Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Nanoforschung zum Glasprodukt – oder: Tragende Glassäulen und nicht mehr beschlagende Außenspiegel

29.05.2006


Industrie setzt auf die Universität Bayreuth -



Trinkgläser, Flaschen, Lampen, Brillen, Fensterscheiben und Spiegel – Tag für Tag nutzen wir unzählige Gegenstände aus Glas. Die deutsche Glasindustrie setzt dabei jährlich 8 bis 9 Milliarden Euro weltweit um, besonders im nordostbayerischen Raum tragen zahlreiche Betriebe hierzu bei. Jedoch kann gerade dieser Wirtschaftszweig am Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb nicht durch Billigartikel sondern nur durch ständige Innovation bestehen. Hierbei gilt es, Glasprodukte mit perfekter Qualität oder neuartigen Eigenschaften herzustellen und die Verarbeitungsschritte zu optimieren.



Immer stärker nutzt die Glasindustrie dabei modernste Forschungsmethoden, wie sie in Universitäten entwickelt werden. Als Vorbild wird inzwischen die Zusammenarbeit regionaler Glasunternehmen mit unserer Universität Bayreuth angesehen. Hier wirken seit über fünf Jahren Lehrstühle aus der FAN, der Chemie und der Physik in der Forschungsstelle “Werkstoffverbunde und oberflächenveredelte Produkte aus Glas (WOPAG)” zusammen. Mit finanzieller Unterstützung durch das bayerische Wirtschaftsministerium im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern gelang es, sich ergänzende Kompetenzen zu bündeln und für die Glasindustrie zu erschließen. Mehr als 40 bisher durchgeführte Teilprojekte belegen den Erfolg dieses Konzepts.

Einige der dabei erzielten Ergebnisse wurden jüngst beim “Kooperationsforum Glas” in Bayreuth vorgestellt. Die etwa 100 Teilnehmer aus Industrie und Forschung zeigten großes Interesse an den Vorträgen der Forschungsstelle WOPAG und der Unternehmen Schott Rohrglas, Nachtmann, Flabeg und Wiegand-Glas. Von tragenden Glassäulen als Elemente einer Gebäudearchitektur über lupenreine Ampullen in der Medizin, selektiv beschichtete Solarreceiver zur effektiven Nutzung der Sonnenenergie, durch eine kratzfeste Beschichtung dünnere und damit leichtere Flaschen, nicht mehr beschlagende Kfz-Außenspiegel bis hin zu Trinkgläsern, die in der Spülmaschine ihren Glanz nicht verlieren, und zu hochwertigen und dekorativen Bleikristallgläsern – jedes Beispiel steht für eine erfolgreiche Produktentwicklung.

Immer wieder zeigte sich dabei die besondere Bedeutung der Oberflächen: Bereits geringste Verunreinigungen und winzige Unebenheiten im Mikro- und Nanometerbereich beeinträchtigen die Qualität. WOPAG-Wissenschaftler machen jedoch nicht nur mit Hilfe modernster Analysemethoden Fehler sichtbar, sondern zeigt auch, wie man bereits im Herstellungsprozess Funktionalität und Qualität gezielt verbessern kann.

“Das Lob der Industriepartner für unsere bisherige Arbeit freut uns natürlich”, meint Professor Dr.-Ing. Dieter Brüggemann als WOPAG-Sprecher, “wichtig ist jedoch, dass wir diesen Weg weitergehen. Wird diese Zusammenarbeit weiter gefördert, können noch mehr Glasunternehmen vom großen Potential der Universität Bayreuth profitieren.” Konzepte für eine solche Zukunft werden derzeit gemeinsam entwickelt.

Kerstin Wodal | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Berichte zu: Glasindustrie Glasprodukt Glassäule WOPAG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops