im zweiten Fall sieht der Käufer den Inhalt schlecht oder nicht mehr und dies ist für die Produktpräsentation ein oft schwerwiegendes Argument. Einen neuen Weg beschreiten Forscher am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV: Sie färben transparente Kunststoffe mit eben den Substanzen ein, die die Fotooxidation katalysieren. So filtert die Verpackung das Licht genau in den kritischen Wellenlängenbereichen und bleibt dennoch weitgehend transparent. Beispiel Olivenöl: »Gerade hochwertige, kaltgepresste Öle enthalten viel Chlorophyll und den Inhalt will der Kunde auch sehen«, betont Dr. Gertraud Goldhan, Geschäftsfeldmanagerin im Bereich Funktionsfolien des IVV. »Kunststoffflaschen, die mit Chlorophyll grün eingefärbt wurden, unterstreichen nicht nur diesen Farbton - das Öl wird zugleich deutlich länger bei Licht lagerfähig.«

Eine ganze Reihe verschiedener für Lebensmittelverpackungen verwendete Kunststoffe konnten am IVV bereits erfolgreich mit Chlorophyll eingefärbt werden. Dabei setzen die Wissenschaftler verschiedenste Techniken ein: Je nach Art und Dicke der Folie sowie der gewünschten Farbtiefe wird das Chlorophyll der Kunststoffmasse vor der Verarbeitung zugemischt oder auf die fertige Folie als Beschichtung aufgetragen. In mehrlagige Verbundfolien wird es über Kaschierkleber eingearbeitet. Eine neue Idee besteht darin, Druckfarben für Verpackungen zu entwickeln, die solche natürlichen Farbstoffe enthalten. »Jedes Produkt verlangt nach seiner maßgeschneiderten Verpackung«, fasst Goldhan zusammen. »Mit unseren Erfahrungen gehen wir nun verstärkt auf industrielle Hersteller zu.«

Dr. Gertraud Goldhan | Mediendienst

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