Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochleistungs-Ultraschalltechnik zur Verklebung von Massivholzplatten

22.10.2001


Übertragbarkeit auf vergleichbare Produkte wird geprüft - Forschungsprojekt des Instituts für Holztechnologie Dresden gGmbH



Das Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH (ihd) untersucht derzeit, inwieweit durch die Anwendung von Hochleistungs-Ultraschall bei der Herstellung von einlagigen Massivholzplatten eine Verkürzung der Press- und Abbindezeit sowie eine Verbesserung der Verklebungsqualität erreicht werden kann. Die Forscher hoffen dabei auch, prinzipielle Erkenntnisse ihrer Grundlagenuntersuchungen auf vergleichbare Produkte übertragen zu können. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts "Integrierter Umweltschutz im Bereich der Holzwirtschaft" gefördert.



Die auftragsbezogene Fertigung konfektionierter Massivholzplatten bietet gerade für klein- und mittelständische Unternehmen gute marktwirtschaftliche Chancen. Sie fertigen Massivholzplatten für die Möbelproduktion und den Treppenbau. Hauptprobleme dieser Branche sind die Kurzfristigkeit der Aufträge sowie viele unterschiedliche Produktabmessungen und niedrige Stückzahlen. Die Anwendung der Hochleistungs-Ultraschalltechnik zur Verklebung von Massivholzplatten soll den Herstellern eine flexible, qualitätsgerechte, terminsichere Lieferung ihres Produktes, auch in kleinen bis mittleren Stückzahlen, ermöglichen.

Zunächst wurden grundlegende Untersuchungen zur Art des Schalleintrags sowie zur Bestimmung und Optimierung wesentlicher Einflussgrößen - wie Klebstoff, Generatorleistung, Ankopplungskraft der Sonotrode (Schwingungswerkzeug), Einwirkzeit, Holzart und Feuchte der zu verklebenden Holzkanteln - auf die Verklebungsqualität durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass bei der Ultraschallverklebung 50 Milimeter dicker Massivholzkanteln mit PVAc-Dispersionsklebstoff bei einer Vorschubgeschwindigkeit von zehn Metern pro Minute im Vergleich zur Kaltverklebung höhere Festigkeiten erreichbar sind. Sie hängen wesentlich vom eingesetzten Klebstoff und von der auf ihn abgestimmten Energiezufuhr ab. Letztere kann über die Ultraschallleistung und die Einwirkzeit auf die Klebfuge geregelt werden. Außerdem spielt die Holzfeuchte eine entscheidende Rolle.

Das Verarbeitungsfenster, bei dem eine geschlossene Klebschicht erreicht wird, ist relativ gering, da das in der Klebfuge enthaltene Wasser nicht "kochen" darf. Durch höhere Energiezufuhr schmilzt zwar die thermoplastische PVAc-Schicht möglicherweise wieder zu einer geschlossenen Klebschicht, jedoch besteht dabei auch die Gefahr des Wegschlagens des Klebstoffs in die Holzmatrix. Dennoch belegen die ersten Forschungsergebnisse inzwischen, dass die Ultraschallanwendung den Klebprozess deutlich verkürzen kann, allerdings sind noch weitere Versuche notwendig.

Daneben ist die Einbindung von Hochleistungs-Ultraschalltechnik bei der Herstellung von Fensterkanteln denkbar. Darüber hinaus erhofft man, insbesondere auch im Zusammenhang mit den im ihd bereits vorliegenden Ergebnissen zur Ultraschall-Kantenklebung und zum Ultraschall-Glätten von Holzwerkstoffoberflächen, weitere Anwendungsfelder für die Hochleistungs-Ultraschalltechnik ableiten zu können.

Im Rahmen des Förderschwerpunkts "Integrierter Umweltschutz im Bereich der Holzwirtschaft" fördert das BMBF Forschungsarbeiten in den Bereichen Holzwerkstoffherstellung, Holzbau, Sägewerke, Holzvergütung und Klebetechnik. So sollen die umweltgerechten Anwendungsmöglichkeiten des nachwachsenden Rohstoffs Holz aufgezeigt und genutzt werden. Über dieses und weitere Projekte innerhalb des Förderschwerpunkts informiert die Website www.holz-und-umwelt.de, die im Rahmen des projektbegleitenden Wissens- und Technologietransfers durch die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung erstellt und gepflegt wird. Dort sind auch die Adressen und Ansprechpartner der jeweiligen Zuwendungsempfänger beziehungsweise Projektbearbeiter zur Kontaktaufnahme sowie umfangreiche Links zu Forschungsinstituten und Unternehmen abrufbar.

Ansprechpartner für die Medien:
Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V.
Helmut Stoll
Bayerstraße 57 - 59
80335 München
Tel.: 089/51 61 70 - 17
Fax: 089/53 16 57
E-Mail: h.stoll@dgfh.de


Doris Pischitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.holz-und-umwelt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie