Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungszentrum

19.11.2001


Forschungszentrum für "Multifunktionelle Werkstoffe und Miniaturisierte Funktionseinheiten" in Mainz eröffnet

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 18 Mio. DM bis zum Jahre 2003 geförderte Forschungszentrum für "Multifunktionelle Werkstoffe und Miniaturisierte Funktionseinheiten" ist von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner, von dem Staatssekretär vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Dr. Ing. Uwe Thomas und von dem Präsidenten der Universität Mainz, Prof. Dr. Josef Reiter, feierlich eröffnet worden.

40 Wissenschaftler, davon 15 aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland, arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Erforschung von Grundlagen für neue Anwendungstechnologien in den Bereichen elektronische und optoelektronische Bau- und Speicherelemente, ultraschnelle magnetische Schalter, effiziente Energiegewinnung und hochempfindliche Biosensoren. "Mainz ist ideal als Standort für eine solche Verknüpfung von wissenschaftlicher Kreativität, industriellen Anforderungen an die Hochtechnologie und Potential an jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt", betonte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Zöllner. Insbesondere würdigte er die interdisziplinäre Zusammenarbeit von 25 Arbeitskreisen der Universität und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P). "Die enge Verflechtung von Universität und Max-Planck-Institut hat in Mainz Tradition und ist beispielhaft", so Zöllner.
"Die Nanotechnologie zählt zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und wird deshalb verstärkt vom Bundesforschungsministerium gefördert", berichtet Staatssekretär Dr. Thomas. Das überzeugende Forschungsprogramm sowie die internationale Spitzenstellung der Mainzer Wissenschaftler hätten den Ausschlag für die Anschubfinanzierung des Mainzer Zentrums gegeben, welches sich durch Industriekooperationen mittelfristig selbst finanzieren soll. Es werde erwartet, dass es auch zu Gründungen von Firmen komme, die die Forschungsergebnisse des Zentrums in Hochtechnologie Produkte umsetzten.

"Seit April dieses Jahres hat das Zentrum ca. 5,1 Mio. DM in den Erwerb und die Entwicklung wissenschaftlicher Geräte investiert, die es uns ermöglichen, mit modernsten Apparaturen unsere Forschungsziele zu verfolgen", so der Koordinator des Zentrums, Prof. Dr. Manfred Schmidt vom Institut für Physikalische Chemie der Universität. Das Zentrum stelle nicht nur eine wissenschaftliche, sondern auch eine organisatorische Herausforderung dar, weil Forschungsergebnisse aus Biologie, Chemie und Physik zusammengebracht und gemeinschaftlich weiterentwickelt werden müssten. Die Forschungsansätze fokussierten sich auf die Grenzbereiche zwischen den genannten Fächern und führten somit zu multidisziplinären Projekten.

Erste Erfolge kann das Zentrum bereits vorweisen. So ist es den Forschern um Prof. Dr. Klaus Müllen, Direktor am MPI für Polymerforschung, gelungen, Licht in elektrische Energie auf Basis organischer Moleküle mit bisher nicht erreichter Effizienz umzuwandeln. "Gegenüber den anorganischen Materialien, die bisher in der Photovoltaik eingesetzt werden, zeichnen sich organische Komponenten durch geringes Gewicht, leichte Verarbeitbarkeit, hohe Formflexibilität und geringe Herstellungskosten aus", beschreibt Prof. Müllen die Vorteile seiner Entdeckung. Aber auch in den anderen Bereichen seien die Arbeiten bereits weit fortgeschritten. So sei es Forschern am Institut für Physikalische Chemie bereits gelungen, unvorstellbar dünne Golddrähte herzustellen mit einem Durchmesser von nur 10 Nanometern, also einem hunderttausendstel Millimeter. Das Anwendungspotential solcher Nanodrähte liege in der weiteren Miniaturisierung elektronischer Bauelemente, z.B. von Leiterbahnen auf Computerchips. Bevor es dazu käme, müssten die Mainzer Forscher aber erst noch lernen, die Nanodrähte gezielt auf Oberflächen anzuordnen, um komplexe Schaltkreise realisieren zu können.

Petra Giegerich | idw

Weitere Berichte zu: Polymerforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue „Arbeitskluft“ für Polizei und Feuerwehr soll Einsätze und Umwelt schützen
23.01.2018 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht Komplexe Parkettmuster, außergewöhnliche Materialien
23.01.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

Die Flugerprobung des Airbus A320neo

23.01.2018 | Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

23.01.2018 | Physik Astronomie

Neue Formeln zur Erforschung der Altersstruktur nicht-linearer dynamischer Systeme

23.01.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Dreifachblockade am Glioblastom

23.01.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics