Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht poliert Metall

05.11.2001


Mit dem Laser polierte Metallteile. Auch komplexere dreidimensionale Werkzeuge für Kunststoffspritz-
guss und andere Produktionsverfahren werden schneller als bisher blank.

© Fraunhofer ILT


Niemand will sich beim Zähneputzen verletzen. So müssen Hersteller von Zahnbürsten dafür sorgen, dass keine scharfen Grate, Spitzen oder Kanten hervorstehen, die in Zahnfleisch oder Mundschleimhaut schneiden könnten. Soll ein separater Nachbearbeitungsschritt vermieden werden, heißt das vor allem: Beim Kunststoffspritzguss müssen die beiden Formen glatt sein und möglichst lückenlos schließen. Also werden die rohen Metallwerkzeuge präzise und von Hand poliert, bevor sie zur Produktion in die Gussmaschine eingesetzt werden. Dies ist auch deshalb nötig, damit sich Metallform und Kunststoff nach jedem Spritzguss wieder sauber voneinander trennen. Für die manuelle Politur des Werkzeugs benötigt ein Facharbeiter einen Spezialschleifer, schmirgelnde Diamantpasten und - je nach Komplexität des Werkzeugs - einige Tage Zeit. Zehn- bis hundertmal schneller hingegen poliert ein Laserverfahren des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT.

»In den Bereichen Form- und Werkzeugbau besteht ein hoher Bedarf an solchen automatisierbaren Verfahren«, weiß Dr. Konrad Wissenbach vom ILT. »Gemeinsam mit dem Unternehmen Laser Finishing Center AG entwickeln wir ein Polierverfahren, mit dem auch kompliziert geformte dreidimensionale Metallteile auf Hochglanz gebracht werden können.« Dazu schmilzt ein spezieller Laser den Werkstoff flächig auf und verdampft mikroskopisch kleine Spitzen. Wichtig dabei ist, dass vorgegebene Abmessungen und Kantenradien eingehalten werden. Zurzeit glätten die Wissenschaftler gefräste und erodierte Werkzeugstähle mit gepulsten und kontinuierlichen Lasern; doch auch andere Metalle und Nichtmetalle nehmen sie bereits ins Visier ihres heißen Lichts. Bei Auslegung und Dimensionierung des Verfahrens denken sie stets an den Produktionsalltag: So sollen sich die fasergekoppelten Nd:YAG-Laser möglichst einfach in Fertigungsanlagen integrieren lassen.

Auf der Messe EuroMold, die vom 28. November bis 1. Dezember in Frankfurt stattfindet, präsentieren die Forscher ihre bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse in Halle 8 am Stand N 112-L 129 der Fachöffentlichkeit. Neben dem ILT sind dort elf weitere Institute der Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping vertreten. Sie bieten neue Lösungen bei virtuellen und physischen Rapid-Technologien in der Produkt- und Werkzeugentwicklung. Wie die Industrie Rapid Product Development nutzen kann, diskutieren die Spezialisten auch mit Dr. Lothar Späth, der den Gemeinschaftsstand am ersten Messetag besucht.

Dr. Rudolf Meyer | Mediendienst

Weitere Berichte zu: ILT Laser Metall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften